Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 101)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476258--0651-3476785- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 101 — Leuten aus dem Volke Unterhaltungen anzuknüpfen .und achtlos auf ein Gespräch über ihr Leben überzugehen. Feld und Haus, Schule und Synagoge mussten in geeigneter Weise aufgesucht werden, während die Strasse oft die nöthige Beleuchtung gewährte, Anlass und Anhaltspunkt zu weiteren Studien bot. Anverschiedenen Stellen hielt ich mich längere Zeit auf, um aus •eigener Anschauung etwas vom Leben zu beobachten, so in Sichron-Jakob, Gliedern, Kastinieh, Rischon-Lezion, Jerusalem, Jaffa, an anderen Punkten musste ich mich mit kurzen Beobachtungs- Insten begnügen. Schon aus meinen früheren Worten erhellt es, dass meine Arbeit das Thema des. jüdischen Palästina nicht im geringsten erschöpft, dass eine viel gründlichere Untersuchung am Platze ist; doch würde es rathsam sein, eine solche Untersuchung mit einer grösseren Forschungsarbeit zu vereinigen, wenngleich ich die feste Ueberzeugung hege, dass meine, allgemeinen Ansichten über die jüdischen Verhältnisse auch nach einem längeren, ruhigeren Studium die Bestätigung finden werden. Indes handelt es sich nicht nur darum, die Zustände und Eigenthümliehkeiten unserer palästinensischen Brüder detaillierter zu erforschen, sondern es ist von allergrösster Wichtigkeit, das Land genau zu studieren, eine vollkommen ausgearbeitete Ansicht über die klimatischen und hygienischen Verhältnisse zu erlangen, die Aussichten und Möglichkeiten neuer Industrien, sowie die legislatorischen Verhältnisse festzustellen, wodurch wir Klarheit über den Wert und Richtung unserer Bestrebungen in höherem Masse als durch Disputationen •erlangen werden. Durch ihre ausgeprägten Zwecke würde eine solche Gommission sich von den bisherigen nichtjüdischen, auf die mancher mit Unrecht als Ersatz hinweisen dürfte, scharf unterscheiden, da sie . weder kirchliche, noch historische, ja nicht einmal wissenschaftlich-geographische Studien topographischen Charakters verfolgen würde. Sie würde nach einem Specialstudium, mit Daten in der Hand auf 'die Frage antworten können, ob das grössere Palästina in der Lage ist, Millionen von Juden aufzunehmen, inwieweit die klimatischen Verhältnisse einer massenhaften Ansiedelung günstig sind, unter welchen Umständen eine gedeihliche Golonisation möglich ist. Nur nachher kann eine begründetere O Ö Propaganda geführt und rationelle Thätigkeit entfaltet werden, speciell auch, um zur Schaffung einer öffentlich-rechtlichen Basis beizutragen. Denn auch die Kenntnis des ökonomischen Wertes des Landes und der Chancen seiner Regenerierung verleiht eine gewisse Macht. Allerdings fehlt es nicht an. Untersuchungen Palästinas seitens verschiedener christlicher Völker. Ich spreche natürlich nicht von den unzähligen Beschreibungen, die in früheren Jahrhunderten und noch am Anfang dieses fast ausnahmslos gebräuchlich gewesen: