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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 100

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 100 (sequence 100)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476258--0650-3476784
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- 100 - Frage der Golonisation behandeln, obschon oder vielmehr neben meinen Mittheilungen unwillkürlich meine subjectiven Ansichten bezüglich . der bisherigen und der vorzunehmenden Colonisation hervorleuchten werden. Im ganzen aber habe ich einen Bericht zu erstatten und keine principielle Abhandlung zu gewähren. Mein Thema läutet: Der gegenwärtige Zustand des jüdischen Palästina. . Zu diesem Zwecke habe ich zum Theil direct statistisches Material sammeln lassen, theilweise wurde mir Gesammeltes in bereitwilligster Weise zur Verfügung gestellt, wofür ich von hier aus meinen besonderen Dank ausdrücke, ohne Namen nennen zu können. Bisweilen habe ich auch -von bereits veröffentlichtem Material Gebrauch gemacht, aber mit grosser Vorsicht. Angaben über die Verhältnisse in Palästina habe ich kritisch benützt und mich bemüht, mir Enthaltsamkeit aufzuerlegen, über manches bin ich zur Tagesordnung übergegangen, wenn ich nicht durch Beobachtung oder Mittheilungen glaubwürdiger Personen von der Wahrhaftigkeit der betreffenden Behauptung überzeugt worden. Das war eben das Schwierige an meinem neunwöchentlichen Studium an Ort und Stelle, dass ich gar oft zweifeln musste, ob meine Eindrücke die richtigen sind. Ich kam in das Land unserer Hoffnung mit der Absicht, um die Wahrheit kennen zu lernen und dieselbe weiter hinaus zu tragen, aber auf Schritt und Tritt musste ich einsehen, wie schwierig diese Aufgabe in einem Lande ist, das sich fortwährend beobachtet glaubt, das hundertemal beschrieben wird und ein Feld unausgesetzter Experimente bildet. Da die wichtigsten Lebensinteressen eines grossen Percentsatzes der Bevölkerung von diesen Beschreibungen abhängt, so hat sich eine Schulung der Beeinflussung herausgebildet, so dass der Beobachter leicht ein vollkommen falsches oder schiefes Bild von den thatsächlichen Verhältnissen erhalten kann. Es galt darum für mich, wie für jeden Besucher Palästinas, mich möglichst von diesem Umstände zu emancipieren. So weit es indes im Laufe zweier Monate möglich, glaube ich, Dank einigen Vorkenntnissen und planmässiger und bewusster Beobachtung eine ziemlich wahrheitsgemässe Vorstellung erlangt zu haben., Die ganze Zeit meines Aufenthaltes habe ich trotz der ungeeignetsten Zeit rastlos ausnützen können, abgesehen von einer fünftägigen Störung, da mich ein heftiger Fieberanfall ans Bett fesselte. Um meinen Zweck zu erreichen, bereiste ichfast alle jüdischen Colonien, Jerusalem, Hebron, Tiberias, Jericho u. s. w. : Ich musste mir manches versagen, das ich so gern näher erforscht öder besichtigt hätte, aber ich war gezwungen, mit der Zeit ausserordentlich knapp umzugehen, um auch nur einigermassen meiner Pflicht zu genügen. Mein System bestand darin, mit den verschiedenartigsten Kreisen in Berührung zu kommen, vor allem jedoch mit möglichst vielen

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