Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 93)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 93 — Vicepräsident Dr. Nordau: Das Wort hat Herr Dr. Heinrich L o e w e. Del. Dr. Loewe : Die Wahlprüfungscommission hat gewisse principielle Aeusserungen gethan, betreffend die Art und Weise der Wahlen. Es kam ihr nicht darauf an, jetzt schon ihrer Anschauung über die einzelnen Mandate Ausdruck zu geben, sondern sie wollte einige principielle Grundsätze festgestellt wissen, nach welchen gewählt werden soll. Ich möchte mir mit Bezug darauf erlauben, eine Anregung zu geben, die ebenfalls von der Wahlcommission in reifliche Erwägung gezogen werden sollte. Es ist vorgekommen und wird wahrscheinlich, wenn kein besonderer Modus getroffen wird, wieder vorkommen, dass sich an gewissen Orten solche Leute, welche keine Aussicht haben, von einer grossen Gesammtgruppe gewählt zu werden, abspalten, um dann in besonderen Gruppen gewählt zu werden. Da aber vorgeschrieben ist, dass die Ortsgruppe als solche zu wählen hat, verstanden wir darunter,, class unter Ortsgruppe alle Zionisten zu verstehen sind, die an einem Orte vereinigt sind und dass es nicht zulässig wäre, sich in verschiedene Gruppen zu spalten, um mehrere Mandate durchzubiegen. Es wäre sonst möglich, class die Berliner Zionisten, die 4—500 Schekelzahler haben, sich in vierzig Ortsgruppen spalten und vierzig Delegierte herschicken. Es muss daher .... Vicepräsident Dr. Nordau (unterbrechend): Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass diese Bemerkungen zur Organisationsfrage gehören und nur bei dieser Gelegenheit mit Erfolg behandelt werden können. Del. Dr. Loewe : Der Fall ist sehr drastisch und hat sich bei der letzten Wahl zugetragen, bei welcher wir sehr schwer zu kämpfen hatten. Vicepräsident Dr. Nordau : Ich bestreite keinen Augenblick die Richtigkeit dieser Bemerkungen; ich sage nur, dass es unmöglich erscheint, die verschiedenen Programmpunkte durcheinander zu wirren. Diese Bemerkungen werden, wenn die Frage der Organisation auf die Tagesordnung kommt, an richtiger Stelle sein und sollen dann vorgebracht werden. Dr. Loewe: Dann bitte ich, dass die Commission darüber berathe, damit wir wissen, wie die Commission die Sache ordnen will. Vors. Vicepräsident Dr. Nordau : Wenn über diesen Punkt die Commission sich nicht geäussert hat, so steht nichts im Wege, class dieser Antrag der Commission selbst übergeben und ihr Gelegenheit geboten werde, sich ihre Meinung darüber zu bilden und auszusprechen. Dr. Friedemann : Wir haben lediglich eine Resolution beantragen wollen, welche einen speciellen Uebelstand von genereller Bedeutung, der uns auffiel, abändern sollte. Es war nicht ein Uebelstand, der sich auf locale Verhältnisse bezog, und auch nicht eine Sache, die in die Landesorganisation gehört, sondern es war eine Wahlprüfungsfrage. Ich glaube, die Angelegenheit, welche Herr Dr. Loewe vorgebracht hat, gehört nicht in die Wahlprüfungscommission, sondern in die Organisation- oder Programm-Commission. Ich glaube nicht, dass die Wahlprüfungscommission alle diese weitgehenden Anträge als zu ihrer Competenz gehörend, betrachten kann und ich möchte bitten, dass Herr Dr. Loewe diese Anträge an die zuständige Stelle leitet. Vors. Präs. Dr. Herzl : Ich glaube/ dass es ein nicht ganz ungünstiges Resultat ist, wenn unter so vielen Wahlen nur 14 angefochten wurden und von diesen 14 10 aus einem Grunde, welcher eigentlich eine rechtliche Incorrectheit nicht in sich schliesst. Wenn solche unbestimmte Mandate ertheilt worden sind, die eventuell vergeben werden können durch denjenigen, der beauftragt ist, so ist das mit der Ent-