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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 89

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 89 (sequence 89)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476258--0639-3476773
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- 89 — Solange wir den ersten Programmpunkt nicht erreicht haben, eine öffentlich-rechtliche Sicherheit nicht erwirkt haben, wollen wir drittens uns mit der Versorgung derjenigen Juden, die in Palästina und Syrien schon ansässig sind, befassen: diese bedürfen nur unserer Unterstützung, in der Form eines billigen Credits, um die Quantität tüchtigen, productiven Menschenmaterials zu steigern. Und endlich wollen wir viertens die innere jüdische Volkserziehung in den jeweiligen Vaterländern so intensiv wie möglich betreiben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) In erster Linie trachten wir darnach, die nationale Regeneration, das nationale Selbstbewusstsein überall da zu heben, wo Juden in grösseren oder geringeren Massen wohnen und wo organisierte' Zionistengruppen vorhanden. Ohne in einen Chauvinismus zu verfallen, der nicht nur lächerlich, sondern auch schädlich, wollen wir es fürs erste so weit bringen, dass der Jude aufhöre, sich seiner Abstammung zu schämen, dass die jüdischen Mütter keinen besonderen Stolz darauf setzen, wenn ihre Kinder keine Judeugesichter haben. Diese Hebung des jüdischen Nationalbewusstseins kann nur auf die Weise erreicht werden, dass die Jugend sich mit der glorreichen Vergangenheit, mit dem Martyrium ihres Volkes vertraut macht und edle Vorbilder für ihre eigenen Handlungen in ihren Geist und ihr Gemüth aufnimmt. Deshalb legen wir den grössten Wert darauf, dass der Unterricht der Jugend, der männlichen sowohl als auch der weiblichen, in jüdischer Geschichte und hebräischer Sprache so intensiv wie möglich gefördert werde. Die hebräische Sprache ist es, die der heranwachsenden Generation den Schlüssel zum Eindringen in den Nationalgeist des Judenthums in die Hand drückt. Diese Aufgabe wird allerdings den Juden des Westens viel schwerer zu erfüllen sein als den Juden des Ostens; aber Grosses lässt sich überhaupt nur durch Energie und Consequenz erreichen. Eine einzusetzende Schulcommission hätte für die Beschaffung von nützlichen Jugendschriften in hebräischer Sprache zu sorgen. Diese innere Arbeit muss sich nun, je nach dem Lande, in welchem Juden leben, verschieden gestalten. Was den Verhältnissen des, einen Landes entspricht, das passt vielleicht dem anderen nicht. Und da muss nun, wie es auch bei der Behandlung einzelner Kranker der Fall ist, jedesmal individualisiert werden. Während es für Deutschland z. B. schon jetzt angemessen sein würde, ausser dem Unterricht in hebräischer Sprache, ausser Sprachübung in derselben, ausser der Erlernung der jüdischen Geschichte und Literatur in ihren Hauptzügen — jüdische Turn- und Geselligkeitsvereine ins lieben zu rufen, wo sich die Juden zwanglos den Uebungen des Körpers und des Geistes hingeben könnten; — während sie in Deutschland durch Wort und Schrift, durch Wanderredner, das nationale Bewusstsein heben könnten, müssten wir im Osten — wo das

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