Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 74)
- Language
- German, English, Hebrew
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- 74 — Das Actionscomite wird selbstverständlich in der weitestgehenden Weise alle Wünsche berücksichtigen, weil das eines der wirksamsten Mittel der Propaganda ist. Es wird also auch über diejenigen Anträge, die eingebracht worden sind, hinaus die Publicationen in den nothwendigen Sprachen erfolgen lassen. Es wird zu diesem Zwecke vollständig genügen, wenn sich, die betreffenden Personen mit ihren Wünschen an das Actionscomite wenden, welches ja auch schon bisher jede Anregung und jeden Wunsch berücksichtigt, jeden Brief beantwortet hat. (Lebhafter Beifall.) Ich glaube demnach, dass die eingezeichneten Redner, die zu dieser Angelegenheit sprechen wollen, jetzt nicht mehr zum Worte zuzulassen sind. Ich ertheile nunmehr das Wort Herrn Aschkenasi D elines. Del. Del in es: (französisch.) Del. Dr. Schauer: Herr Delines wünscht, dass folgendes Telegramm ins hebräische, russische und in die anderen Sprachen übersetzt werde (liest): „Petersburg, 28. August. Die vom „Regierungsboten" veröffentlichte und auf Befehl des Zaren am 24. d. durch Graf Muraview allen in Petersburg accreditierten Vertretern auswärtiger Mächte überreichte Kundgebung hat ungefähr folgenden Inhalt: Die Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens und möglichste Herabsetzung der übermässigen Rüstungen seien gegenwärtig das Ideal der ganzen Welt, auf welches das Streben aller Regierungen gerichtet sei. In der Ueberzeugnng, dass dieses erhabene Ziel den wesentlichen Interessen und den berechtigten Wünschen aller Mächte entspreche, erachte die kaiserliche Regierung den Augenblick als günstig, um auf dem Wege der internationalen. Berathung das Mittel zu suchen, zum Zwecke, allen Völkern die Wohlthaten des Friedens zu sichern und den gegenwärtigen Rüstungen ein Ziel zu setzen. Der ganze Zweck der internationalen Politik sei die Erhaltung des Friedens und namens des Friedens hätten die grossen Staaten mächtige Bündnisse geschlossen. Zur Wahrung des Friedens habe man aber die Militärmacht in bisher unbekanntem Masse entwickelt und die Lasten seien in solchem Grade gewachsen, dass die Völker sie nur schwer tragen könnten. Hunderte von Millionen würden für Zerstörungsmaschinen aufgewendet, die morgen wieder ihren Wert verlieren, dank einer neuen Entdeckung. Eine Fortdauer dieser Lage müsse eine Katastrophe herbeiführen, deshalb habe der Kaiser dem Grafen Muraview befohlen, allen in Petersburg accreditierten Vertretern der Mächte eine Conferenz vorzuschlagen, welche sich mit der Frage beschäftigen solle, wie den unaufhörlichen Rüstungen ein Ziel gesetzt und dem Unheil, das die Welt bedrohe, vorgebeugt werden könnte. Diese Conferenz werde mit Gottes Hilfe ein günstiges Vorzeichen für das kommende Jahrhundert sein." Dr. G a s t e r gibt die englische, Ehrenpreis die hebräische, Temkin die russische Uebersetzung. Del. Delines (französisch fortsetzend): (Lebhafter Widerspruch. — Deleg. Syrkin: Schluss! Pfui! — Schlussrufe, grosser Lärm.) Vors. Dr. HerzI (unterbrechend): Wenn Sie nicht wollen, dass ich die Sitzung unterbreche, um Ruhe zu schaffen, dann wollen Sie den Redner ausreden lassen. (Grosser Lärm, — Rufe Ruhe! — Zwischenruf seitens des Del. Syrkin.) Del. Delines: (französisch) (Beifall). Vors. Dr. Herz!: Es ist mir gesagt worden, dass ein verletzender Ausdruck gegen Sie gefallen ist. Ich habe denselben nicht gehört, sonst hätte ich den Herrn, der ihn gemacht hat, zur Ordnung gerufen. (Die Unruhe dauert fort.) Ich bitte um Ruhe.