Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 67)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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— 67 — Was seine Anregung betrifft, einer Anzahl von Vertrauensmännern weitere Mittheilungen zu machen, die noch nicht reif sind für die öffentliche Discussion, wo es sich um Anfänge handelt, von deren Fortsetzung man noch keine ganz sichere Vorstellung hat, so habe ich bereits einem Herrn aus Russland, der mit dieser "Anfrage an mich herangekommen ist, und zwar in delicater Welse, nicht in öffentlicher Sitzung, eine befriedigende Antwort gegeben, die den namens der Russen beauftragten Herrn vollkommen befriedigt hat. Endlich meinte Herr Bambus, der ja im übrigen nicht ganz unzufrieden war mit der Geschäftsführung des Actionscomites, dass wir den nächstjährigen Ueberschuss vorher bekanntgeben sollen und dass wir eine Art von Budget im vorhinein berechnen sollen. (Del. B a m b u s : Ich habe nicht gesagt, dass der nächstjährige Ueberschuss bekanntgegeben werden soll, sondern eine Schätzung, über welche Gelder Verfügung getroffen werden kann.) Das ist nun eine Frage, die sehr schwer zu beantworten ist. Die Progression unserer Bewegung ist ganz ausserordentlich. Sie haben aus den Tabellen, die vielleicht hier eine nicht ganz richtige Schätzung erfahren haben, ersehen, in welch sprunghaft er. Weise unsere Bewegung fortschreitet. Einen Stillstand oder Rückgang erwarte ich nicht, ich glaube vielmehr, dass ich es ganz ruhig sagen kann, ich erwarte eine sehr grosse Progression. (Lebhafte Zustimmung.) Wie gross diese sein wird, das abzuschätzen ist absolut nicht möglich. Ich möchte nicht irgend eine Schätzung abgeben und würde Ihnen daher empfehlen, ciarauf lieber zu verzichten. Es gibt wohl unter anderen Bedingungen als die sind, unter welchen wir arbeiten, •eine solche Vorabschätzung, da stehen aber Erfahrungen und Durchschnittsberechnungen mehrerer Jahre, die uns eben nicht zugänglich sind, zur Verfügung. Wir sind ganz am Anfange, aber ich zweifle nicht daran, dass wir in einigen Jahren in der Lage sein werden, auch einen Voranschlag zu machen und uns den geordneten Zuständen zu nähern, die heute noch nicht möglich sind; an denen uns allen aber liegt. Ich würde Ihnen daher auch für das folgende Jahr vorschlagen, vorausgesetzt, dass Ihnen der Rechenschaftsbericht genügt hat und Sie sich mit der Versicherung der Finanzcommission, dass die Gelder ordentlich verwaltet worden sind, beruhigen wollen, das bisher Gethane zu votieren und bei dem jetzigen zu bleiben, weil etwas anderes derzeit nicht möglich ist. Wir arbeiten unter besonderen Umständen und die müssen berücksichtigt werden. Das ist eine Frage, die in den meisten | Reden der Herren vorgekommen ist, die gerne Näheres gehört hätten Iüber die Finanzgebarung und verschiedenes motiviert haben wollten. Herr Herb st aus Sofia hätte es gerne gehabt, weil er aus der Statistik der Schekelzahler auf das Fortschreiten unserer Bewegung schliessen wollte. Herr Tolkow s k y und Herr Schach möchten die Details kennen, um uns controlieren zu können, ob ■ wir richtig \ amtieren. f Nun der Vorwurf, dass wir zu wenig agitieren, ist uns bisher \ nicht gemacht worden. Es handelt sich ja oft darum, was die richtigste j Form der Agitation ist. Ob gerade die Flugblätter immer das Richtige j sind, das ist Ansichtssache. Da wechseln die Umstände. Einmal sind es Flugblätter, einmal andere Formen, die dem discretionären Ermessen des Actionscomites überlassen bleiben müssen. Wir waren der Ansicht, dass wir nicht zuviel Maculatur machen lassen sollen. Wir haben uns hauptsächlich bemüht, die Agitation in denjenigen Formen zu betreiben, die uns einen guten Erfolg versprochen haben. Der Erfolg gestattet doch einen gewissen Rückschluss auf die Agitation, wenn auch nicht geleugnet werden kann und will, dass die Agitation an den ver- 5*