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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 61

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 61 (sequence 61)
Language
German, English, Hebrew
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- 61 — bedeuten soll. Ich glaube, es wird auch in anderen so sein. Sie wissen nicht, was diese öffentlich-rechtlich gesicherte Heimatstätte eigentlich bedeuten soll. Auf welchem Wege soll man das erreichen. Der Congress hat uns bis jetzt noch keine Andeutungen darüber gegeben. Ich weiss, dass nicht alles öffentlich gesagt werden kann, aber eine kleine Andeutung möchten wir haben. Wir wollen nicht wissen, was das Comite schon gethan hat, wir wrollen nur wissen, auf welchem Wege gedenkt es das Programm zu erfüllen. Nun zum Rechnungsreferat des Herrn Moses. Er hat uns sehr erfreuliche Angaben gemacht, dass ein Ueberschuss da ist. Wir können uns darüber freuen. Wenn ich in meiner Tasche 10 Francs finde und weiss, ich habe 15 gehabt, so freue ich mich gerne, weil ich weiss, ich habe nicht viel Ausgaben gemacht. Aber wenn ich nicht weiss, wie viel ich gehabt habe, kann ich mich darüber nicht freuen. Wir wollten also erfahren, wie viel Einnahmen wir hatten. (Lebhafte Schlussmfe.) Ich sage damit nichts nachtheiliges. Del. Fabius Schach : Verehrte Damen und Herren! Zunächst gestatten Sie mir einige Worte über das Mass und die Berechtigung der Kritik. Man muss unterscheiden, was Kritik ist und weichen Gefühlen sie entspringt. Der ganze Zionismus verdankt sein Dasein der Kritik und die Schrift des Dr. Herzl beginnt mit einer Kritik der heutigen Verhältnisse. Aber es gibt eine Kritik, die schlecht ist; die muss man von der guten Kritik unterscheiden. Die Kritik ist die wissenschaftliche Grundlage des Zionismus. Wir alle wollen das Gute. Ich habe den Auftrag von der ganzen deutschen Landsmannschaft zu erklären: Es ist nicht einer unter uns, der Ursache hätte, gegenüber irgend einem Mitglied des Actionscomites zu nörgeln oder zu kritteln (Lebhafter Beifall), wir setzen bei jedem den guten Willen voraus, aber bei keinem Gottähnlichkeit. Niemand ist unfehlbar; jeder kann etwas, thun, was vielleicht einer Verbesserung fähig, und das ist der Zweck unserer grossen Nationalversammlung, dass wir uns gegenseitig Anregungen geben dafür, was uns als gut und zweckmässig erscheint. Ich will nicht kritisieren über die Finanzverhältnisse. Ein jeder von uns hat Zutrauen zum Actionscomite und ist überzeugt, class das Geld in richtiger Weise verwendet wurde. Es ist nichts weiter als eine Formsache, und darüber Worte zu verlieren, ist Zeitverlust. (Lebhafter Beifall.) Aber einen Punkt muss ich berühren, weil er mir am Herzen liegt, und das ist die Agitation. Meine Herren! Das ist das Alpha und Omega des ganzen Zionismus der Gegenwart. Ohne Agitation haben wir keinen Zionismus und von dem Wesen der Agitation wird die Zukunft unserer ganzen Bewegung abhängen. Agitieren wir richtig und in den richtigen Kreisen, dann dürfen wir hoffen, uns unserem Ziele zu nähern. Agitieren wir nicht richtig, dann wird zwar die Bewegung nicht zugrunde gehen, dazu ist sie wohl zu stark, aber es wird sehr viel länger dauern, bis wirunser Ziel erreichen. Was wir sonst in einem Jahre erreichen, würden wir dann in fünf Jahren erreichen und das wäre sehr zu bedauern. Und meine Herren, was die Agitation betrifft, so ist sie nicht die starke Seite des Actionscomites gewesen. Es ist gesagt worden, dass nur ein Flugblatt ausgegeben wurde, und dieses ist leider nicht auf der Höhe gestanden. Meine Herren! Das ist nicht meine subjective Meinung, sondern ich kann Urnen statistisch nachweisen, dass, während von anderen Flugblättern, z. B. „Judennoth" von unserem Bureau in 20—25.000 Exemplaren verlangt wurden, sind von diesem kaum 1000 verlangt worden, was sehr zu bedauern ist. Das Actionscomite ist ja am ehesten in der Lage und hat die Pflicht, daran zu arbeiten, dass der Zionsgedanke immer weiter fortschreitet und die Agitation in grossem Style einzu-i

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