Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 59

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 59 (sequence 59)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476258--0609-3476743
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 59 — die eingetreten' war und wieder eintreten könnte,' sehr zweckmässig, wenn Sie auch in Bezug auf andere Länder die Wohithätigkeit anderen Ländern überlassen. Wenn geltend gemacht wird, class Wohithätigkeit geübt werden soll dadurch, dass Arbeit geschaffen werden soll, so trifft; das auch auf Palästina zu. Wenn man die Wohithätigkeit in Palästina anderen Organisationen überlassen soll, müssen Sie dies consequent auch auf die Wohithätigkeit in Europa ausdehnen. Aber noch etwas. Ich habe es vermisst, class unser Actionscomite keinerlei politische Schritte in dieser Sache gethan hat. Unser Actionscomite hat seinen Sitz in Wien und verfügt über eine recht erhebliche Organisation in Oesterreich. Hat es nicht von seinem Einflüsse Gebrauch gemacht, um durch ]3olitische Schritte irgendwelcher Art, durch Intervention beim Ministerium oder sonst wie, das Los der galizischen Juden dadurch zu erleichtern, dass man alle TheiLe darauf hinweist. Wir leben ja in einer Zeit, in einem Lande, wo die öffentliche Discussion ausserordentlich wirksam ist. Wären ähnliche Dinge in Deutschland geschehen, so hätten die deutschen Juden eine ausserordentlich lebhafte politische Action entfaltet. Ich habe also in unserem Berichte vermisst, dass das Actionscomite in dieser galizischen Frage eine ähnliche Thätigkeit entfaltet hat. -Wir werden hoffentlich nicht sehr bald wieder in die Lage kommen, wenn aber derartige Dinge wieder vorkommen sollten, soll man in allererster Linie die politische Action berücksichtigen. Wenn wir Kritik im einzelnen üben, ist das unser gutes Recht. Wenn wir daneben anerkennen, dass unsere ganze Partei — denn wir stellen zunächst doch nur einen sehr kleinen Bruchtheil des Judenthums vor, weil unsere Agitation noch nicht in der Lage war, die grossen Massen wirksam zu erfassen. (Widerspruch.) Die Zahl der Schekelzahler beweist das am besten, wir haben nicht 1 Percent der Juden, und das ist doch nur ein kleiner Bruchtheil. Ich weiss, dass die Entwicklung sehr rasch und energisch sein wird. Aber es scheint mir doch ganz zweckmässig, dass man seine wirkliche Kraft kennt und sich nicht täuscht und behauptet, dass wir das ganze Judenthum vorstellen. Wir stellen nur einen Bruchtheil, den Kern des jüdischen Volkes dar. Wenn wir Kritik geübt haben im einzelnen und demgegenüber die Erfolge auf der anderen Seite hervorgehoben haben, dass da ausser dem Actionscomite noch eine Keine von anderen Organisationen thätig war, so darf uns das nicht hindern, dem Actionscomite für seine Leistungen den Dank auszusprechen. Das, was wir gehört haben, ist wahrscheinlich nicht alles von dem, was geschehen ist. Es gibt immer gewisse Dinge, die nicht in öffentlicher, grosser Versammlung ausgesprochen werden können. (Zustimmung.) Ich bin mit einem russischen Mandat betraut. In einer Versammlung der russischen Delegierten ist beschlossen worden, dass man auch ein russisches Comite einsetze, welches von Fall zu FaU mit solchen heiklen Fragen bekannt gemacht wird. Ich bin nicht in der Lage, den Antrag zu motivieren. Ich behielt mir vor, Ihnen diese Anregung mitzutheilen. Die Motivierung wird einer der Herren, die dabei waren, wirksamer als ich übernehmen. Aber ich möchte betonen, dass wir gerade deswegen, weil doch sicherlich viele Dinge geschehen sind, die nicht im einzelnen in einer grossen Versammlung besprochen werden können, umsomehr Grund haben, dem Actionscomite für seine Thätigkeit zu danken. (Lebhafter Beifall.) Del. Schlaposchnikoff spricht in russischer Sprache. Del. D. Kohan-Bernstein übersetzt seine Ausführungen wie folgt: Herr Schlaposchnikoff behauptet, dass alle Delegierten, die hieher-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.