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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 58

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 58 (sequence 58)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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- 58 - wird es darauf ankommen, grosse Gesichtspunkte zu entwickeln. Wir sind jetzt nach meiner Auffassung nur in der Lage, den Bericht, der vorgetragen wurde, zu besprechen. Eine hillige Kritik zu üben, ist das Recht jedes Delegierten. Ich meine jedoch, dass wir bezüglich der Kritik nicht zu weit gehen sollen und bin der Ansi'cht, dass es ungleich zweckmässiger ist, wenn wir der Revisionscommission, die wir gewählt haben, absolutes Vertrauen schenken und uns mit ihrem. Berichte begnügen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es kann einer grossen Sache nicht damit gedient sein, dass die höchste Behörde, die existiert, Kritik übt an der Ausgabe von einigen hundert oder tausend Gulden. Eine Bitte hätte ich daran zu knüpfen. Wir werden in den nächsten Tagen noch manchen wichtigen Beschluss zu fassen haben, der die finanzielle. Seite berührt. In vollkommen organisierten Staaten wird das Budget vorgelegt, was bei uns begreiflicherweise noch, nicht möglich ist. Indes möchte ich die Bitte an die Herren vom Actionscomite oder an das Revisionscomite richten, uns anzugeben, auf welchen Ueberschuss wir für das nächste Jahr rechnen können, damit, wenn specielle Fragen zur Besprechung kommen, wir bestimmt wissen, welche Summen wir für die einzelnen Zwecke für angemessen erachten. Ich glaube, dass wenigstens annäherungsweise eine solche Summe zu nennen sein wird, wenn gleich ich wie bei jedem Budget weiss, dass dies exact anzugeben nicht möglich ist. Wenn ich mir erlauben darf, eine gewisse Kritik an den Bericht des Herrn Dr. Schnirer zu knüpfen, so muss ich zunächst sagen, dass eine solche Kritik kaum möglich ist und zwar deshalb, weil dasjenige, was Herr Dr. Schnirer vorgebracht hat, in zwei Theile zerfällt, von denen der eine sich auf die grossen Erfolge bezieht, die wir erreicht haben und wofür wir dem Actionscomite, aber nicht minder den Landesorganisationen und dem Bankcomite zu Danke verpflichtet sind. Wenn wir dem Actionscomite unseren Dank aussprechen, so wollen wir auch nicht vergessen, dass in Bezug auf die Ausdehnung des Zionismus die Landesorganisationen das meiste leisten müssen. Nicht minder gebürt unser Dank dem Bankcomite, welches es ermöglicht, dass die Bank, die unser finanzielles Institut werden soll, in Kraft tritt. Hierin liegt ein Haupttheil unseres Erfolges. (Beifall.) Ich muss leider Herrn Dr. Schnirer in einem Punkte berichtigen. Er hat gesagt, dass in der Vorconferenz der Boden gefunden wurde für ein freundschaftliches Verhältnis zwischen den Colonisationsvereinen und dem Congresse. Ich muss zu meinem Bedauern erklären, dass wir eine Gruppe von Vereinen haben, welche Colonisation aus Wohlthätigkeit treiben, mit denen ein Boden der Verständigung noch nicht gefunden wurde. Vielleicht wird bei einem späteren Punkte der Debatte sich eine solche Grundlage ergeben. Ich habe noch einen Punkt zu berühren, bei dem mir der Bericht des Her]"n Dr. Schnirer, wie ich gestehen muss, gar nicht zugesagt hat. Er hat bei Besprechung der palästinensischen Angelegenheiten betont, dass man keine Wohlthätigkeit treiben darf, hat aber von Galizien gesprochen und die Wohlthätigkeitsaction stark hervorgehoben. Er hat ferner davon gesprochen, dass diese eine Action nur ein Theil weiterer Actionen werden solt. Darin liegt eine grosse Inccnsequonz. Wenn ich \Vohlthätigkeit übe, muss ich sie überall üben dürfen aus Rücksicht auf die Wohlthätigkeit. Nun, meine Herren, es liegt mir durchaus ferne, zu sagen, dass die zionistische Partei, der Gongress, wie Sie das immer fassen wollen, W^ohlthätigkeit üben soll. Das sollen Sie anderen Organisationen überlassen. Aber es erscheint mir, abgesehen von der momentanen Nothlage,

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