Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 57)
- Language
- German, English, Hebrew
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- 57 - Ich habe nun noch einen zweiten Punkt zu erwähnen. Es handelt sich um ein specielles Schmerzenskind von mir, das ist die statistische Commission. Diejenigen verehrten Anwesenden, welche voriges Jahr an den Arbeiten des Congresses sich betheiligt haben, werden wissen, class der •Congress in seiner Gänze, ich glaube sogar1 einstimmig, der Ansicht war, dass eine derartige Arbeit dringend nothwendig ist, um die socialen und Berufsverhältnisse im Judenthum genau kennen zu lernen. Ich glaube, das Wort „sociale Verhältnisse" ist nicht so schrecklich, wie man es hier von mancher Seite nimmt, und gestatten Sie mir, zu betonen, class meines Erachtens der colossale Effect der Eecle unseres verehrten Vicepräsidenten Dr. N o r d a u, nicht nur hier, sondern auch auswärts, im vorigen Jahre und heuer gerade darin liegt, dass er die sociale Lage des jüdischen Volkes geschildert hat. Ich vermisse in den Ausführungen des Herrn Referenten auch eine Erklärung darüber, was dieses statistische Comite im Laufe des letzten Jahres gearbeitet hat. Es sei mir noch gestattet zu bemerken, dass das Actionscomite mir die Ehre erwiesen hat, mich in dieses Comite einzuladen, dass es mir jedoch aus rein persönlichen Gründen nicht möglich war, mitzuwirken. Es wurde eine andere Commission eingesetzt, und ich glaube, •es würde uns interessieren zu wissen, was die Commission im Laufe des Jahres geleistet hat. Nun komme ich zum Finanzberichte. Ich glaube, jeder von uns weiss, dass in einem Vereine, auch nur in einem Vereine von ganz gewöhnlichen Dimensionen es in der Generalversammlung usuell ist, dass man den Versammelten die einzelnen Daten gibt darüber, was im Laufe des Jahres geschehen ist und was geleistet wurde. Es ist das Budgetrecht der Versammlung; der Congress besteht doch aus Delegierten des ganzen jüdischen, wenigstens eines grossen Theiles des Volkes, welches zum grossen Theile — ich habe es theilweise selbst gesehen und auch von vielen aus Russland und Armenien gehört — oft den letzten Kreuzer für den Schekel hergegeben hat, und dieses Volk hat wohl das Recht, durch seine Delegierten zu erfahren, was mit diesem Gelcle gemacht wurde. Ich kann daher die Ausführungen des Herrn Dr. L o e w e nur aufs kräftigste unterstützen. Wir können nicht von vornherein auf das Recht verzichten, zu wissen, was mit dem Gelcle geschehen ist, zu welchem Zwecke es verwendet wurde und insbesondere, was in Bezug auf Agitation, Propaganda, Organisation u. s. w., geschehen ist. Wir sind hier zu dem Zwecke einer gemeinsamen Berathung und einer gemeinsamen Verständigung. Es ist möglich, dass nach einzelnen Richtungen der eine oder andere etwas auszusetzen hat, gerade in Bezug auf Agitation, in Bezug auf Herausgabe der Blätter, und ich muss hier betonen, dass es in den weitesten Kreisen der Zionisten mit Bedauern constatiert wird, dass wir kein Jargonblatt haben.. Ich glaube, dass nach verschiedenen Richtungen diese Fragen cliscutiert werden könnten. Meines Erachtens kann es in dieser Richtung keine Geheimthuerei geben. Es wird im Interesse der Partei viel vorteilhafter sein, auch von dem Standpunkte der Parteitaktik nützlicher, wenn man uns sagen wird, in welcher Weise die aus den Händen des kleinen Mannes gesammelten Beträge verwaltet und verausgabt worden sind. Hiemit schliesse ich. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen einerseits, Zischen andererseits.) Del. Bambus : Meine Herren! Die von einem Herrn Vorredner verlangte Entwicklung grosser Gesichtspunkte, die Programmrecle wäre nicht sehr zweckmässig bei diesem Punkte der Tagesordnung angebracht. Wir haben ja eine Programmdebatte und bei dieser Gelegenheit