Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 35)
- Language
- German, English, Hebrew
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Vors. Dr. Herzl: Wollen Sie freundschaftlichst diesen Commentar unterlassen. Ich habe deutlich gesagt: will der Congress die Liste en bloc annehmen — das schliesst eine Wahl aus oder will er wählen. Will er wählen, dann .... Del. Dr. Landau : Das wäre ein Ergänzungs«ntrag. Vors. Dr. Herzl: Es gibt keinen Ergänzungsantrag. Das Wort hat Herr O. Marmorek. Del. O. Marmorek: Ich beantrage ferner die Wahl eines Programm - ausschusses von 11 Mitgliedern. Es sind folgende Herren vorgeschlagen: Dr. Norclau, Prof. Mandelstamm, Bernhard Lazare, Reverent Dr. Gaster, Dr. AI. Marmorek, Dr. Menczel, Dr. Jasinowsky, Dr. Schur, D. Wolffsohn, Hickl und Frau Professor Schapira. — Ich beantrage die en bloc-Ann ahme dieses Vorschlages. Del. Dr. Friedemann: Ich möchte zunächst richtigstellen, dass auch Dr. Schauer nicht zugezogen worden ist. Ich möchte infolgedessen beantragen, dass wenigstens Herr Dr. Bodenheimer für die deutsche Landesvereinigung zum Programmausschusse zugezogen werde. (Beifall.) (Dr. Kohan-Bernstein: Wird mit Vergnügen acceptiert.) Del. Dr. Bodenheimer: Es wäre unrichtig, das Comite zu erweitern und ich bin aus diesem Grunde dafür, class es beim Vorschlage der Permanenzcommission verbleibe, wenn ich auch im Interesse der Sache gewünscht hätte, dass gerade die Programmcommission mit grösster Vorsicht bezüglich der Auswahl der Personen zusammengesetzt würde und dass man auch der deutschen Zionistenvereinigung Gelegenheit gegeben hätte, die ihr geeignet erscheinenden Personen in diese Commission zu nominieren. Lediglich aus praktischen Gesichtspunkten bitte ich aber, den Antrag der Permanenzcommission anzunehmen. (Widerspruch.) Dr. Kohan-Bernstein : Ich muss bemerken, dass wir auf die Wahl des Herrn Dr. Bodenheimer bestehen. Das erkläre ich im Namen der Permanenzcommission. Wir können ihn nicht vermissen, wir wollen ihn in unserer Mitte haben. Es wird auch ein Vertreter der amerikanischen Interessen in den Programm ausschuss gewählt werden. Vors. Dr. Herzl: Ich bitte diejenigen, welche für die en bloc- Annahme dieser Liste sind, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Bitte um die Gegenprobe (Nach einer Pause): Die Liste ist angenommen. Del. O. Marmorek: Ich habe nur noch den letzten Ausschuss vorzuschlagen, das ist der, der sich mit den culturellen Angelegenheiten, mit Erziehung und Literatur zu beschäftigen hat. Für diesen Ausschuss sind vorgeschlagen : Redacteur N. Sokoloff, Dr. S a m u e 1 P o z n a n s k y, Rabbiner Dr. J e 1 s k y, Rabbiner P. R o z o w s k y, Sehe f f e r (Rabbinowitsch), Prof. Dr. G o 11 h e i 1, Rev. Dr. M. Gaste r, Rabbiner Dr. Rülf, Rabbiner Dr. Ehrenpreis, Dr. Leopold Kahn (Wien), Rabbiner Dr. Thon (Krakau), Dr. K. L i p p e, Ben Ami (Rabbinowitsch). Ich bitte um en bloc-Annahme dieser Liste. Präs. Dr. Herzi: Zu diesem Punkte hat das Wort Herr Syrkin. Del. Syrkin: Ich rathe ganz entschieden ab von der Annahme dieser Liste, durch welche die Commission zusammengesetzt erscheint aus beinahe lauter Rabbinern, die in Culturfragen eine ganz speeifische Stellung einnehmen. Wir können die Fragen über jüdische Cultur nicht den jüdischen Rabbinern überlassen; das wäre eine Gefahr für die gestimmte jüdische Cultur. (Widerspruch und Beifall.) Es gibt innerhalb der Judenheit Leute, welche den atheistischen Standpunkt vertreten und welche in socialer Beziehung ganz anderer Gesinnung sind. Wir müssen die Zahl der Rabbiner in diesem Ausschusse auf das geringste be- 3*