Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 31 — Dr. Landau (fortfahrend): Ich ersuche Sie im Interesse des Zionismus, im Interesse unserer Sache, bei der Zuscimmensetzung des Ausschusses auch auf unsere Partei Rücksicht zu nehmen und keine Organisation zu schaffen, ohne derjenigen eingedenk zu sein, welche in erster Linie bestimmt sind, nach Palästina zu gehen. Ich appelliere an Ihren Parteisinn und Loyalität und bitte Sie, an die vorhandenen Vertreter der zionistischen Arbeiterorganisationen nicht zu vergessen. Um aber auch nicht den Schein eines Verdachtes gegen mich zu erwecken, als ob ich im eigenen Interesse sprechen würde, so erlaube ich mir die Wahl des Herrn Max Hickl vorzuschlagen. Vorsitzender: Es ist durchaus nicht nothwendig, solche Gegensätze in unsere Berathungen hineinzubringen. Ich erlaube mir zu bemerken, dass auch ich Vertreter der Erdwachsarb eiter von Borysiaw bin. Diese sind jedenfalls ebenso berücksichtigenswert, wie die von dem Herrn Vorredner namhaft gemachten Arbeiter, und ich könnte aus diesem Grunde ebenso, wie er, die Wahl in die Commission verlangen. Uebrigens können die Herren ihre Ansichten bei der Wahl zur Geltung bringen. Ich will mich nur dagegen verwahren, dass von vorneherein Classenunterschiecle gemacht werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Hickl: Ich möchte mir den Antrag erlauben, dass auch ein Mandat einem mährischen Delegierten zutheil werde, nachdem die mährischen Zionisten in der österreichischen Bewegung einen Factor bilden. (Beifall.) . Zum Antrage des Parteigenossen Dr. Landau möchte ich. obwohl ich nicht alles, was er gesagt hat, unterschreibe, bemerken, dass ich es für gut finden würde, wenn ein Vertreter der Handeisgehilfen und Arbeiter in den Ausschuss gewählt würde. Del. Syrkin : Auch ich schliesse mich dem Antrag Landau an. Es wäre allerdings vom ethischen Gesichtspunkte aus wünschenswert, •dass Classengegensätze innerhalb der Judenschaft nicht vorhanden wären. Es ist dies incless eine Thatsache, die sich nicht bestreiten lässt und nicht zu eliminieren ist. Um allen Classen innerhalb der Juclenheit, welche nach den schönen Worten des Dr. Nordau den Zionismus darstellt, .gerecht zu werden, würde ich vom Standpunkte der Loyalität und der Weiterverbreitung der jüdischen Agitation innerhalb des Judenproletariats beantragen, in sämmtliche Commissionen Vertreter der organisierten Arbeiterschaft hineinzubringen. Dr. Kohan-Bernstein: Verehrte Congressmitglieder 1 Ich habe zur Genüge verstanden, auf welchem Standpunkte die gesammte Bewegung steht. Es hat keinen Sinn, besonders jetzt, wo alle in Frieden zusammen arbeiten sollen, dieses Kampfes Erwähnung zu thun. Ich behaupte, dass wir jetzt nur auf einem Standpunkte stehen, alle dem Proletariat zu helfen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Hier ist kein Ort zur Theilung in Bourgeois und Arbeiter. Dann behaupte ich, dass die organisierten Arbeitervereine noch •einen so kleinen Percentsatz der Zionisten ausmachen, dass sie eigentlich noch nicht berechtigt sind, einen besonderen Delegierten hinzusenden. Ich glaube, wir können fest darauf rechnen und es wird für uns genug Garantie sein, dass diese Arbeitervereine in Betracht gebogen werden, wenn Dr. Herzl als Delegierter der Boryslawer Bergarbeiter hier ist. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Schauer: Ich wollte natürlich dasselbe sagen, wie Herr Dr. Bernstein. Ich erlaube mir, die beiden Herren, welche Anträge gestellt haben wegen Vertretung der Arbeiter, auf die Consequenzen dieses Antrages aufmerksam zu machen. Sie handeln im politisch-reactionärsten Sinne. Denn das Ideal der Reaction ist die Classificierung, die