Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 32)
- Language
- German, English, Hebrew
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- 32 — ständische Gliederung. Das wünschen bei uns die Hochconservativen und ist in Oesterreich theilweise schon durchgeführt. Ich glaube, dass Sie da nicht im Sinne Ihrer liberalen demokratischen Principien handeln. Del. Wolffsohn : Ich beantrage Schluss der Debatte. Vors. Dr. HerzI: Es ist Schluss der Debatte beantragt. Ich werdediesen Antrag zur Abstimmung bringen. Gemeldet sind die Herren Dr. Mintz, Fabius Schach, Dr. Farbstein und Dr. Ettinger. Ist der Antrag mit oder ohne Anhörung weiterer Redner gemeint? Del. Wolffsohn : Ohne Anhörung! Del. Dr. Malz: Zur Abstimmung bitte ich ums Wort! Vors. Dr. HerzI: Ich bitte! Del. Dr. Malz: Dadurch werden die Rechte der Congressmitglieder vergewaltigt und ich beantrage, dass über diesen Antrag namentlich abgestimmt werde. Vors. Dr. HerzI: Sie wollen doch keine Obstruction machen? Dr. Malz: Dieser Antrag ist auch Obstructionsabsichten entsprungen. Es ist eine geringe Anzahl von Rednern gemeldet, und ich sehe nicht ein, warum diesen Rednern das Wort entzogen werden soll. Del. Wolffsohn: Ich bitte um das Wort zur Geschäftsordnungt Vors. Dr. HerzI: Herr Wolffsohn! Del. Wolffsohn : Meine Damen und Herren! Es liegt im Interresse des Congresses, dass die Geschäftsordnungsverhandlung hier sich nicht, in die Länge zieht oder gezogen wird. (Lebhafte Zustimmung.) Es wundert mich sehr, dass speciell Herr Dr. Malz, der hier als Ordner gewählt worden ist, einen derartigen Antrag gestellt hat. Vors. Dr. HerzI: Ich bitte nicht persönlich zu dlscutieren. Del. Wolffsohn: Es soll jetzt die Mittagspause eintreten. Wir haben in den drei Tagen wichtige Berathungen und sollen uns jetzt mit derlei Kleinigkeiten aufhalten! (Lebhafter Beifall.) Deswegen habe ich den Antrag auf Schluss der Debatte ohne Anhörung von weiteren Rednern gestellt. (Dieser Antrag wird von Hrn. Temkin und Dr.Nordau ins Russische, beziehungsweise Französische übersetzt!) Vors. Dr. HerzI: Die Damen und Herren, die für Schluss der Debatte sind ohne Anhörung weiterer Redner, wollen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause): Die- Debatte ist geschlossen ohne Anhörung weiterer Redner. Dr. S. R. Landau: Ich "bitte ums Wort Vors. Dr. HerzI: Ich denke nicht daran, Ihnen das Wort zu geben. Del. Dr. Mintz: Ich bitte, zur Geschäftsordnung! Vors. Dr. HerzI: Ich bitte! Dr. Mintz: Hochgeehrte Versammlung! Ich habe mir das Wort zur Geschäftsordnung erbeten, um Sie darauf aufmerksam zu machen, dass der Antrag des Herrn Dr. Landau mit der Geschäftsordnung und dem Geiste der Geschäftsordnung nicht rechnet. Ich möchte Ihnen gegenwärtig halten, dass nur unter der Voraussetzung überhaupt ein Delegierter als Vertreter der organisierten Arbeiterschaft erscheinen kann, (Ruf: Das ist zur Geschäftsordnung?) wenn wir bereits in die Prüfung der Wahlen eingetreten sind. Nach der Geschäftsordnung ist es die erste Voraussetzung, dass wir überhaupt in die Prüfung der Wahlen eintreten. Auf Grund der Prüfung erst werden wir erkennen können, ob der eine oder der andere Delegierter der Arbeiterschaft ist. Es ist daher von vorneherein ein Zirkel, in dem wir uns bewegen, und eine Absurdität, wenn wir überhaupt in die Debatte darüber eintreten. Im Sinne der Geschäftsordnung beantrage ich daher, über diesen widersinnigen Antrag ohne weiters zur Tagesordnung überzugehen.