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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 25

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 25 (sequence 25)
Language
German, English, Hebrew
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- 25 — Lebensverlangen in sich birgt. Und da müssen wir uns denn überzeugen, dass vieles, was noch lebendig schien, so lange man davon keine Lebensbeweise verlangte, thatsächlich todt ist. Zahlreiche Juden sind vom Judenthum auch äusserlich abgefallen. Dieser Abbröckelungsprocess hat seit der Zerstörung des zweiten Tempels niemals ganz stille gestanden, er ist in den letzten Jahren in den Ländern des Westens besonders lebhaft geworden. Eine ungleich grössere Anzahl Juden aber sind sich bisher über ihren inneren Abfall vom Judenthum nicht klar geworden, obschon dieser Abfall thatsächlich stattgefunden hat. Sie hielten sich selbst und die Welt hielt sie für Juden, sie waren aber Juden nur aus Gewohnheit, aus Bequemlichkeit, aus Geistesträgheit. Ihr Judenthum setzte sie zwar der Verfolgung aus, aber theils hatten sie nicht mehr Ehrgefühl genug, um unter der Verfolgung zu leiden, theils fühlten sie sich als interessante Opfer, was kein unangenehmer Seelenzustand ist. (Lebhafte Heiterkeit, Beifall und Händeklatschen.) In Stunden der Schwärmerei glaubten sie Dichtern wie Disraeli, George Elliot, Alexander Dumas Sohn, die vom Judenthum, seiner Sendung, seiner Macht, seiner herrlichen Zukunft ein schmeichelhaftes Bild entwarfen, und schwelgten in diesem Traume, der die Schönheit und die Unwirklichkeit von Träumen hatte. Positive Leistungen forderte ihr Judenthum von ihnen nicht. Die 613 Gebote und Verbote des Schulchan Aruch belächelten sie. Die Gemeindesteuer drückte sie nicht schwer. Den Weg zur Synagoge brachte ihnen häufig nur der Versöhnungstag in Erinnerung. Sie überredeten sich dennoch selbst, dass sie gute Juden seien, weil sie Heine liebten, (Lebhafte Heiterkeit, Beifall und Händeklatschen) sich an Daniel Deroncla erbauten und auf den Ruhm von Kugel und Schalet nichts kommen Hessen. (Lebhafte Heiterkeit, Beifall und Händeklatschen.) Da tritt mit einemmale der Zionismus auf und ruft diesen Juden zu: „Auf! Ermannt Euch! Thut eine That! Erarbeitet Euch und Eurem Volk einen Platz unter der Sonne! Ruhet nicht, rastet nicht eher, als bis Ihr die gleichgiltige und selbst die feindliche Welt überzeugt habt, dass Ihr ein Recht besitzet, als Volk wie die andern Völker zu leben und Euch eures Lebens zu freuen!" Plötzlich hat es mit dem faulen Auch-Judenthum und Bauch-Judenthum, (Lebhafte Heiterkeit, Beifall und Händeklatschen) mit dem passiven Hindämmern, Hinschlurren in überlieferten Gewohnheiten ein Ende. Da wehren sich denn diese Scheinjuden mit einer Kraft der Empörung, die uns eigentlich humoristisch berühren sollte. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) „Ja, wenn die Freude an den Sabbath- Gerichten nicht länger eine ausreichende- Bethätigung unserer jüdischen Gesinnung sein soll, dann thun wir nicht mehr mit", erklären sie entrüstet und verkünden uns bösen Störern den Vernichtungskrieg. Hier streichen die Rabbiner den für sie in der

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