Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 14 — er zur Verbreitung unserer Ideen imternoHimen hat, und an seinem Grabe waren unsere Kölner Freunde versammelt und haben ihn so gefeiert, wie er es verdient hat. Wir haben ferner den Tod zweier junger Leute zu beklagen und zwar des Anton Wassilewski, der eine ausserordentlich agitatorische Kraft entfaltet hat, und des Dr. Koroltschuck, der ebenfalls auf einer Agitationsreise sich den Tod geholt hat. Wir beklagen ferner den Tod des Präsidenten der Zionisten in Crajova, Dr. Jacobsohn, und Sterner aus Lemberg. Zum Schlüsse lassen Sie mich des grossen Rabbiners gedenken, dessen Anschluss an uns eine so ausserordentliche Bewegung im Osten hervorgerufen hat; es war dies Rabbi Samuel Mobile wer, der durch sein ehrfurchtgebietendes Leben, durch seine Hingebung an unsere Ideen, durch die Opfer, die er unserer Bewegung gebracht hat, sich unauslöschliche Verdienste erworben hat. Seit dem Jahre 1875 stand er mitten in unserer Bewegung. Er gründete im Jahre 1882 in Warschau den ersten Zionistenverein und begann die Golonisation Palästinas mit der Gründung der Golonie von Rischon Lezion. Mohilewer, der zu den strenggläubigen und starren Juden gehörte, hat dadurch, dass er sich vorbehaltlos uns anschloss, vollständig den Beweis erbracht, den andere erst für nothwendig halten. Er hat den vollen Weitergang unserer Bestrebungen nicht erlebt, aber wir halben eine gewisse Genugthuung, wenn wir daran denken, dass dieser alte Malm am Ende seines Lebens in einen Schimmer hinausgeblickt hat, den wir, wie er, für die aufgehende Sonne halten. Sie haben sich zum Zeichen der Trauer erhoben; ich glaube, dass dieser Kundgebung nichts hinzuzufügen ist. Das Wort hat Herr Dr. Max Nordau. (Frenetischer, langanhaltender Beifall und Händeklatschen. Hochrufe auf der Gallerie). Dr. Max Nordau: Geehrte Versammlung! Wieder ist mir die Aufgabe geworden, eine zusammenfassende Darstellung der allgemeinen Lage des jüdischen Volkes zu geben. Es ist eine undankbare Aufgabe, denn sie verurtheilt mich zu Wiederholungen. Ich habe heute nichts wesentlich anderes zu sagen als im vergangenen Jahre. Es ist nirgendwo besser, und es ist an manchen Stellen schlimmer geworden. In Russland hat sich kaum etwas geändert. Die Wirkungen des Gesetzes, das die Juden aus dem Schankwirtsgewerbe ausschliesst, machen sich stärker geltend. Der Zugang zu den höheren Bildungsanstalten wurde den Juden noch mehr verengt und erschwert. Einer der höchsten Würdenträger des Reiches liatte eine berühmt gewordene Unterredung mit der Abordnung einer jüdischen Wohlthätigkeits-Gesellschaft. In dieser Unterredung «erkannte er die ausgezeichneten Eigenschaften unseres Stammes