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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898 · p. Seite 8

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
2 (1898) Basel, 28. bis 31. August 1898
Date
1898-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 8 - Wie es bei der Besitzergreifung durch eine der bestehenden Mächte, sei es welche immer, wäre — das ist eine andere Frage. Das Land ist nicht nur die.Heimat der höchsten Ideen und des unglücklichsten Volkes, es ist auch durch seine geographische Lage von bedeutender Wichtigkeit für ganz Europa. Da wird in einer Zeit, die nicht ferne sein kann, eine Gultur- und Handelsstrasse nach Asien führen. Asien ist das diplomatische Problem des nächsten Jahrzehnts. Wir dürfen vielleicht in aller Bescheidenheit daran erinnern, dass wir Zionisten, denen man so gerne den praktischen Blick abspricht, diese kommende Entwicklung des europäischen Wettbewerbes um einige Jahre früher als bevorstehend erkannt und angekündigt haben. Man sieht heute schon, wie das geht. Sie wissen, mit welcher Aufmerksamkeit jeder Schritt einer Macht in dieser Bichtuug von den anderen beobachtet wird. Und wrenn der modernste Fürst der bewohnten Erde in nächster Zeit eine Fahrt nach den heiligen Stätten unternimmt, so hört man aus den Commentaren der öffentlichen Meinung aller Länder eine gewisse Beklemmung, ja stellenweise sogar offene Feindseligkeit heraus. Dieses Land kann und wird wohl nie in den Besitz einer einzelnen grossen Macht gelangen, denn es ist das bestbehütete; es wird nicht nur von seinem jetzigen Eigenthiuner, sondern auch von allen übrigen sorgfältig bewacht. Wird es also bis ans Ende der Tage in seinem gegenwärtigen Zustande verbleiben müssen? Das wäre wohl tür alle Theile bedauerlich, eben weil allgemeine Cultur- und Verkehrsnothwendigkeiten davon abhängen. Das osmanische Reich hat seine unverwüstliche Lebenskraft im letzten Kriege neu bewiesen. Die Türken haben die vorzüglichsten Eigenschaften, sie sind tapfer, grossmüthig, aufopferungsfähig — nur die Eigenschaften, die zur Cultivierung und Industrialisierung eines Landes erforderlich sind, besitzen sie nicht. Das ist eine Thatsache. Darum wäre für sie die Zuführung eines friedlichen, unternehmungslustigen Volkselementes, welches-gerade die dort entbehrten Eigenschaften hat, tür die Türkei eine Stärkung, eine Bereicherung. Es ist nun unsere Aufgabe, an der wir unablässig arbeiten, die Bedingungen für eine Verständigung in dieser Hinsicht herzustellen. Wir dürfen sagen, dass der türkischen Eegierung die vollkommene Loyalität unserer Bestrebungen wohlbekannt ist, (Lebhafter Beifall.) Wir wollen keine Ansiedler einschmuggeln (Lebhafter Beifäll) und überhaupt keine Thatsachen zu schaffen versuchen ohne vorherige Abmachung. Wir hätten nämlich keinerlei Interesse daran, eine wirtschaftliche Kräftigung der Türkei herbeizuführen, wenn wir dafür keinen Gegenwert erhielten. Die ganze Sache ist nach dem einfachsten Recepte' von der WTelt zu machen. Es lautet: do ut des! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)

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