Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 30 (11.12.1897)
- Date
- 1897-12-11
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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*Seite 4. Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Ieitung. Nr. 30. Modulation-von D-moU nach 4-dur, ,zuvor im engen Nahmennur eines Taktes, eine 4.-dur-, O-dur-, einen Septakkord- undschließlich die ursprüngliche D-raoU-Harmonie. vermittelst einesin Achtelwerthen durchgehenden Dominant-SepWordes einep nichts verwandten Tonart nach 4.-dur zu Leiten? Ein Gleiches gilt; auch von der Harmonisirung des 2. Taktes .der 6. Zeile, S, 9- und noch anderen Stellen. . Solche Vorkommniße regen zu ernstem Nachdenken an undliefern einen weiteren Beweis für die Stichhältigkeit der schon oben;' augedeuteten Vermuthuug, dass bei diesen Compositionen eine; einheitliche Gedankenrichtuug nicht obwaltet, man vielmehr des; Eindrucks sich nicht entledigen kann, dass hier mehrere Köche; mitgewirkt. Die-Arbeiten verrathen durchwegs den gewandten; Musiker— wir mochten bezeichnender ״Orchestermusiker", sagen —^ Lenn-allenthalben wird beunruhigend empfunden, dass hier entweder; eine orchestral gewandte Hand nachher Schablone, ׳oder überhaftet gearbeitet hat. Selbst in der Schablone kann sich die: Meisterhand bekunden, wie aus Bethovens Fidelio zu ersehen ist;? auch diese Oper ist bekanntlich durchwegs — •_ auch in Heu- Gesangsstimmen — orchestral empfunden, .aber welch' ein Gottes-; funke-sprüht mrs hier entgegen, :während bei der vorliegenden Arbeit ausschließlich dem leidigen Effekte gehuldigt und um ein! Linsengericht von ganz unberechtigten^ daher auch überraschenden Mkordfolgen der gute Geschmack leichthin geopfert wird.! Mau dürfte einwenden. die Gesäuge seien, für .eineu gewissest begrenzten Kreis geschrieben und .müssen.-daher :unter;dem Gesichtspunkte eines Uebergangsstadiums beurtheilt werden, das gestehenwir zu;׳. doch sind;die Compysitjonen׳. so:, vollwerthig disponirt. dass bei: nur "eiüigermaßen feinfühlig-musikalischer Bearbeitung denselben׳ d.er^Stempel des Bedeutungsvollen hätte aüfgkdrückt wMden-können. Wir bedauern.-dies, schon-,v.yu, lvege1; des tüchtigen Collegeu Bachmann, in erhöhtem׳ Maße jetzoch mit .Rücksicht auf .die .wirklich. gute. Anlage!der!-vvrlieg'ellde« Eompositioneu.- —Wir gestehen ,zu, . dass wir. -unsdieses Eompositioneu gegenüber in peiulichster.Verlegenh eit befinden^ indem allenthalben das PZatter! einer überaus tüchtigen musikalischei! Kraft.zu beobachten ist 7— und. mau-, trotzdem;nicht zu einem musik-ästhetischem Vollgenusse gelangen kann. Die ganze Rüstkammer musikalischer- Behelfe, erscheint geplündert und. in den Dienst der vorliegender;Arbeiten gestellt,; das winzigste Solo- Quartettchen und die größtmigelegteste . Doppelfuge;. , katholische Shoral-Pfunduoten und ganze Takte von. Zweiunddreißigstel- .Fioritureü /— ,alle erdenklichen Rhythmen, sogar ein Marsch- Ryth ums Tempo di Marcia mit einem darauffolgenden Larghetto ,ec. tc.; kurz Alles ist aufgeboten. um die Gegenstände recht drastisch herauszuputzeu - sa sogardie musikalisch gewandte Hqnd ist MelHMeu;bemerkbar und doch — es, verlässt-uns der Gedanke nicht, als ob uns eine Unruhe eutgegentönte,, der wir -uns vicht erwchren Dmten. Wir finden für: diese -Erscheinung keine, andere :Ursache, als die ays, allen Compositioneu> sich -wiederholt ergebende, ja ״sich, gleichsam aufdrängeude Thatsach.e .Her Zwitterarbeit, :Man, und ׳Aufbau dev Arbeiten,sind. zumeist .schl- und formgerecht-doch die Ausführuyg eine,---weim .auch unbestreitbar gewandte, jedoch keineswegs den Verhältnißen ,entsprechende. zumindest keine befriedigende. Es;überkömmt uns .das Gefühl, als ob ein Meister die Conturen entworfen, jedoch eine .leichtfertige, wenn: auch. farbengeübte Hand die. Illustration .׳::. - Um!mit von-den.vieler! Belegen Kr biefc ujifere:Behauptung ein einziges, aber erschöpfendes Beispiel anzuführen, weisen wir darauf hin, dass in der Mnsik-Composition gewisse Manieren verpöntsinb und demnach von besseren Musikern nicht zur Anwendung gelangen :dürfen. Als-solche muß jede melodische oder, harmonische Phrase erachtet werden, welche nach einander auf eine oder mehrere Tonstufen versetzt, .ein oder mehrmahl zur Wiederholung gelangt. Diese verpönte Manier heißt in der Musikterininologie Rosalie*), zu deutsch.״Schusterfleck".. Solchen Schüsterflecken begegnen-wir in dem vorliegenden Wexke allenthalben. Man verträgt, mit Rücksicht auf die beliebte Spielerei mit Sequenzen, einen solchen Schusterfleck nothgedrüngen, allein.ein ganzes Aufgebot solch' verpönter Spielereien.muß-jeden besseren Musikei d.egomiren. Nachdem wir die Licht- und ,Schattenseiten der in den!B.achinanil'schen.Werke ״Schirath:Jakob" vorfiudlichem Chor compositiorieu ehrlich und rückhaltslos gekennzeichnet, müssen uni trotz Allem zugestehen, dass demselben ein gewisser.cultnrhistorischei Werth nicht abgesprochen werden faiui, und wenden uns nun den! rein traditionellen. Theile desselben zu. . , > - —--— ' (Fortsctzung folgt.) ״Es werde Acht!" Ein -Beitrag znin-Commentar, der Schöpfungsgeschichte : ... ... von Rabbiner I. Baum.. (Fortsetzung). . . - Und, werfen-wir einen aufmerksamen, .forschenden Blick in die, sichtbare. Körperwelt, so .machen wir die Wahrnehinung,- dass die,Hmmstichen- .^organischen:....Wesen,׳. Pflanzen und Thiere, in beständiger, innerer Thätigkeit, sich, bestiiden, die zu ihrem Gebeihen nöthigen Stoffe anderer Wesen in sich aufne'hmen 'und dieselben ,assimilieren, d. h, der eigenen stofflichen . Mischung . ghnlich machen., DieseHtpffesetzen sich im Jnnerlrab, ,dadurH,Dyixken ...sie , das.Wachsthum, der -Körper von innen , nach außen,', bis sie dc^ Maxinsum ihrer Form erreicht,haben,. Erwägen, wir..bei eiqex solchen,.Betrach tuqg die verschiedenen VerhalttMe, .aller .Wesen, der irdischen Schöpfung. nach, ihren Eigenschaften,'. - nach ihrer ,Gestaltung und/.Zusammensetzung/ so sinden wir -bei.Ienffelken. eine unendliche, bewunderungswürtzige Mannigfaltigkeit. Wir gelangen aber ״ auch. gleichzeitig. zur Ueberzeugung, .dass diesen unzähligen Verschiedenheiten dennoch unwandelbare Gesetze der Natur zugrunde liegen', denen gemäß lmebcr die. herrlichsten Uebereinstimmnugen in der Einrichtung jener Verhältniße, in 'der..Thätigkeit und in dein gemeinsamen Zusammenwirken der ׳Verschiedenen Körperorgane sich' knndgeben. "In diesen Uebereinstünmungen äußert sich eben ein wohlgeordnetesEntwicklungs- und Lebenssystem, dessen Ursprung unbestreitbar in jefiem Systeme zu finden ist, demgemäß Gott die Wesen seiner Schöpfung hervorgebracht hat. Trägt ׳ja Alles in der Natur, das Kleinste, wie das Größte, deutliche Spure»/und Merkmale dieses Ursprungs! Jene/,Gesetze: aber, - auf denen dieses Ursprung basirt, bleiben.:trotz aller-Forschung ffürv alle Zeiten .:das -Wunder d er S ch öpfu u g;״Werke, des. Anbeginns", das Werk eines ewigery -unerforschlichen,: allmächtigen Wesens, dessen, unveränderliches:.Dasein in diesen unabänderlichen Normen, so wieiwder-Natur jedes pnzAnen Geschöpfes auf. das Herrlichste sich,.vffeubqrt, -, ,'׳,. , יi'‘;,iף •י;../. :״ Wirgelangen' nun.: zur . ersten Entwicklungsstufe.;.. ,,Und .Gott-. sp.rach.: ״Es.:werde.Llcht!"da ward.Licht. .Gott fah.das Licht, dass es gut war, und, Gott.schied .zwischen dern ^ichte.mnd cher.Finsternis. Und.Gost nannte tzas.Licht.Tag,rmd.'ß.i^Fmfje^nis spannte, er: Nacht.Es war - :Abend, und^ :entstand-, ein. Morgen: Hin^Tag//7.(der,KHöpfnpgsWtwiMuug);^,P, 1,, ^.^.5. .55];::;MÄräch-׳Schrcharth^si;vxrinijiht.e: tzDisten." -starftchtfidZtz׳)Bezeichmmg ״Rosalie" von dem italienischen Volkslieder ״R08a1ia cara mia.“