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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-12-11 · Heft 30 (11.12.1897) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 30 (11.12.1897)
Date
1897-12-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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vvr. 30. Gefterreichlsch-ungarische Lantoren-Zeitnng. Seite 5. Die erste Entwicklungsstufe׳ im Weltschöpfungsakte deranschaulicht uns die. heilige Schrift .durch den göttlichen Rufs *״ /יהי אורEs werde Licht!" Durch diesen Ruf offenbart sich der! Wille der Allmacht über dem Welt-Chaos,*) Gotst woll te und! sein Wille war dazu maßgebend, denn der über den ״Ürwässern! schwebende Odem Gottes" ist ein frei wollender'Geist, dessen Welt der Ursprung der Schöpftmg ist. . ׳ , Was für ein Licht war es aber, womit der Gottesgeist diesem /Schöpfungsberichte, gemäß sein begoiinmes "WünLerw'etk gekrönt hat, da die Sonne und die anderen Fixsterne!,' jene zum selbstleuchteuden Weltkörper, die als Lichtquellen ' den sie umgebenden Raum erhellen, erst in einem 'spätem Schypsungs- ,Stadium zur..Entwicklung gelangten? Und wie hätten denn .״Abend״ und .״Morgen", ״Tag" und ״Nacht"! ohne, die normale Stellung-!und Bewegung der Erde und der.' andern Weltkörper' zu einander entstehen können?.' Dass die Gestirne in! ihrem Verhältniße zu einander bei der Schöpfung .die Bestimmung erhalten haben, als Zeitmesser, lmmüdf(וליעדים), zur Festsetzung für Zeitabschnitte zu dienen, d. h. Tag und Nacht, das.-Jahr und die Jahreszeiten,zu bewirken, geht ja deutlich aus dem weitern Wortlaute der bibl. Schilderung hervor. Schon Augustin machte die richtige Bemerkung, dass nicht j ed e s Licht Tag und nicht' jede Finsternis Nacht bedeuten, sondern nur wenn Licht und Finsternis in bestimmter,Ordnung mit einander ahwechseln,. entstehen Tag und Nacht. Wohl lässt sich von Seite der Nalurwissenschaft die Möglichkeit, der Ent-; Wicklung eines kosmischen Urlichtes, als eine elementare, leuchtende Substanz/ nicht in Zweifel ziehen; aber wäre die Lichtmasse voll der Sonne und׳ den andern Himmelskörpern zur- Entwickelung; gelangt, so wäre doch offeübar keine Ursache vorhaildeü gewesen^ wodurch diese Lichtsubstanz ihre' leuchtende Wirkung unterbrochen י hätte und ׳! wodurch ' tit regelmäßiger/ Abwechslung Nacht > mch Tag hätten entstehen könnem Und wie könnte aüch das Licht ZU' allererst in's Dasein gerufen worden, sein, da -doch vor oer -Entwicklung des. Erdkörpers.derWeltraum und der Dunstkreis (Atmosphäre), diese Haüptbedingungen der Lichtwirkung/ noch ׳nicht entstanden wären? Es!ist daher evident, dass wir in den ' . ׳ *) Die Bezeichnungen ״Gott sprach". ..Gott sah" ü. dgl. sind Anthröpomorphismkn (Bersinnlichungen Gottes in Menschengestalt).- wie sie in der Bibel sehr oft und in verschiedener Form zur Anwendung gelangen. O-sX דברה תורה ,.die Thora spricht nach Art der Menschen" äußert auch Raschi in ähnlichen Fällen ganz richtig. Das Sprechen Gottes bedeutet die Willensäußerung Gottes und die Aeußerung der Gedanken Gottes. durch getroffene-Beschlüsse, Anordnungen und Einrichtungen in der Schöpfung und Regierung des Weltalls, oder durch Eingebungen, Offenbarungen u5 dgl. . Gott sprach.: ),Es werde Licht!" heißt also eigentlich: Gott beschloss - die Verwirklichung seines weltschöpferischen״Gedankens: Hieraus entnehmen wir, 'dass ,die S^öpfung keine Emanation: (Ausfluss) der Geschöpfe-aus deni Wesen Gottes, vielmehr ein aus freiem Willen vollzogener Entwickelnngs-' akst.des absolutenWcÜgeistcs ist. ׳•׳ ׳!Ebenso ist der Ausdruck: /.Gott sah, dass es gut war"..die bloße- Versinnlichung des Ausdruckes, göttl. Wohlgefallens, seiner Selbstbefriedigung. Diese gelangen immer zur Aeußerung. sobald irgend welche ׳ausgeschicdcnc Stoffe sich verbindend in Zeit und Raum cintraten. Gleichzeitig soll dadurch ׳das Vorhandensein irgend etwas Bösen ncgirt und gelehrt werden, dass nicht wie bei den heidnischen-Gottheiten , dem Guten sein gegnerisches Böse gegenüber steht, sondern, dass^ Gott: nur Gutes geschaffen hat und eint Gegner alles.. Bösen' ist/ —, Die' einzelnen Dinge sind g n t. Als aber!! ),Gott.s'ah All es, was er gemacht hatte";. ׳ טובמאךMM ״stehe,, da-' ' wär' .es. s e h r g.wt!".(K. 1V- 3l). Dieses ist ebenso sinn-. wie' lehrreich : /Nämlich,!nichts'in der-göttlicheN-׳Schöpfung steht du ohne güten, weisest! ürp..uub/!-für^ .W/Hak/ seitte;. weise-. Bestimmüng; doch W letnj einzelnes ' Distg ohne Fehfer, ' ohne EinschrSnknng, whne Gebrechxis, ahnst cnlgefnhrten Versen em Symbol, die sinnbildliche Darstellung einer Idee, zu erblicken haben, wodurch gleichsam die Schilderung des ׳geheimms- und wundervollen Vorganges in der Schöpfung eingeleitet werden soll. Diese Idee ist ebenso erhaben, wie sinnreich, erhebend und begeisternd. ״Licht!" Ein Wahrhaft göttliches, hoch und edel tonendes Wort, ein! himmlisches Gut! Mit. einem herrlicheren Worte mit der Bezeichnung eines gleich himmlischen Gutes hätte die heil. Urkunde das göttliche Schöpfungswerk kaum beginnen können. Im Lichte liegt geistiges Heil und materieller Segen, Wahrheit, Sieg üpd Macht. Erkenntnis und Aufklärung, Klarheit und Reinheit, Freude, Wonne, Hoffnung und Seligkeit geben sich im Lichte cknnd Und werden durch׳ Licht versinnbildlicht. In! Lichte offenhart sich Gottes Herrlichkeit, Allmacht, Huld, Vaterliebe und Vatergüte. Licht ist die Quelle des Trostes» der Er- Hebung,' der Begeisterung, der Verklärung alles Schönen. Heiligen und Erhabenen. Licht gilt als Sinnbild der Gegenwart Gottes. Darum beginnt im heiligen Religionsbuche der Menschheit das Schöpfungswe.rk mit Licht, ist erfüllt vom Lichte, dessen Bestimmung ist, alle Menschenherzen vom Geisteslichte der Gottheit zu erleuchten, alle Menschengeister zu einen und zu erheben im Lichte des Ewigen-und Einzigen. - ״Licht" ist die Bedingung alles Lebens, es ist auch. .das Symbol der Läuterung trüber Zustände,, das Bild alles Klaren, Fortschrittlichen, Unverhüllten Deutlichen, Wahrnehmbaren, Fass- , hchen. Lebest und Wachsthum Erzeltge^^! Gestylt Verleihenden.! ' :!! V “ (Fortsetzung folgt.) Der rumänische Minister' des Jimern PH erekid-L hat bekanntlich in Beantwortung einer in der rumänischen Deputatenkämmer cin ihm: gerichteten Interpellation wegen der letzten Judenexzeffe in Bukarest alle Schuld an denselben den Juden 'zugeschrieben, welche durch ihr' angeblich aggressives Vdrgehen die christliche Bevölkerung, provoziert hätten.! ״״ Welche Glaubwürdigkeit diese etwas eigenthümliche Aeußermrg des rrrmänischerr Mnister des Innern verdient, der Nebel, ja oft ohne. Nachtheil für irgend ein..anderes. Doch auch triefe sind -npthwendig, weil das Gute ohne das Böse, das Schöne ohne das:Hässliche, : die-Tugend ohne das Laster, die Freude ohne den. Schmerz, das., Wohl - ohne .das Nebel n. dgl. nicht erkannt und wahrgenommen werden könnten. Durch, letztere werden die ersteren nur erhöht, sowie durch, den Misston - in der Musik der Wohlklang des Accordes nur erhöht wird.. . Die Schöpfung ist-so weise eingerichtet, dass, durch die vorhandenen Nebel die Harmonie des Ganzen nicht beeinträchtigt, durch Leidenschaften und Laster die Lebensfreudigkeit zum Schaffen des Gilten, zum Wirken am Edlen nicht aufgehoben, so wie das Licht durch die Finsternis, die Wahrheit durch die-Lüge niemals besiegt werden soll.. So lehrt cs das heilige Lehr- und Erziehungsbuch der Menschheit» die Bibel. - , /Ebenso wird durch diese beiden Gottesaussprüche gelehrt: hadie : einzelnen Dinge geschaffen wurden, so: muffen sie auch: ein Ende haben; denn Alles, was. einen. ,Anfang bat,: muß auch ein Ende haben. Davon zeigt ja auch der immerwährende Wechsel in der Natur. Dinge-vergehen, andere gleichartige, entstehen, die Emen sterben, ab und werden, durch Andere verjüngt, ersetzt. Das Universum.in seiner Gesammthxit mit stsnen. Hgüpttragerm ״Himmel und Erde" werden nicht vergehen, .durch. ein anderes, ,gleichartiges nicht, ersetzt werden. Es. wird fortbestehen, so!länge eL Gottes Wille sein wird. Deswegen heißt es von Üen'emzelnen Ditzgen . ״sie wären , -M",: während cs von der Gesammtwelt heißt:. ״sie ist sehr gut!" denn nur die'Welt in ihrer Gesammtheit/׳in ihrer Gesammteinrichtun^ ist , bestandesfähig. Sie ist aber auch vollkommen zweckentsprechend/indem daS ׳ ״Sine was' ׳ersetzt!was dem- Andern entgeht, das Hebest behebt/ was einem, i Andern änhaftest : .׳//■>: i,; :!,.׳'־.//.//:!;!׳;/•״r: v.•;

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