Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 30 (11.12.1897)
- Date
- 1897-12-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 30. Gesterreich isch-ungarische Lantoren-Aeilung Seite 3. Herr.Architekt Fleischerreferiert namens der I, Section über"den' einzüschlagenden Vorgang' bei der Besetzung der durch Mn 'Tod des Herrn Rabbiner Dr.. Moritz Deutsch ° freige- WrdeüeN Stelle eines Rabbiners des Ottakringer ׳Gemeindetempels und beantragt namens der Section. diese Stelle im Wege einer. atlch'meinen öffentlichen Eoncursausschrelbung zur Besetzung . 311' bringen. Am der Debatte 'über diesen ' Antrag netzmen fast alle Mitglieder th'eil und wird ' mehrfach die BesetzMig dilrch BerüfNng vorgeschlagen. Der Antrag der I. Section wird mit Stimmenmehrheit angenommen, sohin hie' ConcnrsaNsschreibung beschlossen.' " " ' י' י ייי' ''Herr, kaiserM Rüth Vogel referiert Namens der Finanz- Sektion' über das Ansuchen des. israelitischen Tempelveremes für den . XI. Bezirk Simmering ' in Wien um Subvention' für den.Ban' eines Tempels.. Der Referent setzt auseinander, dass düs׳ bisher vom Vereine benützte Betlocal nur noch ausnahms- Mise anlässlich' der letzten hohen Feiertage zur weiteren'Benutzung behördlicherseits gestattet würde, und verweist auf die besonderen localen Schwierigkeiten, -welche dem. Vereine angesichts der herrschenden Zeltströmung bei 'der Mkethe eines neuen Locales und bei Erwerbung eines in jeder Hinsicht passenden Bau-- grnnd.es entgegenstehen und stellt folgenden Antrag: Es sei in den für bas Venvaltungsjähr 1898 festzustellenden Voranschlag Ä'n Betrüg' von 10.Ü00 fl. als Ausgabspost ' unter der. Be- 'zeichilung ״ Sttbven'tioir״ für' die von. dem israelitischen Tempelvereine für den XI. Gemeindebezirk Simmering.,in.Wien piöjectirte "Errichtung eines Tempelgebändes in der' Lebergasse im! XI. Bezirk' einzustelleN. ' Die Äüszühlitng füll Ilnter . gewissen,! dem Vereine noch' näher zu bezeichnenden Modalitäten, erfolgen.! Insbesondere wird bedingt, dass das Baucapktäl des Tempels j ausschließlich der Kosten des Baugrundes mit'Inbegriff der! inneren׳ Einrichtung den Betrag von 30.000 fl. .nicht übersteigt,! Gegen ' dieseir Antrag Wird׳ seitens mehrerer Vorstandsmitglieder : darmif chingewiesenj hass der von dem Vereine angekaufte Ban-! platz in der Lebergasse ein. derart ungeeigneter sei,' dass .die : Cuitusgelneinde unter keiner Bedingung ihre Zustimmung zum: "Bap;geben, beziehüilgsweise zu" einem solchen Bau eine. Sub- ,? veiition nicht "gewahren Knne. ' ' .! - ׳''-MI der Abstimmung wird der Antrag auf ^Gewährung! einer.Subvention'' von 10.000 fl. mit dem Vorbehalte genehmigt.! dass/der Bau auf einem vom Vorstande der.Cültusgemeindr! .'M7geeignet' anzuerkenneüden' Platze ausgeführt werde. ׳ . . ^- '' / ' ' Die' hierauf folgenden Anträge. der, IV. Section, betreffend S/euerangelegenheiten, werdengenehmigt. Mber die Entwicklung i des Synagvigengefanges. j , Pön Obercaiitor I o s e f S's n g er in Wien. ' '1 •׳ ’';י';1';י׳; in. Serie Nr. IX. ' '; -׳/״/׳ Der im vorigen Aufsätze attfgerollte Lebensgang Bachmann's! ״fuhrt uns ׳wiemit׳ einem Zauberschlage Mitten in die Werkstätte, j allwo das von ihm herausgegebeneWerk״Schirath Jakob"entstäüö, j iiiib‘ ohne gewagt zu prüjudiziren, können wir uns beiläufig den! Charakter der vorliegenden Eompvsitionett vorstellen, deren geistiger! ^Schöpfer verürtheilt waw ׳Vorbeter, Kanfmänn, Opetichesangs- ׳schriler'/imd "e'ndkkch"wieder' Cäütor ׳zu׳'seit!.׳ Die' Eindrücke j ' chöWnaenet׳' Tage' prügeü' ja unbemerkt unserer Jndividnälktät - -Hre^ liefert Rnnenzeichbn - W׳ ׳^iW'dieselben׳ MÄen'Äann׳, oftmals; l-alkch - unbeabsichtiH den! Eharaktepi nuferesffpäteran^ Schaffens.. *..'5 ז •?>.<־: 21 .י uc.tl "1•*;׳.}c5r״ r Berücksichtigen wir das Vorausgesagte, so kann es uns nicht aüffallen, wenn die erste Nummer LecKo dqdi irr G-dur eine gewisse Mannigfaltigkeit von Stimmungen anfweist, welche bei Kirchen- oder Tempelgefängen nicht voranszusetzen wärerr. Der Text eines Osoflo dodineigt, wörtlich-׳genommen, allerdings einer Lkebesschilderung W, dennoch " erscheint uns" dieser Drei- Bierteltaktz welcher, bei nur' mäßig ׳beschleunigtem Rhythmus." zu sehr an den Walzer mahnt, etwas zu gewagt. Allein die fürbeü- 'reichen Meködkebküthen schießen so üppig nnd lieblich hervor, dass wir dieselben :alsbald Versöhnlich enkgegennehmen. Mit det Mannigfaltigkeit der aufsprießendeu- Melodien geht eine׳ gesättigte', ja-vielleicht etwas zn üppige, aber blendende Harmonistruikg Hand in Hand, nnd wemrgleich diese allzuwin-zigen Harmonien, vori'lberziehenderr Wohlgerüchen gleich, im rascheln Wechsel uns etwas betäuben, ja beunruhigen, so׳ ist die Gesammtwirklmg der Conchosition, allerdings mitRückfichtnahmeanfemminderästhetisches Publikum, doch eine günstige, nnd wir muffen gestehen, dass hier eine nuisikgewandtr Hand die Feder geführt. Nachdresenr freundlichen Zugeständniße dürfen wir jedoch die Frage micht zurückdrattgen, öb' hier in der Harmdniffrung nicht etlvas" zu-verschwenderisch vörgegangeu wurde, ob es vielmehr llicht' praktischer gewesm wäre, die reichen harmonischen Gaben etwas haushälterischer zu verwenden. Misste der ׳ Text sokonior ׳woisoobvr״ - in der E Pärtitnrzeile,'S. 5 deshalb wiederholt werdew,-׳däwik׳nmL'ml- 3. Takte vier, wenn auch nur verb'limrke Septakkördk-HnvmonieU sich häufen und! etwas - bennrnhigen, obwohl > man ׳ganF -begllem beim Worte '.-Mssoobsr dem ersten Septakkord 'D. & ruhig liegen lassen und" ganz folgerichtig gleich irach^' der 6׳k-ettt-r^ Härmomir-..' auflöfen und .dämi düs ' Baß-Sölo in ' Lk-Mr. bei Hrsobmionri.. eintreten lassen konnte? Man könnte einwenhew, vonwegen des Periodenbaues, allein wir meinen, es-wäre zweckdienlicher gewesen, selbst die erste Periode um zwei Takte abznNrzen. Oder, verlangt es die-Textverschiedenheit zwischen und ki hi nae^or im zweiten und dritten Takte der zwerterl'Partiturzeike, S. 4,'dass nach der glücklich bewerkstelligten Modulation nachplötzlich eine D-naM-Harmonie oder gärin der letzten Partiturzeile S. ß> zwischen dem 3. und 4. Takte nach einer 8-vaoU-Stimmrmg ganz rmvermittelt die O-clür Harmonie anstritt? - 'Es schwebt uns noch manche ähnliche Frage bezüglich .der etwas gewaltsamen Harinonisirnng auf den Lippen, allein wir drängen dieselbe an dieser Stelle absichtlich zurück, um anspätst gesammeltem, reicherem' Materiale den entsprechenden. Nachweis erschöpfender zrk erbrmgeir. Der zweite Lecha dodi in F-änir, Seite 9 weist dieselben Vorzüge und ^Mangel^aüf, wie- M vorhergehende. Die Vorzüge bestehen in der bkendenden Melodis, :lamentlich in der mit einer gewifien.MachtvollkommenheitaUPtretenden Tenorstimme. Wir begreffen, dass bei Schaffung, der vorliegenden Gesänge auf die StimMgattung des Herausgebers RüE׳ sicht genommen werden musste, begreifen jedoch׳ nicht- Mshalb diese Rücksichtnahme den Chorsatz beeinträchtigen muH; es will uns bedünken, als ob diese angestrebte Sonderstellung der EH0V- Tenorstimme zumeist ander anch in d ieser Nummer sich-klmdgebendöii überschwänglichen Harmonisirung Schuld wäre. Abgesehen davvn, idass die harmonischen Wendungen im raschen, oftmals nnberechtigwtt Wechsel auf׳ einanderstoßen, sind dieselben allerdings effectvoll, aber, auch erzwungen. Wözn der verminderte Ssptakkord-in V' - Tast-e-der- 1׳. Pürtitürzeile, S. d, 'wenn man von F-drw, reff», v-inoll nach O-dnr-Halbschlnss leiten will? Oder war es nöthig, l.M^TaMdsri4^.׳'Mrtimrzeile bei der leicht zu bewerkstelligenden