Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 30 (11.12.1897)
- Date
- 1897-12-11
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2. ... GesterpLiH^H-ungarische Lanloren-Aertung. d!r.-Z0^ einen voWLrdGeü Wieg M errWeb. HlMWÄ därauffolgenden Sonnabend der -Wnig mnd die MmiUkMer die Shnagoge, M -i der OnH Dächwümdes iWlWsEÄnr^B^sLchileü, mnd Penaforte zu MWWvM Wiener «ifmg, erfocht Mlchmamdes Meder einen glanzWM Wieg, so dass der König ihm vor seiner Abreise als Zeichen seiner Anerkennung ein Ehrengeschenk von 300 Maravedis machte. Die Dominikaner, tief beschämt, ob der erlittenen Nieder- Lage, suchten das Gerücht zu verbreiten, dass Nachmanides von ihnen total geschlagen worden wäre, daher er heimlich die Flucht ergriffen hätte. In Folge dessen sah sich Nachmanides veranlasst, eine wahrheitsgetreue Schilderung .der im. königlichen Palaste zu Barcelona stattgefundenen Disputationen zu veröffentlichen und sie nach allen jüdischen Gemeinden zu versenden. Als der Papst Clemens IV. dies erfuhr, konnte er in seiner Aufregung nicht umhin, dem König Jakob eine derbe Rüge zu ertheileu, weildieser die -Veröffentüchnng der Disputation -nicht strengstens untersagt hatte. ״״,״.״, König ,Jakob, der es mit dem Papste nicht verderben wollte, glaubte sich dessen Gunst erwerben und Absolution erchaltm zu Dunen, wenn er .NachpianHas; den größten imd angesehensten jüdischen Gelehrten Spaniens, - des Lan des v erweisen werde. Als siebettzigjähriger Greis wurde. Nachmanides aus der liebentheurenHeünath verbannt, wusste seine theureu Verwandten, Freunde und Verehrer verlassen und zum Wanderstabe, greifen. Wie einst Jehuda Halevi war auch er im Greiseualter bestrebt, einen laug gehegten Wunsch zu befriedigen und nach dem heil. Lcucke:zu wandern. . --- - Im Jahre 1375 musste Moses Koheu de Tordesillos in der in der größten Kirche zu Avila in ׳Gegenwart von Juden, Christen und Mohawedanern stattgefündenen Disputation den Talmud und das Zlchenthunl gegen Angriffe vertheidigen. Auf Anregung der israel. Gemeinde zu- Avila schrieb Moses Koheu. den Inhalt seiner Disputation in einem Werke ״Ezer ha Emuna״ nieber und übermittelte es der Toledaner Gemeinde mit dem Wunsche, dass sie ihm bei etwaigen Disputationen, die damals an der Tagesordnuuz waren, förderlich sein möge. Moses de TordesWos, j bemerkt Gräz, bewahrte in seinen Religionsgesprächeu Kaltblütigkeit: uM Mche,. so schwer es ihm auch wurde; kein verletzendes oder - scharfes Wort entfuhr chm, und er ermahnte die Toledaner, sich! mcht vom Eifer zu kränkenden Worten hinreißeu zu lassen. \ ״Denn die Christen besitzen nun einmal die Gewalt und vermögen; die Wrchrheit Mt Faustschlägen zum Schweigen zu bringen." ׳ Gesch. 7. B. 23.); ״ j Um dieselbe Zeit disputirte! auch?der Cardinal Don Pedro \ de Luma.. mit deur gelehrten Schem Tob. Jbu Schaprut aus i Todela Ln Pumpeluna über dje Erbsünde ,und Erlösung.. .Imi Jahre 1380 veröffentlichte Jbu Schaprut ein sehr treffliches j Md Ichrreiches Werk unter den -Titel ,;Eben. LoMsrr", in! welchem erDiehvshaften Vorwürfe und lügenhaftenVerleulnduuZLn f der bekehrungssüchtjigen Zudeiffeiude gründlich widerlegte.. ״ ,? - Das letzte Viertel des-vierzehnten Jahrhunderts war eine! marchrexreiche: Zeit für die Juden Spaniens. In Sevilla, lebte - ein faustischer, herzloser, beDhruugssüchtiger Priester, namens! Fernando Mortinez, der sich's gleichsam! zur Lebensaufgabe ׳ gAnachß, die Inden gewaltsamer Weise-zur-Annahmeher Taufe ' M zwingem Er pMrigte auf öf^ntsicheil Plätzen gegen: die ver- : sDKM-JudM -und eiferte die Menge an, die Ungläubigen zur. MfchyiöWug Hpes Glaubens ,zu zwingem:;WM?; ..Heden! wiEen zündend auf den raubgierigen Pöbel, der am 6. Juli 1391 übet die Juden herfiel Mid dM größtes Hheih derselbe erdrosselte. Die hervörragelidsten Rabbiner' und Privatgel'ehrteü gierigen bereitwilligst in den Tod'und die Masse folgte-'ihrem Beispiele. Nichts desto wenigertiahmen sehr visle,'um das nackte Leben retten zu können, zum Scheine die Taufe an, lebten äußerlich, christlich, während sie im Geheimen die jüdischreligiösen Satzungen und Bräuche strenge und pünktlich beobachteten. Es waren dies die ״Gezwllngenen" (Anüsim), die man!christlicherseits sp'ottlveise die ״Marranös" nannte. Unter dieseii Nenchristen gab es auch viele, die. da sie schon früher Skeptiker gewesen und 'nur aus Familiellrücksichten dem Glauben der Väter den Rücken nicht, gekehrt hatten, die nene Aera mitFreuden -begrüßten, weil sie ihnen nunmehr Gelegenheit geboten, ihren Ehrgeiz befriedigen und zu hvheii, einflussreichen und glänzend houorirten Stellen gelangen, zu können. Diese Skeptiker aber zeigten sich bald als die erbittertsten Gegner ihrer Stamiuesgenvsscn und suchten diese durch Denunciationeu snf ״alle, wügllche. Weise zu verfolgen.״ , .. Der gefährlichste unter diesen Renegaten war^WaMlel Levi aus Blirgos, der als Christ' den Namen Paültls Bürgensis oder de Santa Maria aunahin. Er. .erfreute sich vor seiner Taufe des besten Rufes und hatte sogar mit R. Jsak b. Scheschet fleißig corrHiyndirt,, Mein Wir Mhegreiizter Ehrgeiz trieb ihn zur Annahme des Ehristenthnms. Bald nach seiner Taufe verfügte er sich nach Paris, studirte auf! der dortigen Universität christliche Theologie und wurde nach.kurzer Zeit zum Priester geweiht. Es dauerte .nicht lange., und Paulus Purgensis wurde zum Bischof ernannt. -Von nun au war fein ganzes Streben dahin .gerichtet,׳ das Judenthum, und besonders /, den Talmud, in. Wort . und Schrift zn bekämpfen und seine früheren Bekannten und Freunde Zu .bekehren. Allein h.iese wiesen seinen unwürdigen Bekehrilggseifer entschieden zurück. Besonders Hart zu Leibe fuhr Hin',sein ehemaliger Schüler Josua Alorqni,. der ihm, in. seiner Schrift Lu satyrischer Weise zu verstehen gab, dass er, Santa Maria nämlich,, der früher als Rabbi streng religiös gelebt, ,nicht aus Ueberzeugung, sondern einzig und,allein, um seinen unbezähnibaren .Ehrgeiz, tute seine allbekannte Geld- und Herrschsucht befriedigen zu können, .zur.Kirche seine Zuflucht .genommen habe.!., Auch Profiot Durau, der während des Gemetzels 1391 in Catchonien zum ״Scheine, das Christenthum anzunehmen sich gezwungen./sah, schrieb! eine äußerst treffliche Satyre, in der er den Ehrgeiz d.^s .Renegaten Paulus deWanta Maria, der den damaligen.Kirchenstreit und den Kampf, der zwei Päpste benützte, und' sich, vom Papste Benedictus XIII. zu Avignon als ge-stigigess. Wertkzeug gebrauchen ließ, um hierdurch,zu hohen Würden,.gelangeii.'.zil ,können... in einer sehr freien aber furchtbar, beißend?» -Weiseg eißelt.e. ,. . _.. '. (Schluss folgt.) ,/ Aus vrr Wiener WultußMnstW^ : . (Bor.stands- Sitzuug v om 5. Dec em b er 1897 -Unter dem Vorsitze des Präsidenten kaiserl. .Rath Klinger. Der;: Secretär bringt Zur Kenntnis, : dass .Herr I. Jellmek, I., Vabrnbergerstraße 1.,,.für , die Gemeindebibliothek und :.dje Spitalsbibliothek eine Anzahl- Zeitschriften.und -Bücher;gespendet hat. Dem, Spender.wird der;Dank:votirt.; Hieran anknüpfeud richtet der Präsident an die!Vorstandsmitglieder-chas!,;Ersuchen׳ ln!ihren;-nnd: in; Freundeskreisen dahin; zu wirken/., dass;: die,;ge- .lefenens Tagesblätter, mnd!Zeitschriften!wem!!AltersversorgMgß- Hause, Seegasse;9, :für die, Insassen HMMen -;gespendet werden.