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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-12-11 · Heft 30 (11.12.1897) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 30 (11.12.1897)
Date
1897-12-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-imaarische Oesterreichisch-imaarische - «■ Redaktion n. Administration Wien, ENovaragasse 27. A. k. osterr. ssostsparcaffe. ' Lheck-Lonto Nr. 835,2-40. / Inserate werde» billigst berechnck. - Manuscripte werden nicht 1 retournirt. - ׳ ׳ ' ז י■"׳.•!-'"׳ Central-Örgaii Wr dir Intrrrffrn der Cmrtvre»! und Lultusstxsmten. ..... - k ' Erscheint jede^ zehnten Tag. Begründer: OberAnlor taood Lsusr.! P r!i n n in c ra l i o n S-P re iS. i» &e|lemkf1-llut1rtm Kalizjiihrjg . .... st. 5 — V'Nbj.ibrig.st. 2.50 > Fii vQTii nfonii ti.QIii l tmtbm 11t te i in, A״«k>i»r» i (i$rt11^.iäl)1־i(\.10 ,Wirf | oder 5 Rudel. | Fiiv g> cito Ate 1«>r» ÄlNizjnyrig . ..... st. 6.— [ BIu)1(ur111c»f«- 11. 31tfevtiom>-< 'j;beträte lind in Wien ruljtbur. “""Bsp—*S5-—-ו■—יי—amm•₪m■ו—ייי—■—י-י-יוי-^יייי-יי-"יי—mm—mmי“■יייי Wien, 11: Derember 1897. 17., .. 1 "״<ץ■ ■,׳,״ ־־..־־חי'י—.* I, ״■j1|p!T״■״י.״ . י .־־־־־■״*■ך■ ״;:־ ■ i . ■■ -י־■ Zur Geschichte : der Talmudverfolgungeiu; ר Bon Dr. M. H.'Friedländer. . HL " . ' In Aragonien herrschte in der Mitte des 13. Jahrhunderts König Joyme (Jakob.1.), der gleich dem französischen König ״Ludwig, dem Hei(itze!1": mit jrhck..er)' da er m FraükreH" Besitzungen hatte, öfters in Berührung kam.' die Judew (fümmt׳ ihren Gütern) als des Königs Eigenthum, oder richtiger״aks dessen Kammerknechte erklärte. ״Alle Inden und' Sarazenen", so läutet däs "diesbezügliche"Dekret, ״die in mfferen 'Reichen gehen,, gehörendemKömge und bleiben mit allen ihren Gütern in' besonderer Hut des Königs, und hat sich vielleicht einer.unter deü Schutz eines Edlen gestellt, so verliert er seinen Kopf, und alle 'seine Güter gehören dem Könige, wo sie auch.gelegen seien." UeberWs ist Kpnig Jakob I. von seinem . Beichtvater, dem DMchlkanergeneral Rahmond von Penaforte, dessen Hilfe und BEtznd ׳ er stets seines lasterhaften und unsittlichen Lebensw^Wels wegen in Anspruch nehmen musste, ,sehr'cheeinsinsst wMen. Der schlaue und herzlose Penaforte׳ hatte es ' sich zur Aufgabe gemacht, die moralische und geistige Existenz des Volkes Mfaei:durch'.allerlei Ränke mid Jntrignen/in Frage zu ׳stellen. Dr 'glaubte dieses.Ziel um so' eher erreichen׳zu können, ,als 'König Jakob, der" viel' gelebt und יי viel geliebt. ׳ Viel gesündigt und recht, viel 'Orgien gefeiert hatte, des Beichtvaters geistlichen Beistandes, oder dessen Absolution nicht entrathen konnte. Penaforte ließ in. den Schulen, die. unter, her Aegide der .-Dominikaner ständen", glich' Hebrälsch luid Arabisch unterrkchten) damit es' den Missionären durch die׳ Kenntnis" dieser '׳ Sprächen eher gelange, die Juden und Moh.amedaner bekehrend Ünd-fürdie ällein seligmachende Religion gewinnen zu -können. ' Dev Apostat^Pabloן Ehristiäni aus Montpellier wurde von ihm als Missionsprediger entsendet, um die Juden zu bekehren. Da jedoch alle Anstrengungen und Bemühungenfruchtlos blieben/ so fasste Penaforte -den Entschluss,- den König zu veranlassen, in seinem ׳ Schlösse eine öffentliche Disptttatiöw über Judenthum und Christeuthum'zwischen Pählo' ChristiaM-Md-deür von!allen Juden Spaniens' so'hoch- -verehrten RäWMoses b.Nachman (Nachknanides-Tzuneränstälten. Penaforte versprach sich viel von diese,! Disputationenv ulch glaubte sogar der Erwartung Raum geben zu dürfen, dass dirrch Dieselben Nachmanides, der bedeutendste und berühmteste Rabbiner , Spaniens, und mit ihm' sümmtliche Judengemeinden, bekehrt - werden würden. - i ׳ Nachmanides würde in Folgedessen vom König Jakob t eingeladen. 'm BareeWck zür feierlichen Disputation zu erscheinen: Er folgte dem an ihn ergangenen Rufe, hatte aber auch denMuth. .sich vom Könige vollständige Redefreiheit zuerbitten, was ihm a»rch״bexeittmlkkM-gewWM^wtMe. Vier Tage» (VKhl diMerte die Disputation im kömglichM Päkafie in- Gegenwartvßeker GeiMcher, hoherWürdenträger und zahlreicherJüden. Nachmanides gelang es alsbald, sich seiner schwierigen Aufgabe auf die glmtzendste "Weisezu entledigen. Einen schkägenden Einwirrf gegen die Mesfianität des Stifters des Christenthnms, der schon von alten Polemikern geltend gemacht wurde, ließ Nachmanides nicht unberücksichtigt. Sümmtliche Prophetenverkünden, dass׳ zur Messiaszeit eine sittliche Gehobenheit unter den Menschen allgemein herrschen, nnd dass namentlich Krieg und Blutvergießen aüshörett werden. Aber seit dessen Erscheinen sei die Welt erst von Gewaltthätigkeit und Ungerechtigkeit voll geworden. Die Christen "seien unter allen Völkern am meisten kriegerisch gesinnt. Und sichan den' König wendend, bemerkte Nachmanides: Es dürfte" Dir, o König, und Deinen Rittern schwer fallen, das Kriegshandwerk aüfzugeben, wie es das Eintreten der messianischen Zeit erfordert. (Gr. Gesch. 7. B. 14b). Nachdem die Disputation bereits-drei Tage gedauert und Nachmanides sümmtliche Einwendungen Pablos takt- und würdevoll, durch kräftige. Belegs entschieden zurückgewiefen "undsie als das, was sie waren, alsniedrige: gemeine Verleumdungen bezeichnet hätte, stellten die Barcelonaer Juden,׳ aus Furcht, -sie könnten von den Dominikanern verfolgt behelligt und belästigt werden, an Nachmanides das höfliche Ansuchen, er möge der Disputation ein Ende machen. Auch von nichtjüdischer Seite wurde ihm in wolwollendfter Weise hiezu geräthen. Nachmanides wusste diesen Wink zu würdigen und wollte, indem" er hievon' dem Könige Mittheilnng machte, die Disputation als beendet erklären, allein der König bestand daraus, sie fortzusetzen, bis sümmtliche Fragen gelöst sein würden/ Nachmaiüdesgehorchte, und es gelang ihm, über seine׳ Gegner

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