Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 23 (1.10.1897)
- Date
- 1897-10-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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-M. 23. Gesterreichifch-ungarische Läntorirn-Zeitung. __Seue -5. ׳/ Hebe betätigten in Vertheidigung solcher Institutionen, die ihnen' .?:anfchigs.'aüfghWlngst, würden. : Dieser,.,Anfang kcu,u,Wün sin der Zest des Antiochüs Dpi- - pH an es.,gesucht: werden,.!.als: die Macht. über" den Cultus des 'jerüsalemischen -Tempels bemühe fünfundzwanzig Jahre lang in den ׳Handeir solcher Hohepriester lag, die, dem Antwchüs zu gefallen, nicht nur mit den griechischen. Sitten kokettirten. sondern auch Willig die Hand boten, die alte Religion. Israels auszurotten. I ., Das erste Ergebnis der Bestrebungen der Hellenisten war - um 173 die Ernennung Jasons zum Hohenpriester: Jason be- ,gmm sein Werk des Umsturzes damit, dass er mit Erlaubnis Jes,Antiochüs Gymnasien für öffentliches Spiele errichtete und! .iu;..ber Umgebung, des Tempels einen Platz für olympische Spiele .׳einrichtete. - - Den Hellenisten jedoch'war Jason nicht genug Griechen- . freüüst׳ sie hielten ihn noch für einen jüdisch-nationalen Hohen- ' .Priester., der ihre maßlosen Bestrebungen wahrscheinlich einzu- . dämmen, suchte, weshalb sie auch Antiochüs bewogen,- an seine Stelle den :,verlässlicheren" Menelaos zum Hohenpriester zu ernennen (um 171). In Menelaos fanden die Hellenisten ihren iechten'Mann, der, um sich die Gunst des Antiochüs zu sichern das "Jlldenthum verriet. Die traurigsten :Blätter der jüdischeu Geschichte bilden jene Attentate, welche Antiochüs unter Assistenz, ches Menelaos an der Religion der. Juden verübte. Mit Waffengewalt-wurden die Juden gezwungen, den Cultus der griechischen Religion auszuüben. Das erbitterte Volk war unfähig, sich zu rächen, Menelaos wachte mit dem in der Akra - lagernden syrischen Heere über den eingeführten heidnischen Kultus. Nach zehnjähriger, hohepriesterlicher Amtsführung — oder besser Vergewaltigung — wurde er hingerichtet. Nach Menelaos hatte wahrscheinlich Inda Makkabi das Amt des Hohenpriesters verwaltet (Graetz D. p. 365), doch hatte er. Wichtigeres auf dem Kampfplatze zu thuu, welchen Umstand die . Hellenisten be- .nützten, um zu erwirken,, dass der Griechenfeind Alkimos mit der Wurde des Hohenpriesters bekleidet wurde. Alkimos gehörte nicht zu den Übereifrigen, wenigstens scheinbar, denn anfangs ' vertrauten ihm sämmtliche Parteien, aber' die geschichtlichen Quellen (angeführt bei Graetz III, p. 10 ff,) zeugen yon Ün- Zufriedenheit, weil auch Alkimos auf heidnischen Kultus zielende Anordnungen im Tempel getroffen habe. Nach seinem (159) erfolgten Tode blieb das Amt" des Hbhepriesters sieben Jahre lang imbesetzt. ' ' ' ■■;־׳■ , Also in Händen solcher Hohepriester lag beinahe fünf- . undzwanzig Jahre lang der Kultus des jerusalemischen Tempels, welcher Zeitraum ganz genügend war, eine Institution einzu-; bürgern, die, wenn sie auch ihrem Ursprünge nach völlig fremd wären, doch mit ihrem. Ideengehalte und ihren äußeren Riten . sich leicht dem Jdeeukreise und den Riten der Religion der Ahnen anschmiegen konnte. Das Wahrscheinlichste ist, dass Menelaos in Verbindung mit dem heidnischen Gottesdienst auch die eleusinischen Mysterien einführte. Während der Zeit seines zehnjährigen Hohenpriestertums konnte er mit Waffengewalt das Halten des Festes mit ausschweifendsten Orgien erzwingen. Ihm folgte Juda Makkabi, - der zwar den Tempel vom heidnischen Cultus gereinigt hatte, aber seine Tempelweihe geschah im Monate Kislew (im Winter) und am nächsten Tischrimonat, zur Zeit des Festes, da schon beinahe ein Jahr verstrichen war, sehen wir ihn bereits wieder auf. dem Schlachtfelde, während im. Tempel die Hand des Alkimos waltele. Alkimos hätte gerne alle Parteien befriedigt, er wollte aber auch MMunst'Ler^ sprisMwMachthaber nicht verscherzen, und so ist es wahrscheinlich..dass er von den heidnischeu Culten diesen einen beobächtenließ, dessen durch Menelaos , beförderte unsittliche Auswüchse er tilgte und den -er hem Rahmen.des. Gießopferritus einfügte, anderseits.konnteer mit-der Beobachtung dieses Freudenfestes auch den syrischen Machthabern ׳ Sand in die Augen streuen. Unter dem Hohepriestertiün des . Alkimos ünb dem darauffolgenden siebenjährigen Interregnum konnte mau sich so sehr gewöhnen.an dieses Fest,, dessen Heidnische Färbung auch immer blasser werden mochte, dass man es nach zwanzigjähriger Beobachtung nicht mehr für fremd hielt und es als ein ergänzender Ritus der Laubhüttenopfer betrachtet! wurde. Ja es' geschah sogar, kaum.em Jahrhundert, später, dass die Pharisäer revoltirteu gegen jenen Hohepriester, der statt nach Osten und Westen hin zu opfern— wie es bei den Eleusinen geschah — das Wasser zu seinen Füßen ausgoß. Die Annahme Ist nicht genügend begründet, dass'der opfernde Hohepriester — Alexander Jannai — diese Unschicklichkeit deshalb bedangen hätte, damit er die Pharisäer ärgere; im Heiligtum' hätte anch der sadducäische Hohepriester sich gescheut, daselbst ein öffentliches Aergernis zu geben. Es ist viel natürlicher anzunehmen, dass ' der Hohepriester, nachdem er den nächtlichen betäubenden Freuden'gestöhnt, so erschöpft vor den Altar trat, dass er sich über die Weise des. Opferns nicht zurecht fand. Wahrscheinlich geschätzen.infolge dessen Anordnungen, welche den zu Orgien ueigenden Charakter des Festes sehr streng, umschrieben. Auf diese Momente der -Umwandlung mag sich der Bericht der Ueberlieferung van der Teilnahme der Frauen beziehen. Zur Zeit des Menekaos waren die - Frauen die Rollenträger des Festes und die Männer waren nur als Zuschauer zugegen. Unter Alkimos übernahmen die Männer die Rollen und die Frauen waren die Zuschauer. Da sie sich aber auch-jetzt noch vermengten und Fälle von Leichtst,mworkamen, verwies mau unter Salome Alexandra die Frauen - auf Gallerien. Diese Gallerten wurden jährlich errichtet^ bis sie endlich gelegentlich der Banten des Herodes stabilisirt. wurden. WortetkläruWen. . :Vor einigen. Monaten.habe ich in diesem geschätzten Blatte eine Erklärung des Wortes ,:Zedakeb' gelesen, der ich׳ nicht recht znstimmen konnte, ich glaube vielmehr, diesen fitrArba kanfaus allgemein üblichen Ausdruck in folgender Weise abzuleiten. Die südlichen Bewohner Galiziens benennen das Arba kanfaus mit dem Ausdrucke ״Lab-Zudecket", welche Benennung auch-sehr richtig ist denn laut dem Din muß״das Arba kanfaus den größten Theik des Leibes bedecken. Das Wort sollte wobt richtiger ״Leibdeckel" gesprochen werden, unsere Vorfahren waren aber wortkarg und haben ״Zedakel" anstatt ,.Zudeckel" gesprochen. In den . älteren' Machsorim, und Kalendern findet man den Ausdruck קרובץ für diesen und jenen Feiertag. Gewöhnlich hält man dieses Benennung für eine Wbreviatur von קול דבה וישימה באוהלי צדיקים. Dieses ist aber nicht der Fall, sondern . Kravez bedeutet im Arabischen eine Verzierung über der Einfahrt zu einem Palaste. Sowohl der Rambam, Maimonides als auch der Bartonura in der I. Msobna Erubin erklären das Amattia mit Krovez, welches eine Verzierung über ^der Einfahrt eines fürstlichen Gebäudes, bedeutet. Im. übertragenen Sinne ist also unser קרובץ eine zierliche Jntroduetion zn einem Gebete. ׳ L. Mündl; Kostet.