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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-09-15 · Heft 22 (15.9.1897) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 22 (15.9.1897)
Date
1897-09-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite tz Deslerxeichisch-ungarische Lant^rbn-Ieitung. ')kr. 22. das Gefühl leiten lassen- und auch nüchterne VerstandsmMch«) wÄMOwch' diese G^ühle, die Sei den Juden für HMstiya Ä en, Uch't^deWrerfen^ dürfen.-׳ MrV-PrSf-en -tnüst man immerhin, oß - dieses Land' W M ünftre Zwecke - eignet: Aber myf reiat M, dass ׳falfipia gwade - SM geschaffen ist, - eine fHMtmiöe Kraft auf die Jud«! Mszüübest sie so lange dorthi'üzuhÄstH», M sie «ne EüktuMatiön geworden. Die Zionsg'Wle werdm verhindern, dass die Anden sich nach den FleischtHfei! Egyptens zurücksehnerü (Beifall-) Daher ist Palästina das einäge WPHacht Eonimende Land, es wird zum Bindeglied werden zwischen östkcher und westlicher Cuttur, durch seine Lage sowohl als auch, durch seine Geschichteauch ist unser Volk zur Vermittlung des Ost und West wie geschaffen. Dx. F a r b st e i n (Zürich) widerlegt die Anschauungen, dass die Mhen hlos zum Handel geboren wären, und sagt: die Juden selbst in Bahylv'y seien ein landwirthschaftliches Volk gewesen. Der Talmud ist das Werk eines Agrarvolkes. Die Juden sind erst in Folge bestimmter historischer Verhältmße gezwungen worden, unter den Völkern zerstreut und als Händler zu leben, und heute zwingen die Juden wieder andere Verhältmße, ein eigen Heim zu suchen und auch, die Sisherige Lebensweise aufzugeben. (Beifall.) Redner zeichnet die Geschichte und Lage der Juden im Allgemeinen, bespricht speciell die wirthschaftliche und sociale Lage der Juden in Rußland und Polen und kommt aus die Colonisation zu sprechen. Seit 17 Jahren ist man thätig, und kaum konnten 10.000 jüdische Bauern in Palästina angesiedelt werden, wahrend dieser Zeit aber über eine Million Juden allein aus Rußland nach Amerika, Argentinien re. ausgewandert sind; dies würde anders werden, wenn für die Ansiedlung in Palästina eine gewisse Garantie geboten wäre. M p n t a g, 30. A u g u st dritte C o n g r e s s s i tz u n g. Nach Eröffnung der Sitzung unterbreitete Dr. Nord au (Paris) der Versammlung das von einer eingesetzten Comm iss i o 11 ansgearbeitete Z i o n ist e n - P rog ra m m und empfiehlt dessen Annahme. Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. Zur Erreichung dieses Zweckes nimmt der Congress folgende Mittel in Aussicht: L Die zweckdienliche Förderung der Besiedlung von Palästina mit jüdischen Ackerbauern und Gewerbetreibenden. U. Die Gliederung und Zusammenfassung der gesammten Judenheit durch geeingnete örtliche und allgemeine Veranstaltungen nach Maßgabe der Landesgesetze. ITT Stärkung und Förderung des jüdischen Geschichts- und Volksbewüsstseins. IV. Vorbereitete Schritte zur Erlangung der nöthigen Regierungszustimmungen, um das Ziel des Zionismus zu erreichen. Dr. B i r k st e i n (Köln) protestirt in heftiger Weise, wiederholt von der Versammlung unterbrochen, dagegen, dass man von einer ״rechtlichen" Heimstätte spreche. Das sei gleichbedeutend mit einer Vertauschung des Bürgerrechtes in Deutschlaich Frankreich, England rc. mit dem — türkischen Bürgerrechte m Palästina. Wir wollen nicht mehr blos geduldet sein, wir wollen eine völkerrechtlich gesicherte Heimat Haben. (Beifall und Unruhe.) Dr. Herz'l ermahnt zur ruhigen und sachlichen Berathung. Ueber die Grundprincipien seien sie ja einig, das Ganze wurde schließlich nur als Wortstreit dargestellü M o tz k j (Rußland), Student aus Berlin, beklagt die in dem Programm auftretende Abschwächung der Zielpunkte. Die Fassung des Programms ist offenbar das Resultat eines geheimen Cvmpromiffes innerhalb der Commissionwelche den Boden der Herzlichen Ideen verlassen hat und zu den Anschauungenzürückgekehrt ist, die wir bekämpfen. Als die Zionistenbewegungaustauchte, dachte man allein nur an eine v ö l k e r r e ch t-l-i ch e HemiMtte. Dje Judensrage müsse gelöst und Völkerrechtliche Garantien geschaffen werden, sonst werde die- Bewegung , zurüchgedrängt und kommt ganz iw dasphilantropisch^ Mi n tz Wien) sprichtaüs," es nsich gegen jede Aenderungdes׳ dchs nicht um eine Fortsetzung der bisherigen Colonisation in Palästina Handeliikönne,' sondern um einfestes zionistisches Sö?ebem.-(Sbllrmi-fcher-B eifall:) - -'יי''"'׳ Dr.'Max Norbau beantragt hierauf die Annahme des Antrages per AeclamätioU als - Ausdrückeiner einmüthigeu begeisterten Kundgebung- Nach längerer Debatte Mxeffs Einschaltnng des Wortes ״öffentlich", wird das Programm sodann unter stürmischen' Zurufen Und Tücherschwenken - e i n st im mlg angenommen. ' ' ׳ c l ' - ’ Der nächste Punkt׳ der Tagesordnung betraf die ״z i o n i ft if ch e O r g a n i s a t i o 'Referent-" Rechtsimwalt Dr. Bodenheimer (Köln) erblicktin der trotz der- Gegnerschaft der eigenen Stammesbrüder zustande gekommenen Rational- Versammlung den ersten Keim einer festen Organisation. Die Organisation müsse so gehalten sein, dass sich ans ihr die staatliche Selbständigkeit entwickeln Gune. Redner ergeht sich nun in heftigen Ausfällen gegen die Protestrabbiner. Ob es unserem Volke gelingen wird, schließlich ein Staatswesen als den Gipfelpunkt nationaler Cultur zu erringen, muß der göttlichen Vorsehung überlassen werden. (Beifall.) Der Congress wird für immer das Hauptorgan der Zionisten aller Welt sein und an seinen alle zwei Jahre stattfindenden Berathungen wird jeder Zionist theilnehmeu können. Der Referent schlägt schließlich die Einsetzung eines Z i o.n i st e n - C e n tral - C o m i t 6 s. in Wien vor, nebst Gründung e i n e r j ü d i scheu B a n k, die später nach Paläsüna als j ü d i s che N׳ a t i o u albank verlegtwerden könnte: Am 30. August. 3 Uhr nachmittags IV. S i tz u u g. Dr. Herzt aus Wien eröffnet die IV. Sitzung. Dieselbe brachte eine lebhafte Debatte über Organisation und Propaganda. Von verschiedenen Seilen wird geklagt darüber, dass das Bureau dem Congress keine festen, fassbaren Vorschläge über die Form der zu schaffenden Organisation gegeben habe. Dr. Bodenheimer (Köln) entgegnet, dass es nach Sachlage der Dinge bis. jetzt noch nicht thunlich war, eine genaue Uebersicht zu geben. Eine Uebersicht werde man erst am nächsten Congreße bieten können. Der diesmalige Congress soll blos den Zweck haben, die Zionisten einander näher zu bringen. 31. August, Schlusssitzung. Dr. Herzl eröffnete die Sitzung und lässt durch S tein er, den Obmann der Commission, die Name!) der fünf Delegirten für das Centralcomits in Wien vorlesen: Dr. Herzl, Doct.or S ch n i e r e r, Dr. K o k e s ch, Dr. B1 r n b a. n m, Dr. I. M a y e r- Kremenitzki. Die Vorgelesenen werden mit Acclamation gewählt. Da aber Dr. Birnbaum die Wahl nicht annimmt, wird nach längerer Debatte Dr. Mintz gewäht. Dr. Kornseld— Brünn—Oesterreich, Dr. Salz — Galizien, Dr. E b n e r — Bukowi n a, Rabb. M ohilew e x, Pros. M a n d e l st a m m, Kob e n, B ern st ein und Rechtsanwalt Jass i l ew s ki—Rußlaich Dr. Lippe und Pineles—Rumänien, Prof. Vielk o w s k i—Bulgarien, Bernard L a z a r e—Frankreich, B a h a r für alle orientalischen Staaten, Dr. Rülf und Bodenheimer— Deutschland. Bei der Wahl, für Frankreich wurde No r d au. vorgeschlagen, der erklärtdass er unabhängig ohne Mandatweit besser für die Sache wirken, könne, auch Rufe: Zadoc Kahn. Die Engländer erklären durch. Rubinstein, dass die Engländer, Wenn sie auch, mit derx Beschlüssen des Congreßes sympathisiren, sie doch erst nach Rrsckkehr in ihr Hand zwei Candidaten nomiittren wollen. Dieselbe Erkläruirg; gibt. Amerika ah. Zum 3. Puykte, Nationalfonds, nimmt Dr. B o-den.h.eMer das Wort und/ schlggL die Resolution; vor: Die. Versammlung erklgrtdass. ste.MWäffyn^ -estes Fonds zur FMerung Sex zipiisstischeir Zwecke Hr yöthjg^halte und dem. nächsteii Congxeßp ein- EutMrf, darüber^ voxzulegen sei... (Peifjall.) D.a.ünnimmt Prof. Sch äp i r a das Wort"unh;'MgHt:.sMMtzry X Es, sollen^ von allen Juden der West, von Arch und Reich, ohne, jeglMertMckerschjch. so.weit. es die, Gesetze derjenigeir Staaten, ' denen''die betreffentseu Jüden alchehören,^: erlauben׳,, einmalige und periodische Beiträge zur Begründung eines^ allge- UMnew füdMemHonds ^gespmmelb werden:' ׳ 21'' Ztvü. Dritteb des: so. gebildeten, Funds: sölltzw aM TeMitovialfonds b^Pächjet׳werchen mchdürsemnup M-ErwerhunK

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