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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-09-15 · Heft 22 (15.9.1897) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 22 (15.9.1897)
Date
1897-09-15
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 22. GesterreiPsch-ungarische Lantoren-Zeitung. Seite 7. von jüdischem Territorium verwendet werden, während ein Mittel für Erhaltung, ünd Cültivirung des erwörbeuen Territoriums, sowie.für gleichwichtige allgemeine jüdische Zwecke Verwendung finden soll. ' ■ -- ■׳■■ 3. Das erworbene Territorium baff niemals veräußert, auch nicht all einzelne-Inden verkauft werden; sondern es kann nur öerpachketMd zwar auf höchstens 49 Jahre und nach noch auszuarbeitendM GrülidsätzM 4. Der oberwähnte Fonds darf an Capital und Zinsen nicht angetastet werden, bevor er eine. Höhe von mindestens 10 Millionen Pfund Sterling erreicht hat. 57 Bevor eine Summe aus den Fonds entnommen, .wird, muß erst für eine Garantie gesorgt werden, dass der Betrag vollauf in höchstens 50 Jahren wieder ersetzt werde.'. 6. Zilr Verausgabung einer jedew dir jährlichen Zinsen übersteigenden Summe aus dem Grundrapital des Fonds bedarf es der Stimmenmehrheit des plebiscitär-zu vernehmenden jüdischen Volkes, so gut dieses überhaupt ausführbar ist. 7. Söll der auszugebende Betrag die Hälfte des ganzen Grundcapitales übersteigen, so bedarf die Ausgabe einer Stimmenmehrheit von mindestens zwei Drittel aller erreichbaren Stimmen. 8. Die Verausgabung einer Summe bis zum Betrage der jährlichen Zinsen kann auf Beschluss der Verwaltung geschehen. 9. Soweit thunlich, sollen bevorstehende Ausgaben ein Jahr vorher dem Volke oder seinen Vertretern vorgeschlagen werden. Nur in dringenden Ausnahmsfällen kann sich die Verwaltung im Laufe des nächsten Jahres nachträglich Indemnität einholen. 10. Die Verwaltung wird von dem gegenwärtigen Cougress provisorisch bestimmt. Der nächste Cougress bestimmt definitiv für die kommenden zehn Jahre. Im Laufe der nächsten zehn Jahre soll ein festes Statut für die zukünftige Verwaltung aufgestellt werden. 11. Abänderungen dieser Satzungen können nur auf Grund eines Plebiscits mit einer Stimmenmehrheit von mindestens zwei Drittel aller erreichbaren Stimmen vorgenommen werden. 12. Einem solchen Plebiscite muß eine dreimalige Bekanntmachung mit Zwischenpausen von jeweils zehn Jahren vorangegangen sein, die jedesmal so gut als möglich unter alle Juden verbreitet werden müsste. Hierauf Schluss der Debatte, die den Antrag annimmt, ״dass an das ganze Volk ein Aufruf erlassen werden soll zur Schaffung der materiellen Grundlage für Anschaffung eines Territoriums beizustenern und dem Centralcomits die Technik dazu überlassen." Zum Punkte ״Colonisation" nimmt das Wyrt Doctor Schnierer. Es fasste Redner sein Referat in folgendes ResuMs zusammen : 1. Jede weitere Einwanderung von Juden auszusetzen, bis die öffentlich-rechtliche Stellung des Judenstaates gesichert. 2. Neue Colönien nur aus dem in Palästina schon vorhandeneli Menschenmaterial und zwar auf Grund freier Genossenschäften zu errichten. Adam Rosenberg wendet sich gegen die Hirsch'sche Organisation in Palästina, die nicht demokratisch genug, zu sehr von französischem Geists erfasst sei. Das müsse verhindert werden, das wäre kein Nutzen für den Zionismus. Hefr Df. Ehrenpreis ergriff hierauf das Wort Zum Referat'über dis h ebräisch e Litterätür. Rabbiner' Hr. C 0% 11 aus Basel gibt der Besorgnis der orthodoxen Rabbiner Ausdrück, dass das religiöse Judenthum durch das Natiönaljüdenthüm Mgewaltigt wekoen könnte. Dies fest auch der GMd ihrer üSteMüMf tzMutg gsgeN den ZiNistüüs. Besonders fürchiW diese'RabViüer>׳f§׳ sehr sie StznkpMh ien'für d i e Co lo ni-s äti ö u des heiligen Landes hetzektf - dass habet) die IMnisM ZezMMM werden könMü, W( Heiligkeit devSäbVäW und' Feiertagedie s P ¥i ifif ch i ü d i scheu L a n d g e s e tz e zu übertreten,- ׳ dass bei der religiösen RiMMg der'Mäjörität diese bepMzügt"Mrden könnte. Er bittet daher die Leitung um eine Aeußerung darüber. Dem Redner antwortete Herr Dr. Herzl: «Ich danke dM Hör'rn Dr, CWr für die Offenhötk MM MMagx. Wir häMr hier religiöse Mbätten mM zu fühM) Ich Mist ÄE aber aus vollster IteMzetchüÜtz ArM^ist 'Mss Äef ZiSWMs nichts .beabsichtigt, was die röMiösen Ueberzeügustgen legend einer Richküng innerhalb des Jübdttihmns vetlWtt Mistkd. Dr. Man d 'e l st a m m spricht M GüVMfM Md H'eistrü des Cougresses, nätnentlich aber Herrn Hr. Herzl Mr'MM der anwesenden Zionisten aus und hierauf wird der Uoügfess ge- Wien. Sonntag, den 19. 8. M. findet itn israelitischen Tempel zu Baden die Trauung'.des Frankem Rahel Fri e d in aNN, Tochter des bekannten Lectors Friedmann aut hiesigen Rabbinersemiüar, mit Herrn Alfred Edelstein statt. Wien. Donnerstag, den 9. d. M. Abends 6 Ähr fand; bic feierliche Jnstallirung des Neugewählten Rabbiners in der ״Schiffschul'", Herrn Sigmund Fürst, bisher Rabbiner in - Eperies statt. Unter den überaus zahlreichen Anwesenden bemerkte man die Herren Rabbiner Kuttner aus Eisenstadt,! Schwiegervater des neuen Rabbiners, Rabbiner I. B-. Kahn, Rabbiner Breuer, die Rabbinatssekretäre Fux und Braun, die Cultusvorsteher Dr. Spitzer, Dr. Berger und Sekretär Dr. Lieben in Vertretung .des Cnltusvorstandes, Obercantor Bauer, Cantor W e i n b e r g e r re. Am Eingänge des festlich geschmückten Tempels stand eine Chrrpe mit einem Transparent. Um 6 Uhr fand der Einzug statt. Voran schritt Herr Bondi junior mit dem ans den jungen Herren der Gemeinde bestehenden Ordnungscomite, und hieraus folgte Herr Rabbiner F ü r st umgeben vom Gesammtvorstande, der ihn zum Rabbinersitze geleitete. Obercantor Wittmann stimmte mit dem verstärkten Chore das ,Boruch haboh* und ״Pis’chu 11 * an, und hieraus trug Herr Cantor Löwy das Minchagebet vor. Nach Beendigung desselben begrüßte Herr Bondi senior namens des Vorstandes und der Mitglieder den neugewählten ״Raw", der dann mit einem wohlklingenden und kräftigen Organe seine Antrittsrede hielt, die durch geistreichen Inhalt und den formvollendeten Ausbau auf alle Anwesenden mächtig einwirkte. Das ״Hanossen teschuoh“ in wirklich künstlerischer Weise rccitirt vom Obercantor Wittmann, und das Kaiferlied bildete den Schluff der wahrhaft erhebenden Feierlichkeit. Bei dem innigen Connex zwischen der Schiffschul'" und dem ״Beth Hamidrasch* in der Schiffgaffe, an welchem Herr Rabbiner Kohn auch weiter wirken wird, können wir den aufrichtigen Wunsch nicht unterdrücken, dass zwischen diesen beiden Institutionen zum beiderseitigen Segen Friede und Eintracht erhalten bleiben mögen. Wien. Samstag, den 18. d. M. פי כי תבא feiert Herr Moritz Kulka, Obercantor der isr. Gemeinde Kolin, Bruder unseres verantwort. Nedacteurs Alois Kulka, das Jubiläum seiner 30-jährigen Amtsthätigkeit in der Koliner Eultusgemeinde, für den verehrten Jubilar werden mannigfache Ovationen vorbereitet. Mfek. (Böhmen). Fräulein Charlotte Friedländer, die Tochter unseres allbeliebten Rabbiners, hat sich mit Herrn Moritz Kurzweil, Cantor und Religionslehrer in Neu-Oetting, verlobt. Patzarr. (Böhmen). Die hiesige isr. Eultusgemeinde hat Herrn Cantor Heinrich Kühner, Schüler des Obercantors Bauer bisher in Austerlitz, nach einem mit vielem Beifalle aufgenommenen Probevertrage einstimmig zum.Cantor gewählt. GalaH Herr Obercantor Berger aus Kaposvar hatte hier einen durchschlagenden Erfolg, der darin auch Ausdruck fand, dass derselbe mit einen! höheren Gehalte, als im Coneürse ausgeschrieben war, acceptirt wurde. Für das zweite Jahr würde Herr Berger, der sich im Fluge die Sympathien der maßgebenden Kreise erwarb, eine weitere Steigerung^ des Gehaltes zugeßrgt^ - : ' . .. StrllrnVerärwrrmrWen Herr Obereantov DwM tmanu von Großwardein stach BndcchH (orthübMemMM; Herr Cantor M. Dlugatsch S0N Raab nach Skatina EMoakkeü): Herr Schön würde als Cantor in Austerlitz, Herr B. Goldstein als Cantor in Sträßnitz acceptirt.

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