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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-09-15 · Heft 22 (15.9.1897) · p. Seite 2

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 22 (15.9.1897)
Date
1897-09-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2. ^OesterWMM-üngarische Lantoren-Zeitung. Ätr.<22.- das Mn und das _. . ־ ., körMe. W Eüsstcn eMge HM HtzrWVWcndMr unseres BMfes Wk DU zch Wdt W vönDR W litten, die Hcrreü MÜegcn eines Besseren belehren und dieselben von der weitgehmdeu Cousequenz einer Vereinigung überzeugen. Was nützt ein Cantorcntag in der Gestalt und Form, wie selber bis nun abgehalten wurde? Was können 30—40 gewissenhafte und thatlustige Collcgeu, welche weder Mühe noch Geldopser scheuen und sich nach Wien begeben, um Bcrathungen zu pflegen, was können diese herbciführen, wenn die große Masse der Interessenten unbetheiligt bleibt? . :; Die Arbeit muß aber aus demokratischer Basis begonnen werden. Der Vorbcter und Schächter der kleinen Provinz muß ebenso Herbcigezvgcu werden, wie der kunstgerechte Sänger und Obercantor der Ncsidenzstadt. Es rühme sich da Niemand mit seiner Weisheit- Niemand mit seiner Kraft u. s. w., sondern mit Thateu zur Förderung des Heiles und Wohles des Cantorenstandes. Eitelkeit, persönliche Interessen, welcher Art immer, müssen hier un Hintergründe bleiben und Jeder unserer Schicksalsgenossen muß nur das zu erreichende Ziel vor Augen haben. Nichts von der Sache, Alles für die Sache!,Ein jeder, von uns, an den der Ruf zu dem abzuhallenden ״Cantoren- oder Cultusbcamteutag" ergehen wird, soll es für seine heilige Pflicht halten, demselben unter allen Umständen Folge zu leisten und sich für die uns heilige Sache warm interessieren^ Wir müssen durchdrungen von der Ueberzcugüng sein, dass wir aus den mit Fleiß und Ausdauer zusammengetragenen StaübkörncheN Lu Bälde einen mächtigen Fels gewinnen werden, welcher uns vor den tobenden und Unheil stiftenden Wellen Schutz bieten wird. Schließlich beherzige jeder von uns den Spruch Salomos (Spr. Cap. 9): ״Wenn du weise bist, bist du für dich weise, und bist du ein Spötter, trägst du's allein." Obercantor B e l a G u t t m a n n, Prag. M b er MorzeiHnMg ׳ 'etwas All-israelitische Gesänge. Gesammelt und zusammengestellt von Abraham Eiscnstadt, Cantor der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Besprochen von Obercantor Josef Singer in Wien.*) (Schluss). Der Psalm 100 Nisuror lesodoh wurde in der alten Synagoge allerdings gelegentlich einer Bris milob nach einer typischen Melodie gesungen, in der vorliegenden Eisenstadt'schen Piece ist jedoch kein Anklang an jene allbekannte liebliche Weise zu sinden, dafür soll die Piece mit der B-dur-Vorzeichuung, doch durchwegs vorherrschenden F־ und 0-Stimmung verblüffen. Wem diese exotische Vorzeichumig impouirt, dem möge diese erste Piece des zweiten Heftes für einen alten Gesang gelten, allein Ln diesem Falle rathen wir dem Herausgeber, au seiner eigenen wesentlichen Vorzeichnung nicht durch ein Heer von Erhöhungszeicheu zu rütteln. Das am Kopfe der Nummer vorgezeichnete B ist doch nach musikalischer Gepflogenheit für das ganze Tonstück maßgebend; wenn aber gleich auf der ersten Seite von 13 vorfiudlichen Tönen nur 6 als B, die übrigen 7 jedoch als H austreten, und auf der zweiten Seite von 9 Tönen 4 als Es die übrigen als nach E aufgelöst erscheinen so möge es der Herausgeber Niemandem verdenken, wenn man *) Es fällt auf, dass die Piecen des I. Heftes nummeriert, die des II. Heftes jedoch ohne Nummern verzeichnet sind. m ■;Irre MK>. , ,יי- : V . Dieses tzilt auch Hon der däraüffolAenden Hmce ZMru 1aad886^ 86RM ebodoÄb. DÜe 'dritte Nummer Häleliili el bekodscho ist vollständig modern und scheint in ihrem zweiten Theile irgend einer Solseggie zu entstammen. Nummer 4 Wje’soju ift eines der vielbekanuten Mgebdl,. doch mit seiner 6-dür und ^rftdll-Färbung durchaus neu. Was die Ahnen des Herrn Eisenstadt mit dem Scheken chowas, Esras, Brum aulom - und Rom' wenissoh bezweckten, ist uns wirklich unergründlich. Ein Nisebeberaeb nach lekuru-Buikori im Llaxvarier-Steiger ist . annehmbar,-wenigstens originell. Wir wissen nicht, weshalb die allbekannte Intonation zur Schmone essre Borucli ato für Samstag als für?arsebas Scbkolim bezeichnet ist, wahrscheinlich r mit Rücksicht auf die darauffolgende Or poneebo-Singweise. bei welcher charakteristischen Nummer wir etwas länger verweilen wollen. ■ - Wird uns auch in dieser genügend bekannten Weise gar nichts Besonderes geboten, so besitzt dieselbe trotzdem einige Gesichtspunkte, der wir unsere Aufmerksamkeit nicht vorenthalten dürfen. Zuvörderst die Vorzeichnung. Die Piece beginnt im reinen D-dur (zwei Kreuze), um hierauf in die lisebtabaeb-Scala auf der O-Basisüberzüleiten, kehrt alsbald wieder zum reinen ')-dar zurück, und schließt mit der lisebtabaeb-Tonart. An dieser Nummer kann auch der nichtjüdische Musiker sofort erkennen, welche Stellen alt, welche modern sind; allein die Vorzeichnung für die lisebtabaeb-Tonart, 2 B und ein Kreuz, muß entschieden als Abnormität auffallen. Wir wissen ja, was der Herausgeber mit dieser Vorzeichnung beabsichtigt, und die vorgezeichneten Intervalle B, Es und Fis sind ja auch die charakteristischen Töne der lisebtabaeb-Tonart ans der O-Basis, gestehen auch weiters zu, dass es sehr schwierig sei, für diese -lisebtabaeb-Tonart eine erschöpfende, wesentliche Vorzeichnung zu finden. Selbst Sulzer im II. Schir Zion hat zu einer Zeit, wo von einer jüdischen Scala noch gar keine Ahnung war, doch in künstlerischer Vorausfühligkeit zu den seltsamsten Vorzeichnungen seine Zuflucht nehmen müssen, allein eine solche bis nun nicht übliche Vorzeichnung (2 B und 1 Kreuz) so im Handumdrehen aus eigener Machtvollkommenheit als vollendete Thatsache hinzustellen, dazu fehlt wohl jedem Einzelnen von uns die Befugnis. Eine solche, das bis nun übliche, allgemein giltige Musikgesetz vollständig umstoßende neue Vorzeichnung müsste unseres Erachtens zuerst öffentlich vorgeschlagen und verhandelt und erst dann, wenn dieselbe vor dem Forum der Oeffeutlichkeit anderen ähnlichen Vorschlägen gegenüber die Feuerprobe bestanden, als gemeinsam angenommenes Gesetz decretirt werden. Doch stellen wir uns auf den Standpunkt, diese von Herrn Eisenstadt aufgestellte Vorzeichnung für die lisebtabaeb-Tonart auf der V-Basis (2 B und 1 Kreuz) wäre von irgend einem Cantoren-Congress angenommen, weshalb respectirt er diese seine eigene Aufstellung gar so wenig und rüttelt vielmehr in einemfort an seinem eigenen Gesetze? Wir lassen die O-dur-Vorzeichnung beim Borueb ato für Barsebas schkolim, als einem modernen Tonstücke angemessen gelten, weshalb aber wird beim Texte liwne w’nehem gewaltsam ein B eingeschoben? Oder aber, wenn die lisebtabaeb-Tonart geplant ist. weshalb tritt die lisebtabaeb- Vorzeichnung nicht schon bei umewi goel sondern erst bei melech oser auf? Doch Herr Eisenstadt scheint selbst keine große Achtung vor .,seinem" Gesetze zu haben; kaum tritt die Jischtabacb־ Tonart bei meleeh oser in ihr Recht, und schon im zwUten

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