Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 21 (31.8.1897)
- Date
- 1897-08-31
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4. Wsterreichisch-ungärifche Lantoren-Aeitung. Nr. 21 -.,KMolog. Wsi«r.,׳Leipzig' 7.1^18׳H'upd'Hn Doctor S. Pargha (Von benr eleufinifchen Mysterien,1 Ungarisch)^ Als Pluto die. PeiMhoue ^germcht hätte, - Legäb sich Demeter in tiefer Krauet auf "die Suche MH ihrer Tochter. Mt-leuchtender Fackel in der Hauch hurstreisie sie Länder Md Meere, ohne Speise, und ׳Krank zu auf ihrer ' Irrfahrt einkehrte und freundlich aufgenommen ward,. Lrachtss sic Segen auf Flur und Haus. Am zehnten Tage chrer Wanderung^Mn' sie''nach WuM' M sie müde am Rande ' emes^ /Brunnichs, /' sich/''mcherüH; in .tiefe Trauer versnDen, fanden '׳sie-hier die Töchter des Königs Keleos, die mit Arugen zür Quelle kamen, Wässer zu sschopfeu. Ermuntert durch ihre Theiluahme und bespM^ chWch'/Liö chytirenDchWe der Jambe,! gieng sie mit den Jungfrauen in den' Palast ihres Vaters, wo seither großer Segen 'sichtlich ward am Hause. Jedoch ließ sie im Schmerze über den Verlust der Tochter nicht mehr Fruchtbarkeit der Erde Werdech / uird/ da in Folge dessen große Hungersnoth drohte, brächte' Zeus' ein Uebereinkommen Dmschen Demeter uüd Pluto zu Stande. 7 PersMone/ sollte! nicht gänzlich zu ihrer Mutter zurückkehren, da sie schön der Untettvelt angchörte, doch vereinigten ' sie sich dahin, daß sie jährlich in. bestimmten Perioden längere Zeit bei ihrer Mutier auf dem Olymp zubringen' könne. Im Frühjahr komme sie, aber im Herbst, wenn der Landmann den Samen wieder sät, muß sie wieder zur Unterwelt niedersteigen. Dieser Mythos bildet die Grundlage des Cultus der Demeter und der Persephone, welcher gemäß der verschiedenen י Aeußerungen der griechischen Naturreligion in verschiedenen Formen geübt ward, aber immer nur dort, wo Stämme wohnten, die Ackerbau betrieben. Die größte Bedeutung hatte jedoch dieser Cultus im attischen Eleusis, am stillen Meerbusen von Salamis, wo alljährlich viele Tausende zu dem Feste kamen. Von Eleusis verbreitete sich dieser Cultus' — mit dem Dionysosdienst verschmolzen — nach Athen und von hier über ganz Kleinasien. Die Festfeier zerfiel in zwei Theile; im Frühjahr begieng man die Auffahrt der' Persephone und im Herbst ihren Raub. '■ Letzterer war der Gegenständ der eigentlichen Mysterien, der großen ' Eleusinen/ was im Gründe /nichts anderes gewesen, als was her Demeter in Eleusis. Widerführ.׳ ׳ - ' ^' Am Abend des "15ten .Boedromion (September) begann! das Fest. Sem ganzer Verlauf war' die Nachähmung des Suchend der' geraubten Persephone. Bei Fackellicht Trauerlieber surgend, beweinte und suchte man Persephone, bis man endlich am sechsten Tage mit festlichem Aufzuge von jenem Brunnen, da Demeter rastete, zum Meerbusen von Salamis sich begab, fröhlich tanzend, scherzend und so geräuschvoll singend, dass die' Berge von den Liedern widerhallen und Fackellicht den ganzen Meerbusen erfüllte, aus welchem man mit zwei irdenen Krügen Wasser schöpfte, das. aus dem einen Kruge gegen Westen, aus dem änderen gegen Osten von mystischen Worten begleitet als Opfer ausgegössen wurde. Dieser Schlusstag erhM feinen Namen ^/Plemochpe",! vomfirdxueü Kruge, und vom Wafferschöpfeu. Auch darf die geheimMvoll?!Lade nicht außer Acht gelassen werden, welche am Feste besonders heilig gehalten wurde 'Md dieunter anderem - Granatäpfel. Backwerk; und Salz; enchielt, Äls Symbole der durch - Demeter begründeten, besseren; Lebensart., \ . .. VV1׳/ ' : ■ . \ Mm';׳'üufängs! ' dmMn nur '׳liE EingeweihteÜ 'Äßheinen^spÄef jedoch' waren, ' Är'Äe ÄusländörMd 'endlich ׳bM die Perbrecher׳ ausgeschlossen. ' Mittelpunkt der ' ganzen .. Feier : war der Brünnen des Kallichorös, welcher ‘ auch' '״Brünnen der Jungfräüen" genannt wurde, wo Demeter rastete Undüber ' "welchen ' üüf Deweters. Weisung ein Tempel errichtet 'ward!. -- ׳ יי י י; ’! ^Die vornehwst'en FünctioNen hätten am Feste::!1. der der'bän Gesang leitete, 2. där ,,OaclöüMos׳, der die Fackeln beaufsichtigte. ' 3^ der ^Nr6r5Ü!6rüx"f der öffieielle^Verkünder׳'.'''des'''^ottesfrücheNs und :allerlei wisseiwwerther' Dinge, der ^^sii5ürä08"Vder׳öäs/Opser brachte Nebstdem, war' noch'' ein' besonders' züw Spielen der-Flöte, am: Feste die vornehmste Rolle ' führenden Instrumentes, ' Erkorener, der die. Bezeichnung ^Hisi-LÜläs" sichrfe. Zu erwähnen!ist noch die Sitte, dass/ ans Anlass des Festes jährlich ein äus vornehmer Familie stammender Jüngling ׳zum" ׳Priester des Altars geweiht wurde. I' ,!"; ־; '/' ׳־ i Deweter' war als' Göttin"׳ der Ernte^!zugleich 'Göttin der Fruchtbarkeit der Fraüeli.' .Hierauf bezüglich bestand ein eigener Cult, - an welchem nur verheiratete׳ Frauen theilnähmenf "In nächtlichen Orgien feierten die Frauen ,an den TesntoHörien Demeter, die sie um den Verlust ihres Kindes' beweinten iiiib zu der/ sie um Kindersegen flehten. ' /! ,' '""יי י י Der Demeterkultus erregte im Gemüt'e der Theilnehmer, abgesehen vom Segen der Fluren und des Mutterleibes, noch besonders in Bezug auf das Leben auf Eiden, wie stuf das jenseitige Heil, solche beseligende Gefühle, denn, die' griechischen Autoren (angeführt Und erwähnt sin Päüly, GW/.si? 108) reden mit der größten Begeisterung von der Freude und dem selig'eü Feste, das in Eleusis statthatte. ץ-•,־:;! ' י י;•-• Aus alledem ist zu ersehen, dass, obcheich die Quöllen auch von den Eleusinen nur lückenhäste Bruchstücke bieten, äüs den Berichten klar hervorgeht, dass jenes׳ Freudenfest des Wasserschöpfens, das im jerusalemitischen Tempel verlief, nichts anderes ist, als in jüdische Gewandung gehülltes eleusinisches Mysterium. . , י' י "י י In der Geschichte der Ausbreitung der ׳'Religion ׳ist eine Erscheinung bekannt, dass die Verbreiter einer Religion die Feste auf die alten Feiertage des besiegtest'Pockes Werleglen, jä, es Wurde, wenn nur möglich, an den ältgewohliteüWten Wichts geändert," sie erhielten nur eine" neue' Farbüüg.^D^llieterkillt konnte leicht eindringen in den jerüsälemifchen Eeinstel,f!st ׳ doch der dem Höedromipn-^rtfstttH'ende׳ Monat ' Tischri ' nicht nur voll von Feiertagen, sondern am 15. beginnt auch das ' sieben Tage dauernde Laubhüttenfest, dessen haüpsächlichste Bedeutung gleichsam auf die Fruchtbarkeit des Feldes Bezug nickmt: '־ Die Eleusinen begannen am 15. des Beödromion und dauerten sechs Tage läng. Das Läubhüttenfest begann׳ äm Abend des 14. Tischri und hatte die Dauer von sieben Tagen. In dieser Vergleichung finden wir den Grund dafür,' warum das Fest des Wasserschöpfens am"Ende des' 'ersten^ Tages der Laubhütten, das ist am Abend des 15. Tischri seinen Anfang nahm. Der Unterschied bestand ׳ nur darinl dass' man im jerusalemischen Tempel alltäglich Wasser ' schöpfte und ' opferte, während dies zu Eleusis nur am׳ letzten, am sechsten Tage׳ um Tage der ״Plemochöe" geschah. Doch ist zweifellos, dass '^der ׳ siebente Tag des Laubhütten, däs ist der ' sechste׳ Täg' des- ' Wasserschopffestes, entsprechend der ״Plemochoe" mit - besöuderer Festlichkeit bedacht' ward, -woräus-nitr dw-,/Hoschanah( räbbä" 'Alsü nicht׳ deshalMMHm: das ׳Fest seinen "׳Äfang Eilde 'des׳ Äsiew LäuHhüiWntäMs^'weik/däs! Verbot' ׳ Wl?FeierkäKheiligüng i>em RitüZ ׳ Pnderte, -sidndeW׳WWgeräde