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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-08-13 · Heft 20 (13.8.1897) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 20 (13.8.1897)
Date
1897-08-13
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2.0; Desisrreichisch-ungarische Cantoren-geitung Seite. 3 e§::.. wenn ex den Sudar: umdas: Haupt: legt; spricht. er die-׳ B.enediction, dass Gott Israel ׳.mitdem Schmnckkrönt — vgl.: Pesr bei; Ezechiel.- Ferner-heißt :׳es ׳ Schabbat- 10 8.;: Raba bar Rab Hunalegte;. köstliche. Fußbekleidung: an und betete. Er:-sprach׳:; Bereite dich: vor, deinem-; Gotte entgegen, o Israel (Amos 4, 12)1— Rabaaber - warfsein. Gewand von-sich, faltete die Hände und betete. Er sprach נ; Wie der Knecht vor ׳ seinem: H errn. - Rab Aschi spricht׳: Ich sah,׳ wie - Rab - Kah ana, wem! Noch in der Welt herrschte, sein Gewand von sich warf, die Hände faltete und׳ betete.׳ Er sprach: Wie der Knechtvor ׳ seinem.'Herrn. Wenn aber Friede herrschte, da kleidete er sich an: bedeckte sich,, hüllte sich-ein (wohl mit dem Tallit) und betete. Er-sprach : Bereite dich vor, deinem Gotte entgegen, o Israel! Hier ist wiederum wie Ez. 24, 17 das Ablegen der Kopfbedeckung ein-Zeichen der Trauer, Maimouides schreibt- (Hit. Tephilla V, 0): Man stelle sichnicht beten mit der Geldtasche,: mit entblößtem- Haupte, oder-mit entblößten Füßen, wenn--es Landessitte tft; dass man vor Großen nur mit Schuhen hintritt. .Hier ist also das bekannte: Princip festgehalten: . Die himmlische Herrschaft wie die irdische Herrschaft (Berachot 58 a). Man - muß,׳ wenn man vor- Gotthintritt zum Gebet, so hintreten, wie wenn man vor einen Großen, vor einen König: hintreten würde — je-nach der Landessitte. Es istklar, dass Mäimonides den europäischen Juden vorschreiben würd, beim Gebet das Haupt zu entblößen.wie vor einem irdischen König. Höchst komisch muß aber das Vorgehen jener Rabbiner wirken, welche von einem gekrönten Hauptedie Erlaubnis erbitten, sich zu bedecken,, um den Segen zu sprechen! Die Gleusimschen Mysterien im jerustllemifchen Tempel. Beitrag zur jüdischen Religionsgeschichte von Rabbiner Dr; Ludwig Venetianer in Neupest. Nur dies erfahren wir bestimmt aus der Ueberlieferung, dass vom Ende des ersten Tages der Laubhütten angefangen, beiläufig; eine׳ Woche lang, die unmittelbare Umgebung des jerufalemischen Tempelsder Schauplatzgrenzenloser Freudenfeier gewesen ist. Wir wissen ׳ nicht,- welches der Grund der Feier sei; und auf;wessen Anordnung sie zuerst gehalten wurde. Jost (Geschichte I. p. 217) und Graetz ( III. p. 142) begnügen sich-- dieselbe als eine auf ״altem Brauch"; beruhende Jnstitlltivn zu betrachten. Raschi und- Lipmann- Heller (Mischna Sukka. V, 1) nehmen (Jes. XU, 3): ״Schöpft Wasser - mit Freuden aus der Quelle des Heils" zum-Grund der Feier, Der jerusälemische Talmud (siehe Sukka-׳V, 1)׳ erklärt mit Rücksicht auf dieselben Worte des Jesaia die Feier symbolisch, dass nämlich die Kinder Israels da aus--Gottes׳ -Geiste schöpften,-- Dievon: Jesaia erschlossene rabbinische Ansicht wurde von den Gelehrten adoptiert (Jahn Archäol. x. 572). Doch wollten wir auch-die: Worte des Jesaia nicht! lediglich für eine der ihm geläufigen poetischen Phrasen' halten; so könnten wir auch nur höchstens so^vieL aus. ihnen-folgern, dass die Feier zu des Jesaia Zeiten schon! bestand. Hiergegen - spricht aber unbedingtdie Lücken- Hastigkeit der Traditionwie auch - das tiefe Schweigen der ganzen heiligen - Schrift vom ganzen Feste überhaupt. Herzog (LZ L. .VHI,-;483) hält ״für; möglich, aber nicht wahrscheinlich" die,.Freude über: die; eingetretene -Regenzeit-für ׳den-Grund der Feier, und: .dass er doch auch etwas: Orginiales fdgew bekennt er sich zu der Ansicht, dass das Fest nur eint Erinnerung.! au׳, die. .WüstenwanderunK fei, ׳ da Gott vor dem dürstenden Volks׳ Quellen erschloß. Ist nun schon der Ursprung des-Festes dunkel, soist: auch die Erklärung des: traditionellen Namens des Festes sehr bestritten. Was bedeutet. ״Simchath. befchbascboebab“? Gewöhnlich wird dies übersetzt mit: ״Wasserschöpfeu", ״Wasser-: gießen^״ ,׳Wasseropfer", ״Wasserfüllsrende": letzterem entsprächt auch der- Ansdrnck vasgüu׳ (Sukka 548.); Geiger (Sprache der Mischna)' und Kohut (Aruch s. v.) übersetzennach einer Conjektur unter Beiziehnng des Syrischen und Arabischen ״Fackelsreude". Gewiss, ohne Conjektur bedeutet das Wort nicht Fackel, obgleich nach der Ueberlieferung die Fackeln dort eine bedeutende Rolle hatten. ״Schöpfen" bedeutet das Wort auch nur in dieser Form ״scheibah“. ,Haschoebah“ kann als Einzahl des (Gen. XXIV, 11) vorkommenden Plurals nur ״die Schöpferin" bedeuten, und somit ist der traditionelle Namen des Festes nichts denn ״Frende des H-aufes d er S ch öp f er in." Betrachten wir nunmehr die-Tradition in. ihrem ganzen Umfange, so werden wir uns bei jedem einzelnen ihrer Momente׳ an etwas-Auffallendem stoßen. Die Ueberlieferung beginnt ihren Bericht über das Fest damitdass ״das Flötenspiel fünf bis sechs Tage lang dauert:" Wir erfahren wohl im Verlaufe des Berichtes, dass am Feste auf vielerlei Instrumenten gespielt wurde, warum aber hebt die Ueberlieferung das Flötenspiel gleichsam als das vornehmste׳ Merkmal der Festmnsik hervor? Kanu uns Lipmann Hellers Erklärung (Sukka V, 1) befriedigen, wonach die Ueberlieferung das Flötenspiel aus dem Grunde hervorhebt, weil dessen Klang unter allen Instrumenten am besten hörbar wird? Berücksichtigen wir, dass die Ueberlieferung, wollte sie im Allgemeinen die Musik mit einem alle Instrumente umfassenden Ausdruck bezeichnen, sich des hebräischen Wortschatzes bequem hätte bedienen können, trotzdem aber nennt sie als das Fest bezeichnend und beim Opfern gebräuchlich nur die Flöte, so ist es gewiß, dass die Flöte eine besondere Rolle beim Feste hatte, deren Bedeutung wir nicht kennen. War dieses Fest nur ein ergänzender Ritus der Laubhütten/ warum begann es erst am Ende des ersten-Tages? Bekanntlich trat innerhalb des Heiligthums die Wirkung, der auf die Sabbat- und Festtagsruhe bezüglichen Verbote völlig außer Kraft, somit ist die Erklärung, dass am ersten, als dem vornehmsten. Tage der Laubhütten der Festtagsrnhe wegen innerhalb des Heiligthums Gesang, Musik und das zum Opfer unbedingt nöthige Wasserschöpfeu verboten gewesen wäre,, nichts anderes denn spätere Deutelei, um begreiflich zu machen, warum das Freudenfest erst am zweiten Tage begann. Es ist gewiss, dass der Beginn des Freudenfestes am zweiten Tage eine andere' Ursache hatte, welche von der Ueberlieferung nicht ausbewahrt wurde. Doch alle diese Zweifel erscheinen kleinlich gegenüber jener auffallenden Erscheinung, dass der Schauplatz der ganzen Feier der Hof der Frauen war. Im Tempel Salomos und! Zerubabels hatten die Frauen nicht einmal, einen bezeichnetew Ort, um so weniger einen besonders abgegrenzten Hof. Selbst aus. Alexander Jannais Zeit weiß die Ueberlieferung nur so viel von besonderen Vorhöfen, dass Alexander Jannai den Hof des Priesters durch ein Holzgitter in zwei Theile geschieden.

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