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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-07-29 · Heft 19 (29.7.1897) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 19 (29.7.1897)
Date
1897-07-29
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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©eiic 6 Nr. 19. Oesterreichisch-ungarische Lantoren-Ieitung. Meme Ehrmrik. WZev.: T>M bekäüuten Maler Isidor K anfma n n, der sich gegMMrtig Ms einer SMstnreis^in-Rnssisch?Polen befindkt, ist eine neue neuerliche, bedeätsa1neAnerkennung.selnevkünstlerische!l Thätigkert zu Theil geworden. Sein Bild ״Das Bethaus in Sadagora", das in der letztem! Wiener - Kmistausstellung",:: d en Königswarter-Preis erhielt, ist «uch in der Münchener. Ausstellung mit., der goldenen Medaille ausgezeichnet worden. . Wvem Eine Trauung per praeorAio-fand vorige. Woche in. einem Bureau des . Wiener Magistrats statt. Diese Art. der Eheschließung ist eine so außerordentlich seltene, und der vor-- Legende Fall ist umso , interessanter, als die jüngst vollzogene Trauung nicht nur per proeuram, sondern auch zwischen zwei Mlrteierr vorgeuommeu wurde, die beide zw demselben Glmrben sich bekennen. Bekanntlich: dürfen in Oesterreich, in welchem nur die Nothcivilehe eiugesührt ist, zwei Brautleute des gleichen Glaubeusbekenutnißes nur dann standesamtlich getraut werden, wenn ' von Seite der zuständigen kirchlichen Behörden die Berweigernng der Einsegnung der Ehe. vorangeht: Fräulein Mce Lend ry und der' Eiseümöbelsäbvikänt Siegfried Schlesinger in New-Iork befanden sich in dieser Situation. Sowohl die Braut wie der Bräutigam erfreuen sich des amerikanischen Bürgerrechtes und sie würden auch ohne Zweifel in New-Jork geheiratet haben, wenn eine Möglichkeit Vorhänden gewesen wäre, dass die seit Jahr und Tag in Wien sich aufhaltende Braut unbeschadet ihres guten Rufes sich hätte einschiffen können, um in Amerika mit Herrn Schlesinger, der New-Dork derzeit, nicht verlassen kann, die Ehe einzugehen: Die Mutter des Fräuleins Lendry konnte, ihre Tochter nach New-Dork nicht begleiten, und so erschien es nothwendig, dass die Trauung in Wien per procm'am ftüttfthbe. Die Statthaitterch acceptierte denn, auch die vom Rechtsanwalt Dr. Hugo Friedmaun vorgelegte Begründung: und ertheilte die Bewilligung zu der Trauung per proercravi. Die Trauung sollte nun nach jüdischem Ritus zwischen dem: Fräulein Lendrh und dem durch seinen Anwalt Dr. Friedmann. vertretenen Schlesinger stattstnden. Daerklärte die Wiener Rabbinats- Lehöche, dass sie: eine solche Trauung nicht gitfaffeit• könne, weil nach jüdischem- Eherechte die Eheschließung nur daun giltig M, wenn der Bräutigam persö-nlich den Ringwechsel vornehme: Auf Grund dieser Weigerung nun ertheilte die Statt- Halterei dem magistratischen Standesamte den. Auftrag, die fragliche Trauung vorzunehmen: Dieselbe fand denn auch, wieschon erwähnt, vorige Woche statt, wobei Dr., Friedmann als Generalbevollmächtigter des Herrn Siegfried Schlesinger das Traunngsprotocoü fertigte. Atzenbrusg. Am 18. b; M. fand im Beisein des Bezirksrabbiners Dr.. Weinsberg; aus St. Pölten.die Prüfung der israelitischen Religionsschüler des hiesigen Bezirkes, statt. 'Dieselbe siel glänzend aus und wurde dem beliebten, seit 9 Jahren Hier: wirkenden Neligionslehrer und Cantor, Herrn I. Rausnitz! Mn Seite des: Herrn!Rabbiners und des Vorstandes vollste Anerkennung ausgesprochen:.. Bei der am 8• d. M. stattgehabten?Sitzung des .Tempelvorstandes? wurde Herr. Wirski aus Belovar als: Cäütox gewählt.. Diese .Thatsache beweist, dass Herr Moor in seiner Wurde als Obercantor belassen wird,, und der Vorstand hatte Es nur, wie wir schon früher bemerkten, auf' einen zweiten Eäntor neben ihm abgesehen. Es war ein persönlicher Wunsch btß Herrn Moor,. einen- Stellvertreter neben sich, zu:Haben, und mit dem Versprechen des Vorstandes, dass seinem Wunsche Willfahrung geschehen wurde, reiste Herr. Moor noch vor der Sitzung nach Reichenhall zur .Cur. ab. Herr Mirski dürfte schon Nesen Samstag den Posten antreten: Am 15. Juli fand au unserer 2cl.. israelitisch? deutschen Volksschule ein Schülschlstssfest stall, welchem" unter Anderen Herr Cultusvorsteher Josef Treichliuger, Herr: Ober- SchuWnspectorg.11. Pr..Moriz: Singer״ Herr g. n. Dp- Steiner, Herr s. Dr, A MMHÄst.׳ Heü: E Hahn,. Frau: Brummet, Herr I. Steiner,. Herr I. Benesch 2c:. beiwohnten.. Das Local der 2. Elaste, wo das Fest abgehalten wurde, war -.mit Blumen decorirt und das -Kaistrbild mit Kränzen, geschmückt... Nach Absolvirung des reichhaltigen Programmes — hebräische, deutsche und böhmische Lieder/ Gedichte' und Vorträge — ׳ richtete der Oberlehrer eine! Ansprache andie Kinder, in welcher er zunächst auf die' Aufgaben, der. Schule, die Richtungen, nach, -welchen sie ihre erziehliche Thätigkeit entwickeln muß, und ansdie hohe Bedeutung der israelitischen Religion hinwies. Sodann.forderte er die Kinder auf, die Bemühungen der Eltern und Lehrer mit Dank zu vergelten, beim Eintritte inspractische Leben der Gemeinde und dem! Staate strengsten Gehorsam zu leisten- und - den Frieden nach jeder Richtung zu: fördern. Nach diesem Appell schloß der Redner mit folgenden, höchst bemerkenswerthen Worten.. ״Ans den Geschichtsbildern längst verflossener und neuester Zeit lerntet Ihr die Liebe zum Vaterlaiide. ° Ich ׳״führte: Euch 'Helden׳ hör, die den höchsten Familiendes - Landesentsprossen, zeigte- Euch aber auch/.?dassdaA Herz,: ״das Unter: einem Kittel! schlägt?!, ebenso erglühenkann für fein Vaterland. Weder Ehrenstellen׳, noch Geld und Gut vermochten Verrath zu üben an dem,, was jedem Menschen am heiligsten auf Erden ist. Und gibt es auch Menschen,; die'- uns Israelitenals ״Fremde" betrachten׳ wollen, als Menschen, die: kein Vaterlandhaben, so ist dies ein Beweis ihrer. Herzensroheit,, ihres unedlen Denkens. Solch' eine: Verhöhnung dürft. Ihr nicht dulden. Ich habe. Euch geschichtlich bewiesen, habe es durch Documente erhärtet, dass unsere Vor? fahren,- wenn nicht früher, doch gewiss gleichzeitig mit den anderen Bewohnernunseres schonen Oesterreichsdahier einwanderten, sich: durch Künste und G'elehrsamkestdurch Edelherzigkcit! und Großmuth ein Anrecht, eiu unb estri tten es An re chst erwarben, dieses Oesterreich als ihr Heimatslaud anzusehen. Eure Brüder, viele Eurer Väter sind und waren tapfere Vaterländsvertheidiger, sie׳ haben ihr׳ Blut verspritzt׳ auf dem Felde der Ehre und des Ruhmes. Wir sind! hier nicht Fremde und wollen, als solche nicht gelten. Diese Worte, seien Euch, eine Stärkung für Euer, späteres Verhalten.:! Immer treu, und! ״Gut und Blut fürs Vaterland!״ — Als oberster Hort des Gesetzes, der Liebe, der Wahrheit steht unser geliebter, glorreicher Kaiser Franz Josef I.. dessen Bild Ihr heute selbst mit einem Blumenkränze umwunden. Täglich, theils im- Vortrag, theils in Euren Aufgaben, habe ich! in Euch das strahlende: Bild dieses Habsburglschen Sohnes vor Augen geführt, habe Ihn als schönstes Muster des edelsten der Menschen , geschildert und ich sehe es Euren blitzenden Augen, Euren gerötheten Wangen an, dass Ihr nie ermangeln werdet, Ihn, den Vater des Landes, zu verehren und zu lieben. Ich weiß, dass' Ihr Euchbestreben werdet, treue Unterthanen zu: werden,, und wenn, einst!der!,Ruf ertönen wird: ,,Auf,- für Euren Kaiser!" Ihr diesem Rufe mit Begeisterung folgen, so wie Ihr jetzt mit Begeisterung mit mir einstimmenwerdet: ״Unser Kaiser Franz Josef I. Er lebe hoch! hoch! hoch!"" Nachdem die ״Hoch-Rufe" verklungen waren, würde die Volkshymne von dev gesummten Schuljugendangestimmt und: hiemit war die Feier, die, aus alle: Anwesenden, einen , nachhaltigen Eindruck hervorrief, beendet. . . . Veröeze. Am. 12. d..M. hat. diefeierliche:- Grundstein-- legung zum neuen Tempel in Slatina stattgefunden, zu welchem Anlasse unser beliebter Obercantor, Herr Emänuel' Röth, eine ehrende- Einladungerhielt.- Die Feierlichkeit/ ' die einen-sehr würdigeir und feierlichen Verlauf nahm, wurdeemgeleiteLmit hem - Vortrage - eines? Mab.-chc>M11 ׳. durch-׳ Herrn. -Obercantor Emauuel Roth, - der. hiebei, seine Prächtige .S.timme״-zu. - :vollste Geltung brächtest und׳ hierauf.hielt Sr. Ehrwürben. Herr-ObeH räbiner Dr: S chw ärz aus'Kärlstadt, eine 'sehr?׳schöne üttö begeisternde Fest-Predigt -in eroatischer Sprache: Nach׳ öent Vorträge des! Psalm 118 :Pers '21^24 verlas! dev Vorsteher der Gemeinde/ Herr S. D e ntsch., die Urkundein :croatifcher,׳ Herr Rabbinatsverweser ׳ N eitui an n.. dieselbe in hebräischer Sprache.' Hierauf 'folgten die 'üblichen Hammerschläge,' von ,schönen, sinnreichen Sprüchen begleitet, womit -die Feier beendet ׳ wurde. " י ‘ ״ ׳ " ' st.'stst.'! st st??

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