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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-07-29 · Heft 19 (29.7.1897) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 19 (29.7.1897)
Date
1897-07-29
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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M..19. Defterreichisch-lm^arrsche Lantoreu-Aeitung . Seite "7 -,,., BrauÄLis MustrirkLr issr^. MuskskÄlruder -fM. das--Jahr: 0658. — 36 kr.^.Für deü sehr billsgeti' Preis bietet dieser Kalen dcr^äüßer; den 'sämmtlichen Daten des jüdischen und 'christlichen Kalendariums den Synagogenritus (Mrnhagnn) hebräisch und deutsch, eine ausgezeichnete Revue über das Jahr 1896 von Brandeis, ,eine gefällige Erzählung ״Die Brüder" von Dr. Max Grünfeld, die Biographien des jetzigen Lordmayors von London -und des Professors Dr. A-lired Pi-rbrain mit den Bildnißen Beider,, von denen namentlich dasjenige, des Lordmayors Allen höchst..willkommen sein dürfte, ferner Gedichte, .und Sinnsprüche, sowie einen Leitfaden zur Matrrkcnführnng. - \ '" . . 'Das zweite Quartal der in Stuttgart erscheinenden .,Neuen Wullk-Zeitung" (Verlag Carl Grüninger) brachte eine Reihe inusittheoretischer Betrachtungen von dem Opernkomponistcn Cyrill Kiskker Mer die moderne Harmonik, eine längere Abhandlung des Dr. Haase Mer wcrthvollc Clavierkompositioncn der neueren Zeit, ausführliche Auszüge eins eben erschienenen musikgeschichtlichen Schriften, so einen Aufsatz über die Beziehungen des Philosophen Fr. Nietzsche zu Richard Wagner, kritische Berichte über neue Musikalien, über- Musikfeste, über Novitäten aus dem Conccrtsaal, über neue Opern und Virtuosen, Texte für Liederkomponisten, nmsikpädagogische Artikel, Bildniße und Biographien der Damen Marzella! Pregi, Mathilde Skerle, Rose Ettinger und -der. Herren: Professor Wien tind Max Pan er, ferner ein Tableau der Mitglieder der Stettiner Oper. Mehrere Beitrage zur Biographie des /Meisters Jol) Brahms, eine treffliche׳ Humoreske von Peter R o's e'g g er, eine spannende Künstler- Mchichte von Herbert ,Fo h r b a ch, Notizen ׳aus'dem Musikleben dev Gegenwart, schließlich gewählte Clavierstücke von C- Kistler, Bruno.Wandelt,. Güst- Lazarus, Karl Kümmerer, Ernst Hartenstein; Lieder von Hugo Wolf,׳ G- Erlanger, B- Rothe, Rud.. Frcih. Prochsizka und .ein Duo für Geige ünd Clävier von Cyrill Kistler. (Der vierteljährliche.Abonnementspreis beträgt nur 1 Mark. " Die Verlagsbuchhandlung von Car l Grüninger in Stuttgart versendet auf Verlangen an Jedermann Gratis-Probenummrrn, Der sie des! Abonnements :wegen :'emsehen will.) ' ..׳ ׳.׳ : :׳ ״Im Hintehhaus." *י Erzählung von M. Büßgang, Falkenau. Fortsetzung.)' ' . . ׳ ׳: M-chdj^F'׳v׳erbÄ'en'. - - . . . . HI s 7׳• ׳/.. '" Indessen rückte der festgesetzte- Tag ׳der Vermählung!Alt ihrem Vetter ilmner .näher, herail. Mit Paierl gieng. .eine schreckliche Veränderung ׳.׳-vor. ׳ Ihre Augen waren geröthet,! der Blick fieberisch, scheu; die Züge schlaff, wie -bei Einem, den manche Nacht Ruhe und Schlaf geflohen. ' Ihre tiefbekümmerten Eltern konnten sich's nicht deuten ׳und nur auf Anspruch. ..des zurathe gezogenen,..alten Landarztes, der dies für ein vorübergehendes, geringfügiges Leidenerklärte, ließen sie .es zu,, dass -die Hochzeit än dem bereits-festgesetzten! Tage-stattfinde. ' - . Am Vorabende der Vermählung hatte.sich eine zahlreiche, ans Verwandten und Bekannten bestehende Gesellschaft eingefunden, und es herrschte bei der reich besetzten Tasek diesröhlichfte Stimmung - Paierl hatte den ganzen Tag in Herzensangst verbracht und vergebens versucht, ihr gequältes Herz durch'Gebete zu erleichtern. Nun saß sie bleich und abgespannt nÄen ihrem Bräutigam --- — sie schien zerstreut und ihre Gedanken mochten weit in die Ferme schweifen, denn sie gab׳ ihrem Bräutigam auf seine an sie zärtlich gerichteten Worte nur halbe Antworten. Beklemmend legte sich die Ahnung eines bevorstehenden^ seit langem mit banger Furcht erwarteten Ereignißes auf ihre Brust. Da drückte ihr ihr׳ vertrautes' Dienstmädchen׳ im Verbei-: gehen einen! Brief in die Hand, mit solcher-Geschicklichkeit, dass' es selbst der neben-ihr sitzende:׳Bräutigam nicht bemerkt hattet Einige Worte der Entschuldigung zu demselben stammelnd/ üexließ sie unbemerkt den Saal und eilte auf ihr Zimmer. Alssie mit eilender Hast diewenigen Zeilen des Briefes durchlaH. brach sie mit einem gellenden Schrei ohnmächtig zusammen. - Mitten im Tumult, der im- Saale herrschte,, hatte man' den Abgang, der Braut nicht sogleicht bemerkt. Indessen stell ihre Abwesenheit doch bald auf. Die bestürzten Eltern eilten- Hesorgt auf ihr- Zimmer und fanden dasselbe leer, alle Kästen und Schränke offen! und deren Inhalt durcheinandergeworfen; und auf dem Fußboden lag. ein Brief mit folgendem Inhalte: ״Th euerste Paierl!!!/t Auf denn Kreuzwege unter der Mühle erwartet Dich, mein- Wagen;. eile sofort in, die Arme Deines .Dich mit heißerSehn-- sstcht. erwartenden. Ladislaus.", -u Was die unglücklichensEltern bei diesen Zeilen empfunden; Mbemmrögen)! sagte Reb- Äwrom nach: einer langen-Pausen { lässt sich schwer schicheWM-GrM^RchenWm fiel von einer - DhUnracht ׳!zw ׳-Pie andere und. starb - nach .wenigen!Tagen am! Herzkramtzfl- •■V -״.׳.׳ . i; :f Rosenheim hätte das ganze Dorf zur BefsolgMg der! Flüchtlinge vergebens ansgeboten; siewareuspnrlosverschwmrden, •; und — wie es schien—, für-immer. - - - Nu;1 wurde ihm der.Ort und die Gegend, in. der ihm i soviel Unglück!widerfahren.- verhasst. / :! : /; i |; Er verkaufte sestr-Gut nyd überfiedelte. nach Podolien.! wo er dieses .erwarb. . - ,.... /-; Mer trotzdem er in.seinem Sohne ein zärtliches und j liebevolles. Kind besaß, schieu doch , mit Paierl das-, Glück. a-M;seinem Hause gewichen; mau sahseither Rosenheimnie Aehr;fröhlich.- /;'/.:;./ 1' .. : : | : ׳ Drei Jahre nach dem verhängnisvollen Ereigniße brachte! eines Tages der Mäkler Chaim Adler aus Husiatyn ein sehr i schwaches, körperlich ganz Herabgekomurems Weib nach Benevice. I in der Rostuheim sich vergeblich bemühte, seine einst so schöne! Tochter zu erkennen. , \ ’ Der Mäkler erzählte, dass' er von einer Geschäftsreife! nach Hause begriffen, auf der Landstraße, nahe der' ruffischen; Grenze, eine anscheinend dem besseren Stande angehörige Fraü! leblos aufgefflnden hatte. 7 / . ' ׳ -! ' Nach großer Mühe gelang es ihm, sie wieder in^s Leben! zurückzurufen׳ und in seine Wohnung nach Husiatyn zu bringen,! wo die äußerst leidende Frau sich etwas erholte. Der Arzt, den / er zu Rathe /gezogen, habe aber erklärt, dass es' einer längeren, ' besonders sorgsamen Pflege nöthig sein werde, bis das geistig! und körperlich so herabgekommeue Weib sich ganz erholen i werde, und da dieses verlangt habe,, zum Gutsbesitzer Rosenheim gebracht zu-werden, so habe er ihren Wunsch erfüllt.'; . ׳ Paierl hatte, wie sie nachher, erzählte, nicht lauge der Liebe ihres Gatten, .dem sie so viel geopfert, sich zuerfreuen,-! gehabt. Derselbe, war nämlich Verwalter eines der fürstlich; Czartoryskisch.en Güter in Chotin. Aber in dem genußsüchtigen Leben der-Großstadt erzogen,-konnte er sich indie kleinen Verhältniße, die ihm auf so Manches ein Verzicht. auflegten, für! die Zeit nicht fügen und ergab sich ans Aerger. darüber dem Trünke, vernachlässigte sein Amt-so sehr, dass er seines Dienstes - entlassen werden musste. : Da sich in Folge dessen die Noch bei ihnen einstellte, und der Graf nicht mehr die Mittel besaß, seinem Leichtsinn zu fröhnen, so maß er seiner Gattin all' sein Unglück bei, und Zank' und Streit, die nicht selten mit Mißhandlungenendeten, verbitterte fortan ihr Leben. Paierl ertrug ihr trauriges, aber selbstverschuldetes Schicksal mit einer solchen Ergebung, die fast an Selbstlosigkeit grenzte. Später, als sie bereits Mutter eines Kindes geworden, \ und ihre Lage immer unerträglicher wurde, fasste sie den Plan, : mit dem Kinde zu ihren Eltern zu fliehen und sich vor deren; Füßen Verzeihung zu erflehen. Sie zweifelte nicht, dass die von / ihr so. ׳tiesgekränkten Eltern ihr diese gewähren würden. Allein ihre Flucht ward von ihrem Gatten bald entdeckt,; sie wurde verfolgt, gewaltsam zurnckgebracht, das Kind ihrer! Obhut, entrissen und anderweitig in Pflege gegeben, sie selbst -. unter steter Mißhandlung in ihrer Stube strenge bewacht. Aber die lieblose Behandlung ihres Gatten und namentliche;die Trennung von ihrem Kinde machten sie verzweifelt. Auf!den Knien flehte sie ihren Gatten an, ihr ihr Kind zurückzu-!geben, aber vergebens. IhreVerzweistungsausbrüche, die zuletzt! sogar in Tobsucht ansarteten, prallten an dem durch Trunksucht ׳ tief׳ herabgekömmenen Gatten wirkungslos ab. Ihre Thränen - versiegten, die Ausbrüche der Verzweiflung hörten nach und! nach auf und machten einen dumpfen Hinbrüten' Platz. Doch -ihr stiller Gram, der so lange in ihrem Innern zehrte, schwächte -ihren Gefft derart, da^ ein heftiges Nervenfieber sie auf's! Lager warf. (FE. folgt.) Corrvspoudenr der Nedartion. Bei hebräischen Citaten bitten wir nicht hebräische Cmkvschrift; sondern deutliche Quadratschrift oder lateinische Lettern W gebrauchen^. Wir bitten um umgehende, Einsendung der Abonnemenisbetßägß.

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