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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-07-29 · Heft 19 (29.7.1897) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 19 (29.7.1897)
Date
1897-07-29
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 19. Gesterreichisch-ungarische Lcmtoren-Ieitung Seite 3 zu "kämpfen. Doch - rastlosunermüdlich wurde dem׳ Ziele׳ zugesteuert/ durch Belehrungen und-Hinweisungauf ändere Mustergemein den-würden die Bedenken besiegt/ und Heute, wo man vor dem Factum steht, sieht man nur zufriedene Gesichter, insbesöuders, als man versprach, auch den alten Ritus möglichst beizubehälten und׳ das. Gefühl der' ״Alten״ zu schonen. Zum Gelingen des Werkes trug aber auch nicht wenig der hiesige Chorgesangs- Und Geselligkeitsverein׳ bei, dessen Obmann, Herr Rudolf Fleischer ists denn mir Bienenfleiß wurde Gulden für Gulden gesammelt und dem Orgelfonöe zugefiihrt, und so war dieser zwar kleine aber von Begeisterung für die gute Sache.׳ durchdrungene Verein in der angenehmen Lage, nahe an1000 ׳ fl. zum nun vollendeten Werke beizusteuern. Doch nicht allein materiell/ fördert dieser Verein die Idee des hehren Gottesdienstes in der Gemeinde, sondern viele der Mitglieder sind als Säuger׳ thätig. Dass der Eifer nicht erkalte, vielmehr gesteigert werde, dafür sorgen Herr meid'. Dr. Reiser und Herr Fritz Läschansky. Auch׳- unsere schöne Damenwelt hat sich der heiligen! Sache angeschlossen und besucht die UebungsstundeN mit regem s Eifer. Der Ehorgesüngs- und Geselligkeitsverein verfolgt jedoch noch den schönen Zweck, arme Schulkinder alljährlich mitKleidungs-' stücken zu versorgen, gewiss eine edle'Handlung.Und Umso löbenswerther siir die Mitglieder, weil der Verein viele ledige Herren zählt. Herr Lux, als Obmann der Chanukägruppe, weiß aber auch׳ anzueifern, und seine jährlichen Ausweise verdienten wohl veröffentlicht zu werden. Es darf jedoch nicht verschwiegen werden, dass fast alle Mitglieder der Cultusgemeinde, sowie die hiesigen Humanitären Vereine ihr Scherflein beisteuern. Unsere utraquistische, zweiclassige Schule, an welcher Oberlehrer M. Berka und Lehrer E. Stein wirken, erfreut sich einer guten-, Frequenz, und auch, eines guten Rufes. Letzteres ist daraus ersichtlich, dass nach, dem letzten Erlasse des k. k. Bezirksschulrathes ddo. 5. Juni 1897 an den löbl. Cultus- Vorstand sowohl die erziehlichen, als auch,die pädagogisch-didactischen Unterrichtserfolge mit ״sehr gut" bezeichnet wurde. Oberlehrer B. wirkt 19 Jahre, Lehrer St. 6 Jahrec an der Anstalt. Wenn Zahlen sprechen, so kann׳ man auf den Geist, der in der Gemeinde herrscht, und auch auf die Lehrer schließenwie diese ihren Beruf erfassen. Als Ortsfchulinspector fungiert Herr für. Dr. Moriz. Singer״ der. die Schule fleißig inspicirt. Leider ist die Schule, trotz ihrer Zweisprachigkeit und trotzdem unsere Schüler amhies. böhmischen Realgymnasium recht gute Fortschritte machen, unqualificierbaren Angriffen ausgesetzt. Hoffentlich wird der gesunde Sinn unserer jüdischen Bevölkerung auch fernerhin die Utilität der Anstalt begreifen und im nächsten Schuljahre ihre Kinder wieder dorthin zur Schule schickenwo sie für das Judenthum erzogen und erhalten bleiben Die. ist. Schule ist der Grundpfeiler des jüdischen Glaubens- und die Erlernung beider Landessprachen der Pfad zum gedeihlichen Vorwärtskommen! des jüdischen Kindes. Nach der politischen Sachlage in unserem -engerett Vaterlands ist die Kenntnis/ beider Landessprachen ein Lebensprincip Kr uns Juden in Böhmen und ganz, besonders für den hiesigen Bezirk, der doch so׳ hart ander. deutschen Grenze, lietzch Doch wir wollen ja! nicht politisieren, undnicht; polemisittm.; Äskneb. IY. Hochgeehrter Herr Redacteur! Als Abonnent Ihres geehrten Blattes würde es mich sehr freuen; wenn Sie die Güte hätten, nachstehende Zeilen, enthaltendeinige Bemerkungen über die in Nr. 18 der ״öftereunganCantoren-Zeitung" veröffentlichten ״Fragebeantwortnngen^, wiederWgeben. Zar Beantwortung der ersten Frage wäre esinteveWlt zu erfahren, wieso 8cb1iacbi st diu dem Vorsteher zukommk, zmnat es in den größten orthodoxen Gemeinden MlgamrK aM Mutschlands, die sich gewiss streng nach dem Din. halten. Brauch istden Rabbiner als Scblisebi äufzurufen. Meiner Ansicht nach basirt dieser MiMag auf den Aussstruch des Talmud^ mb 1-12-I 1ד1ושקץ Du nun die 1. and 2. AKjab 01בזזן &11«1 ס; vergeben find, so wird dev Rabbiner mit der erst W yergeherchen Astjab, und d. i. Lcbliacbi, beehrt. Daher rüM äuMine Einführung, dass in manchen Reform-Gemeinden, wo statt Koben E-ischann aufgerufen wird, der Rabbiner stets die erste Alijab erhält. Da es jedoch heißt, Koben aehemocbnl al kwandau, kwandatr mocbnl, so steht dem Rabbiner doch das Recht zu, am '3שבת hievon Gebrauch zu machen und zu Ginisten eines W acbejirzeb diesmal auf sein 86bki80bi zu verzichten, falls er es eben nicht als seine Pflicht auffasst, sich׳ selbst aufrufen zu lassen, um dem Volke auch darin ein gutes Beispiel zu geben, der göttlichen Zurechtweisung niemals aus dem Wege׳ zu gehen. Hinsichtlich der Beantwortung der zweiten Frage ist uns selbstredend Nur der Scbnlehan-Arucb und Mögen-Awrobom maßgebend, namentlich in InjonTefilob, wo wir doch alle diesbezüglichen Diuim Vis auf einzelne Minbagina diesen Werken entlehnen, und daselbst wird die Verrichtung der befragten Segenssprüche dem Orte nach vom Minbag abhängig gemacht'. Nun ist es auch bekannte Thatsache, was der Minbag uns Juden bedeutet; מנתג "עוקד ךין, und wir haben uns daher auch in dieser Frage nach folgendem, allgemeinen Brauch zu richten : Die Brochaus von nach Elbbaj neacbomob bis gomel cbassodim towim werden erst in der Synagoge gesagt, währenddem Von adan olam bis inclusive elobaj neacbomob noch zuhause, und zwar nach dem Waschen, zu verrichten sind. Mos am 1. Tage Scbwuotb und Hoacbanob rabboh werden auch diese Segenssprüche — und zwar auch in sehr frommen Gemeinden — erst im Tempel verrichtet, da diese Nächte gewöhnlich wachend, beziehmrgsweise lernend verbracht werden, und es sodann mizäct hadm ein Szofek ist, ob diese Segens^- spräche, die sich hauptsächlich auf das Wiedererwachen beziehen gesagt werden sollen. Sie werden daher blos an diesen Tagen vom Vorbeter recitirt, sowie in manchen Gemeinden amEoacbbaacbonoh und Jom Kippnr. Was endlich die 3. Beantwortung betrifft, so ist hier nicht der Platz zur Erörterung, ob Man überhaupt im Tempel eine Orgel spielen darf' oder nicht. Eines jedoch ist klar, dass ein gottesfürchtiger Jude nur dann am Lobabboa die Orgel spielen kann, wenn er früher den ausdrücklichen Din. des ScbttEcban Ämcb ׳בשבת bvpt תשמעת 0וד^' vokkftändig negiert. Ferner kann mau nre von dem Falke GbaüBeschejöacb bau skonte einen Kal-wochanmer aUf Leute ziehendie sich einen Gottesdienst mit Andacht' ohne Orgel-fMk gäknrcht vorstellen׳ können; denn nach den MgeKr

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