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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-06-28 · Heft 17 (28.6.1897) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 17 (28.6.1897)
Date
1897-06-28
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Vesterreichisch-ungarische Lantoren-Aeitung. Nr. 17. W ierH, Wemgroßhäüdler und Besitzer der,Realität ״Edelroth" m Mauer bei Wien/zur ewigen Ruhe bestattet haben. Selten kam bei einer Leichenfeier der Schmerz und die Erschütterung einer so großen Trauer-Versammlung so einmüthig zum Ausdruck, wie an dem Grabe dieses wahrhaft seltenen und edlen Mannes, der in strengster Befolgung des Grundsatzes: ״Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" all denen, die seines Rathes und seiner Hilfe bedürften, in humanster und leutseligster Weise entgegenkam. Darum wurde er auch; im Leben so allgemein hoch verehrt und im Tode so allgemein tief betrauert. Die Zurückgebliebenen betrauern in ihrem Heimgegangenen Ober- Haupte einen bis zur Selbstverleugnung sich aufopfernden Gatten, Vater, Schwieger- und Großvater, die Cültusgemeinde Mödkng und deren Vorstand einen kenntnis- und erfahrungsreichen Repräsentanten auf dem ganzen Gebiet des Cultus, dessen wohlerwogener. Rathschlag immer gehört wurde und dessen wirkungsvolle und segensreiche Vermittlung alle Differenzen und Meinungsverschiedenheiten stets ausgeglichen hat. Am offenen Grabe gab Herr Dr. Rappa im Namen des Gesammt- Vorstandes die feierlichste Versicherung ab. dass am grünen Tische fortan im Geiste des Verblichenen gearbeitet werden wird, als aufrichtige Dankbarkeit für seine gemeinnützige, cultuelle Mühewaltung. Unersetzlich bleibt dieser herbe Verlust dem Beamtenkörper des ganzen großen Cultussprengels; aber nicht etwa deshalb, weil er diesen sein persönliches Wohlwollen in reichem Maße Zuströmen ließ, sondern darum, weil er unserer Standesehre und unseren berechtigten Ansprüchen inner- und außerhalb des Sitzungssaales Achtung und Geltung verschaffte und unser Wohl nicht nur schützte, sondern, wie ein fürsorglicher Vater, mit-aller Wärme und allem Nachdruck vertreten hat. Das Bewusstsein, dass das edle Wirken des Verewigten all denen, die es kannten, zum belehrenden und bildenden Vorbttde dienen wird,/möge die trauernde Witwe, geborene Bendiner, Tochter des seligen Cantors Bendiner in Prag, und ihre wackeren und biederen Kinder trösten und stärken, diesen furchtbaren Schmerz gottergeben zu ertragen. M. G. Allenberg, Cantor. Floridsdorf. Unser neuacceptierter Cantor, Herr D. Weiß, der über einen schönen lyrischen Tenor verfügt, hat am verflossenen Schebuosfeste den ersten Gottesdienst mit Chor abgehalten und. sich die Sympathie der ganzen Gemeinde im Fluge erobert. Trotz der kurzen Zeit seines Hierseins hat er einen Chor aus 7 Knaben, einem Bassisten und einem Tenoristen eingeschult, dessen Leistungen allgemeine Anerkennung find«?. Mr möchten wir dem Wünsche Ausdruck leihen/ dass nur Sulzer'sche Gesänge zum Vortrage gelangen. Mahr.-WeiMirchLir. Zur Abschiedsfeier von unserem bisherigen, außerordentlich beliebten Obercantor A. Reichard, der nach Kremsier berufen wurde, versammelten sich die Honoratioren der hiesigen Stadt und der jüdischen Gemeinde in einem festlich geschmückten Saale. Der Bürgermeister, Herr Dr. Fritz Plach ky, wies äuf die großen Verdienste hin, welche sich der scheidende Obercantor um die Hebung des künstlerischen und geselligen Lebens hier erworben hat, und sprach die Versicherung aus, dass sein Wirken stets in schönster Erinnerung bleiben werde. Nach mehreren Ansprachen des Gesangsprofessors Schauer, des Chormeisters und anderer Honoratioren brachte ein gut geschultes Quartett einen Abschiedsgesang zum Vortrage. Zm Schlussworte richtete der Bürgermeister noch die Bitte an den scheidenden Obercantor, er möge, falls er einmal nach Weißkirchen berufen würde,: dieser Berufung auch Nachkommen. Am anderen Tage:wurde Obercantor Reichard von vielen GemeindemitgliHerm.zur Bahn geleitet, und auch hier war der Abschied ein überaris herzlicher. Die vom Bürgermeister angeduckte Berufung blieb nicht lange aus. Schon die Woche nachher wurde Herr Reichard telegraphisch eingeladen, bei einem hier veranstalteten ׳.׳Wohlthätigkeitsconcerte mitzuwirken. Als er im Coucertsaal erschien, wurde er stürmisch acclamirt, noch mehr aber nach dem Vortrage zweier Arien aus ״Lohenarin" und ״Troubadour". - LoynM» ün Juni 1897. iV e r b an d /der R a b b in e n :MLHrLNs und Sch lesieus.) :Das Bedürfniseiner Ber- «nigung würde von sämmtlichen Rabbinern Mährens längst schon tief empfunden. Und wenn dieser allgemeine Wunsch bis nun keine concrete Gestalt angenommen, so liegt der Erklärungsgrund dafür in Verhältnißen, die sich׳ jeder öffentlichen - Besprechung entziehen. Aber erfahrungsgemäß versetzt ein von außen gegebener Impuls auch träge Körper, in einen Zustand der Bewegung. Diese Naturerscheinung, kann Mit Fug und ׳Recht behauptet werben, hat auf die endliche Constituirung׳ ' eines Rabbinerverbandes für Mähren und Schlesien eingewirkt. Der vor der Eingangsschwelle des laufenden: Jahres jn Brünn tagende ״Verband der israelitischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen", wies unter seinen anwesenden Mitgliedern auch eine stattliche Anzahl mährischer und schlesischer Rabbinen auf. Alle kamen sie, getragen von dem Gedanken, endlich das ins Leben zu rufen, was sie schmerzlich vermissen. In einer gesonderten Berathung beschlossen. sie, . auf das ihnen ersprießlich scheinende Ziel uneingeschüchtert loszusteuern,. Auf Grund dieses gefassten Beschlußes übertrügen sie einem fünfgliedrigen Ausschüsse, bestehend aus den Rabbinern Dr. Feuchtwang-Nikolsburg, Dr. Freimaun-Horlleschau, Dr. Oppenheim- Olmütz, Dr. Tauber-Prerau und Dr. Wolffsohn-Lomnitz, welch letzterer zum Obmann gewählt wurde, die Vorberathung der Statuten. Nach deren Fertigstellung berief das Äctionscomite die Generalversammlung nach Brünn zum Zwecke endgiltiger Festsetzung der Statuten. Die Tendenz des Verbandes hat der interimistische Obmann in seiner Eröffnungsrede in einer knappen historischen Reminiscenz gezeichnet. Nach einer kräftigen, von der ganzen Versammlung stehend angehörten patriotischen Einleitung, die in einem dreimaligen Hoch auf Se. Majestät austönte, in das Alle begeistert einftimmten, wies er im weiteren Verlaufe seiner Rede auf das Ziel des Verbandes hin, das in dem geschichtlich denkwürdigen בל לי יבנה לחכמיה ihm vorgesteckt scheint. Es giebt keine größere Gefahr für Israels-Fortbestand, führte Redner aus als geistige Stagnation, Bon allen Wissensgebieten allmählig verdrängt, muß das alte Lehrhaüs in seiner ehemaligen Herrlichkeit und Pracht hergestellt werden, müssen die Träger dee Gotteslehre in Action treten,!׳ den.-uns aufgenöthigten Kampf des Wortes aufnehmen. Sollen wir ah er erfolgreich in den Kampf eingreifen, dürfen keine Hungerleider in unseren Reihen zu finden sein, lieber die hohen Ideale, die wir anstreben, dürfen wir die materiellen Tagesfragen nicht aus dem Auge verlieren. Hierauf wurde zur Berathung und Beschlusfassung über die Statuten geschritten und der vorgelegte Entwurf mit geringen Modificationen gebilligt. Es folgte die Mahl eines provisorischen Vorstandes mit dem Aufträge an diesen die Statuten der hohen k. k. Statthalterei zur Genehmigung zu unterbreiten. In den provisorischen Vorstand wurden gewählt: Dr. Feuchtwang, Präses; Dr. Pollak Trebitsch Vicepräses; Dr. Freimann. Cassier; Dr. Wolffsöhn, Schrifführer; Dr. Frankl-Grün-Kremsier, stellvertretender Schriftfiihrer. StrllrnveränderungLN. Obercantor R e i ch a r d von M.-Weißkirchen nach Kremsier. Obercantor Merson von Neusohl nach Stuhlweißenburg, Chordirigent und Tenorist Reis von Stuhlweißenburg nach-Hannover. Ich ersuche die geehrten Berufsgeuoffen/mir güügst folgende Fragen zu beantworten: > 1. Wenn der Rabbiner in einer Gemeinde consequent am .Samstag als ''^ל^ aufgerufen wird,! darf er sich von dieser עליה in der Sidra ׳ בה^הי befreien, weil daselbst die ה1בהה ihm vorgelesen wird? 2. Gehören die ב רבו ה im שחרית der Wochentage nach Adon 010m bis inclusive אלהי. נשמה dem öffentlichen Vortrag im Gotteshause..ober.ber Privatandacht im Hause? 3. Darf ein Jude .aushilfsweise am Sabbath die Qrgel spielen und den christlichen Organisten vertreten, um den Gottes- 'dienst'׳ mit "Cho'v' nicht׳'zu' stören?' Benedict Singer, I. Cantor in Jungbunzlaü.

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