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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-06-28 · Heft 17 (28.6.1897) · p. Seite 2

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 17 (28.6.1897)
Date
1897-06-28
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2. Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Aeitung. Sir. 17 JuterMm gefördM wechen können. Solch eine .persönliche HingaMW u»Hl UrgÄW anders in 8er Geschichte der BrüdervereineHu veMichuen.-DrT Einwanderer, der hier landet, findet: Ln Unseren Logen, wie die Gründer unseres Ordens erkannten, die «nMe" Stätte/" an welcher der '׳Process׳der''Äetschmelzung und der Wlnerikanisirung vor sich geht." Nach Verlesung der Berichte der ständigen Comitss. wurde zur Wahl der Beamten geschritten. Bruder Adolph Hirsch, und Nathan Morris, von Indianapolis. Direktoreir: Sälömön Blumenthal und Herman S. Friedman, Philadelphia. Daniel P. Hays, New. Jork, : Henry Salomon, Chicago,? und Seligman I, Straus, Wilkesbarre, Pa. Die vom ״American Hebrew" gelegentlich d e r Einweihung der Portugiesischen Synagoge veröffentlichte Nummer war sehr bemerkenswerth. Die Illustrationen waren zahlreich und künstlerisch ausgeführt und besonders interessant welcher bisher als erster Vice-Präsident fungirte, würde einstimmig als Präsident gewählt. Er war bisher ein eifriges und thätiges Mitglied, und es wird.erwartet, dass er eine energische Thätigkeit entwickeln wird. Henry Cane wurde als erster und Dr. S. H. Wolfe als zweiter Vice-Präsident gewählt. Diefrüheren Mitglieder des General-Comitss wurden sämmtliche wieder erwählt, und zwar Herr Salomon Sulzberger, Schatzmeister, Herr S. Hamburger, Schriftführer, William A. Gans, Vorsitzer des Comitss für geistige Zwecke, Präsident der Malmonides-Bibliochek William A." Gans, ״Finanzen Lambert, Gesetze Kantrowitz, Witwen- und Waisenfonds Baskopf, GeueralstnM .Weyer Heckmann, Bancomittz M. ,Ellinger., Die Jnstallirung der neuen Beamten erfolgte durch die Herren William A. Gans und M. Ellinger, welche mit dieser Funktion von dem Ehren-Sekretär des Exekutiv-Comitss Salomon Sulzberger betraut wurden. Nach Entgegennahme der Verpflichtung wies Herr Gaus auf die große Verantwortlichkeit, welche die Beamten unternehmen, und ermahnte sie, durch eine treue Verwaltung, durch rastlose Thätigkeit den Fortschritt Und das Gedeihen des Distrikts zu fördern. Herr Ellinger wies darauf Hm, dass eine derartige Vereinigung, wie sie der Orden anstrebt, die Hebung der moralischen und geistigen Stellung der Juden auf dem ganzen Erdball zu fördern,' die einzig legitime Basis sei, die ihre Mission bleiben müsse. Die Träume einer politischen und nationalen Vereinigung können auch׳ Ver- Wirrung Hervorrufen und würden den Rückschritt bedeuten. Die Juden haben aufgehört, eine Nation zu sein, und ihre Bedeutung liegt darin, ein Mifsionsvolk zu sein. Während der Sitzung machte eine Delegation des Frauen- Hilfsvereins mit Frau Rosin an der Spitze ihre Aufwartung und wurde mit großer Begeisterung begrüßt. Das Mittagmahl wurde im Speisesaal des Heims gemeinschaftlich eingenommen. Die Sitzung wird in dem neuen Hauptlokal, Lexington Avenue, Ecke 68. Straße, fortgesetzt. Die Jahresversammlung der Gesellschaft für Veröffentüchung von Werken jüdischer Litteratur hielt ihre Jahresversammlung in Philadelphia ab und aus dem Berichte der Beamten war ersichtlich, dass die Gesellschaft in stetem Wachsen und Gedeihen befindlich ist. Die Jahreseinnahmen betrugen 18:700 Dollar, die Ausgaben 14.753, einen Ueberschuß von 4000 Dollar ausiveisend, wodurch der ständige Fonds die Höhe von mchr als 20.000 Dollar erreicht Hat. Die jüngst veröffentlichen Bände sind: Jlliowitzi, ״Aus der jüdischen Ein-: friÜmng, Geschichten aus dem jüdischen Ghetto," ferner die Verhandlungen des jüngst dahier abgehaltenen jüdischen Frauen- Kongreffes. Demnächst wird ein Werk von Arsene Darmstedter: ״Der Talmud" und der sechste und letzte Band von Grätz's Geschichte zur Veröffentlichung gelangen. Als Beamte würden: gewMt: Präsident Morris Newöerger, ' Philadelphia, -Vice- H^sidenten Doiüor Henry M. Leipziger von hier/ I. ״B.: Gatzerk von Chicago, Jakob H. Hecht von Boston,^'Joseph Hirsch von Vicksburg, lMiss., ׳ Simon'׳Wolf von -Washington waren die Bilder von Majer Noah, des׳ früheren Vorbeters Jacques Lyons, Facsimile der originalen Schenkungsurkunde und eines Briefes von Thomas Jeffersyn über Toleranz. Arber ein geordnetes musikalisches Programm beim jüdischen Gottesdienste von B. Singer, Jungbunzlau. — Es ist für den Cantor nicht immer leicht, ein den Verhältnißen :seiner Gemeinde und der Leistungsfähigkeit seines , .Chores.entsprechendes, vollständiges Programm für die an den verschiedenen Feiertagen des Jahres aufzufnhrenden Gesangs- Piecen - zusammenzustellen, um das rege Interesse seiner Zuhörer stets wachzuhalten, sich selbst, resp. seiner eigenen Geschmacksrichtung Genüge zu leisten, und den Chor vor übermäßigen Aufgaben, die namentlich auf dem Lande' nicht gelöst werden können, zu bewahren. Wenn wir in der ganzen Synagogeu-Litteratur Umschau halten, so werden wir finden, dass es immer an Kleinigkeiten fehlt, die es uns unmöglich machen, uns auf die geordnete Durchführung eines Cömponisten, selbst nur für einen Tag in der Festwoche, zu beschränken, und wir werden uns immer lieber für die mosaikartige: Zusammenstellung des- Programmes aus den Werken verschiedener Meister entscheiden. Von einem einheitlichen Gedanken, der sich durch das ganze Werk wie ein rother Faden hindurchzieht, kann doch bei keinem unserer Meister die Rede sein, weil einerseits, wie z. B. bei Naumburg und Sulzer, mehrere Kräfte mitgearbeitet haben, und andererseits bei denjenigen, die ihre Werke allein geschrieben haben, die individuelle Gestaltung wohl stärker hervortritt, aber immer durch die traditionelle Arbeit, welche in jedem Werke eine Hauptaufgabe ist, unterbrochen wird. Wollten wir uns z. B. auf den ״Schir Zion" allein be-? schränken/ so hält er, trotz seiner Reichhaltigkeit, den gegenwärtigen ׳ Ansprüchen nicht Stand/ und es fällt einem sehr schwer, selbst nur einen Tag eines׳Festes mit seinem Inhalt nach Wunsch auszufüllen. Die Ursache dieser Erscheinung liegt zum Th eile darin, dass die große Bekanntschaft mit den Gesängen Sulzer's wohl in einigen' Großgemeinden und namentlich in;Wien, wo der große Meister immer noch zu Worte kommt, leicht ertragen wird, nicht aber in der großen Mehrzahl der Landgemeinden, welche vom Cantor stets etwas Neues für jeden Festtag fordern; und zum anderen Theile auch darin, dass viele: Sachen zu fchwierig sind, um sie unter gewöhnlichen Verhältnißen in dem Geiste des Autors aufzuführen. - Wenn -seinerzeit der - Wiener- Meister vielen Cantoren den ׳: Rath * gegeben hat, nur spärlich neue Piecen dem Publikum vorzüführen, so-' wusste er ganz gut,- dass die Cantoren׳ nicht - bei -seinem Werke allein steheu bleibert, sondern/ sich: auch mit ׳ änderen - Erzeügmßen׳ - behelfen Werden. :Freilich/ : wer ^zu der Muse Sulzer's geschworen hat, wird es kaum begreifen/-:dass

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