Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 17 (28.6.1897)
- Date
- 1897-06-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Oesterreichisch-ungarische Redaetion 11. Admniistratioii Wien, 2. Novaragafse 27. U. k. österr. ^ostsparcaffe Lheck-Lonto Nr. 635,2^t0. Inserate werden diüiftst berechnet. Manuscriptc werden nicht retonrnirl. Central-Organ für dir Intrreffrn der Cantorrn und Cullusbemntrn. E v s ch ei nt jeden zehnten T a g. Begründer: Dbeccamor Jacob Bauer. Priinumerations.PreiS. Fiir<!5,rttkorL>rn.Lult»»benutte i» &eftsvrei(h-Mn$nvn Ganzjähri».ft. 5.— Vatdjäbrig.ft. 2;50 FiirAnnloretr u.QInttu*beamte tm-R11#fant> G.riiMhria .... .10 Mrrk oder 5 R!1brt. Für private nnv Niistitnte Eianzjährik . ... fl. 6.— Abonnement«- u. 3nf*tfi011*- betrüge find in Wien tntzlbnr. Nr. 17. Wien, 28. Juni 1897. 17. Jahrgang. Mit 1. Juli 1897 beginnt ein neues Abonnement auf die ößerr.-ungar. Aanloren-Zeitung Siob;o!;nior Jahrgang. — 3. Nuartal Wir ersuchen um umgehende Erneuerung des Abonnements und Einsendung des Prännmerationsbetrages. Die Redaetion. Amerikanisches Iudenthum von Reverend Osias Hochglück. . . M'uister ot' ionK T'kmxel ״^useks edes5eä"i New-Iork. Der Jahreskonvent des Ordens ״B'nai B^rith" ist in der geräumigen Halle des Altenheims in Ionkers abgehalten worden und die verschiedenen Logen, welche sich über die Staaten New-Aork, Connecticut, Rhode Island und Massachusetts erstrecken, waren vollständig vertreten. Die Lage des Heims ist eine so herrliche, wie sie nur gedacht werden kann. Hoch gelegen und den Hudson Fluss so bedeutend überragend, dass man eine Fernsicht von Nord und Süd gewinnt, ist das. Heim mit einer prächtigen Gartenanlage und einem Park umgeben, so dass ein Lustwandeln in der würzigen Frühlingsluft mit zu den Genüssen gehört, die sich dem Besucher der schönen Anstalt bieten. Und die Delegaten, die da von Albany, Rochester, Syracuse, Providenz, Boston, Hartford und New Haven kamen, schlürften mit vollen Zügen den Becher des frohen Naturgenusses, der ihnen geboten wurde. Unter dein Delegaten schien - der achtundsiebzigjährige Dr. Sigismund. Waterman. der ärztliche .Direktor der Anstalt, meiner der jüngsten zu sein.. Fast in Jugendkraft stolzirte er durch die Gänge und Wandlungen der Anstalt und erzählte den lauschenden jungen Delegaten die Geschichte der Anstalt, auf welche der District so stolz ist; wie. ein Capital aufgebant wurde ans jährlichen Dollarbeiträgen, und wie er.vom-Anfang an den Gedanken einer solchen Anstalt-, hegte und mit Geist und Seelemitarbeitete,. bis das Werk gelungen - war. -Nun möchte er. noch ein Hospital auf dem Grunde. errichtet sehen,, damit die alten Insassen in einer besonderen Anstalt untergebracht werden .können: - . . : . . Um zehn Uhr wurde der Convent von dem Großpräsidenten Joschuah Kantrowitz eröffnet. Er hat zwei Jahre in dieser Eigenschaft sungirt und wird den Platz feinem Nachfolger einräumen. Nachdem die neuen Mitglieder der Großloge eingestihrt waren, verlas er seinen Jahresbericht, oder die Botschaft, wie die Großloge derartige Ennntiationen zu nennen pflegt. Er legte Rechenschaft von seiner Waltung, und der Bericht legte Zeugnis ab von der anhaltenden Thätigkeit, welche die Beamten mit und unter ihm im Laufe des Jahres entwickelt. Froh sieht er in die Zukunft, welche durch die langandauernde Geschäftskrisis getrübt schien. ״Ich fühle," sagte er," ,dass es keiner großem Prophetengabe bedarf, die freudige Botschaft zu verkünden, dass die Helle Sonne des Gedeihens den Horizont wieder vergoldet und dass während der Amtsdauer meines Nachfolgers ihre warmen und belebenden Strahlen wieder eine Fluth von Wohlstand über das Gemeinwesen ausgießen werden." Er zeigte dann die Wege an, die nothwendig beschritten werden müssten, um dem Orden größere Verbreitung zu sichern, unter anderem ein größeres Interesse, das der ״Menorah", dem officiellen Organ des Ordens, entgegen zu bringen sei. Dem Präsidenten des Ordens. Julius Bien, welcher gegenwärtig in Europa weilt, zollte er den ungetheilten Tribut der Anerkennung. All die verschiedenen Vorgänge während des Jahres, die Feier von Stiftungstagen, die Vorträge und ofsiciellen Besuche in den Logen, die Amalgamationen, die Errichtung von Frauen-Hnlfs-Vereinen, die . ausgezeichneten Leistungen der Damen-Hülfsgesellschaft in Verbindung mit dem Altenheim fanden alle eingehende Schilderung in dem Bericht, der mit den schönen Worten schließt: ״Der Grund, auf welchem Brüdervereine aufgebaut werden sollten, ist dreitheitig. Der erste ist reine und dauernde Liebe unserer Mitmenschen. Natürlich ist darin eingeschlossen Freundschaft, dieses seltene und wunderbare Band, das geistesverwandte Seelen verbindet, dann Mildthätigkeit, der kostbare Balsam, der Schmerzen lindert und Geisteswunden heilt. Vaterlandsliebe und Liebe zu Gott bilden die weiteren Bestandtheile. Mögen wir nicht, meine Brüder von B'nai B'rith, einen solchen Bruderbund für ganz Israel bilden? Seit vierundfünfzig Jahren haben . wir die Scheidegrenzen niedergerissen, die Juden von Juden trennten, und einen Boden geschaffen, auf welchem die gemeinsamen