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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-05-11 · Heft 13 (11.5.1897) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 13 (11.5.1897)
Date
1897-05-11
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr: 1-3׳. mßAS, ־;v״; ‘i*0;: •-־*־ ׳'׳ ׳ ׳bejrekkeiH^tMMng^lMe LMtoxen-Aertung Seite 3 ‘•״׳i;ij,4!'1׳: ■Wi?.:*•״•; ־׳׳ל - .. - <•;:-}־׳<׳ 4MeMjjcklWM׳״und/jHre:,MjuMenst/imd .dayebeu aHerdiMss cuE lhxischeHo.^fie..3׳*|!0ל•U)as>^ie^W־^ufgabfr^r;: ippe|le0ft, '.'tbjetri!;b'er:5£^qt cfiifbeiu^^pild^eii mirft, ist doch : ioffetsbar׳ dies'-:׳ Eln/׳erzüM öder MirMHkeik׳M1^hsrH׳׳/U<üt' ist:ümbefrkedigt -&&% b ei*;i Wfrklichkeft. :: •mjtt1r־f^eriängt .ממ^:• etwas >f anderem׳-als ׳. das/! - was- - -uns - das. Wttklichx Dasein?darbietet,mud.sg/Mrd-jwix Go/ethe/siMapsdrückt/ was nie auih Wg.eMs.;M begeb§mhat>-zür-HaMHWKMbxgHt.;- Davon weiß Lie hebräische Poesie wenig/ Ihre geistige- Formest,/ welche ebenfalls die Schönheit pflegen/' wenden 'sich 'selbst'/wo-!sie Ei-zählungG -bietet-. - den wirrlkchen/ den-histöüs'chen- Ereignissen :All.- welM,in: pöetffchex WersestdarKstellt'tiverden-1 sonst aber ist sie -nur - eine 'Weste-, .des:MeLankens-Md^.,tzes,-GemüHB.!' Nicht! eine Weites׳ nichtige, ersonnene Welt hinzustellen, sondern m diese' "MWH^^elt'HMtt^MVedun-keü zu legen! und' zuhehen, das:! Gemilchtlhier Wntzrhalb derMirklichkeitchinDMleikell zu idealen AnschaUUnge11,.chas äst-die Sache der -hebräischen Poesie. - -;■':l׳Wst׳>.besttzen von/Fuda Halevi.eine kleine!/Zammluttg von Gedichten unter dein gemeinsamen /Trtek/:-,Die Meersahrt". "bekanntlich hat er, vor Sehnsucht getrieben, in späten Jahren seines-Löbens sich noch mlfgemaHi,'/umchasicheNge^Land"aufzüsstchen?׳Er.fährf also ans dem Mitt'elmeer/und'hät da eine Anzahl von Gedichtejl -Unterwegs gedichtet- < welche gesannnel-l ״Die Meer- -.fahrt" .bezeichnet worden, sind..-Alle,Dichter:;arischer Völker von/ Homer..- bis ׳ Goethe/ würden, .wenn sie: eine - Meerfahrtgedichtete chatten,"eine Beschreibung,' eine Schilderung dessen, was -sie bei/ 'dieser Meerfahrt'-'erlebt,' gegeben' haMir/‘■"$3׳äßi^re/?fiige!! 'sehen,' Und was ihre Seele׳-so aügeregt hat׳, diese -Bilder׳ würden/wir-, /deutlich -zu-schauen.- bekommen.- - Nichtsdavon- -bei-: Juda ,-Halevi.; - sgnder.n er - bringtzur. Darstellung, wie .sein, Herz-- bewegt morden- . ist, ׳welche Gedanken,in ihm angeregt wurden lvährend. dewFahrt. und ' so lautet' denn eine Strophe, die Schlussstrophe seines Gedichtes', d'iö'-er am Abend "gedichtet":' er - ist auf denk Deck' des Schiffes,! es׳! ist ׳ Nacht, -er" dichtet, 'und'-die letzte -Strophe, mit welcher, ich.-/auch diesen Vortrag schließen ׳ will, -lautet, dem- Deutschen angeeignet, also: .. .: ...... ... .. ..... _,, ״Unter mir ein Meer und ober mir ein Meer, dazwischen ein drittes Meer/ ' ' mein Herz, *’' “ /׳' ' ־ ־ Unter.mir, ein. Meer-von Wnsserwoge.n, über, mär ein Meer-, von leuchtenden Sternen, dazwischen ein drittes Meer, mein Herz 'Wenn' fetüb Wötzen' sich' erheben, rauschen 'sie mächtiger al-s׳ Me.Wellen des . / Meeres.. .. . . ----- - - - - ׳ - / . Wenn seine Sterne leuchten, glänzen.sie gewaltiger als alle Gestirne des 'Himmels,'' .׳'־ ׳- - Denw es.'wendet .sich zu. dir, o :lHottt".. . ... (Stürmischer, langanhalteuder Beifall u. lebhaftes Händeklatschen/) Fhney aufbauen. . Darum nur so. viel: Dasselbe Gefühl, jnit prelchÄn der Schuhmacher den von unkundiger Hchld eingerichteten .—-wenn.Sie wallen;, arrch .״zugerichteten" — Schuh.betrachtet, ,beschleicht .auch, den Lehrer, Jo oft ihm ein Kind übergeben wird, Las,. .zip Hause?.äuf Schulwissen/ und Fertigkeiten dreMt;worden ist/./ /Es,/machte/ arff. mich stets einen unangenehnren -Mvd-ruck,.-wenir'-'Khch.er.mm ihren. Eltern/sin meine? Gegenwart dstzch angehalten.wurden, mir durch/ Her/leiexn von unverstandenen Gedichten- KatechismusstückeM^rc. eine. Probe ihrer - ״Klugheit" 'zu geben. Mas i bei solchem Plappern in .der Seele des-Kindes :Vörgeht — es geht/ nämlich nichts darin,vor — das verräth zur Genüge, der stiere, ausdruckslose Blick. . ■■׳j :/Es würde zu west führen, wenn, ich auch noch, von den Mängeln der. .zu Hause angelernten Schristzeichen und der Nutzlosigkeit der mechanisch eingelernten Rechenkünste.— Ein- .maleins! — reden.und ferner zeigen wollte, welche Mühe'es -dem Lehrer verursacht, .den Schüler erst dahin zu bringen, dass er das Gelernte ״verlerne". Nur eins will ich noch, hinzufügen. Nach meinen Erfahrungen .verlieren. Kinder, die man allzufthh, d. h׳ vor. dem sechsten. Lebensjahre, mit Lernftyffen vollpfropft, /später nicht nur die Lust zum Lernen, sondern sie werden oft .auch!denkträge, .indem ,sie bei der ihnen.«umzogenen Neigung, alles, nur äußerlich sich anzueignen, .verhgrreq. Also weg mit der. Schulweisheit.aus der Kinderstube! /— Wollen Sie aber . doch. etwas an Ihren. Kleinen thun, was später in der /Schule ihnen,nützt.und den Lehrer bei. seiner, mühevollen Arbeit unter- ,stützt — .0,. Ihrem .guten Willen .steht ein weites .Feld zu .segensreicher...Thätigkeit offtn. Zuerst.lassen .Sie,es,Ihr unauß- .gesetztes Sorgen sein, den Körper der.,Kleinen zu kräftigen. Eine rationelle Pflege des Körpers verhütet viele Kinder- Krankheiten und.gibt dem Kinde Kraft, etwa, eintretende, leich^r zu überftehen — ist. aber.auch zugleich-, von. hohem Wertste für die Geisteskräfte, denn: ״In einem gesunden Körper, wohnt eiste gesunde Seele". Eine unmittelbare Förderung der Seelenkräfte muss, mit der״ Pflege des Leibes gleichen Schritt halten und geschieht dadurch, dass man die Kleinen recht piel. ״lernen" lässt. ״Also doch lernen?" — Ja; aber kein Lernen in dem Kindererstehung. Ob, es rathsam sei,. die Kinder . im vorschulpflichtigen Alter zu Hause .im Rechnen,, Schreiben w.. zu unterweisen? Nein, werther. Freund, durchaus.nicht; henn Sie .erweisen damit wed.er dem Lehrer, noch dem.Kinde. einen..guten. Dieitst. — HäbenSie einmalein! Paar reparaturbedürftige Schuhe, ehe Sie dieselben zum Schuhmacher trugen, .vielleicht,, erst, selber ein wenig: ausgebessert, vielleicht eine zu. legende . Sohle zugeschnitten und. zum. Theil angenagelt? . Nein, - das, haben Sie nicht gethan; Sie wussten im Voraus, welchen. Empfang Ihnen nach.. solch einem Beginnen der ehrsame! Meister bereitet hätte. :»Nun,. aber dem: Kinde ein wenig Schreiben, Rechnen, Lesen, Katechismusstucke rc. beizubringen,, ist. buch.nicht schwer!".Diese Ansicht, :werther..Freund,, involvirt einen..dicken Jrrthum, -der auch dadurch nicht dünner wird, dass er-so ׳weit, verbreitet -ist. Das Lehren und Erziehen, ist.- eine, ebenso, schwere Kunst, wie das Stiefelversohlen. > Ich. sage, wenn man irgendwo - auf / dies Thema./ zu sprechen kommt, me:. eine schwerere. — :weil sonst»!diese! meine.-Pehstüptung sstets,. :ein :allgemeiires / Schütteln / /des Sinne, wie es bei den.meisten Familien gang und gebe, ist. Nein, das Kind soll lernen, seine Sinne zu gebrauchen. Wenn man mit den in die'׳ Schttle eintretenden Kleinen die ersten Unterrichtsversuche macht, treten einem neben geistig regen - eine große Anzahl solcher Schüler entgegen, von denen man annehmen möchte, sie seien bis dahin blind und taub gewesen. Auch später, wo immer wieder an die als vorhanden vorausgesetzten Anschauungen der Kinder angeknüpft wird, wacht man dieselbe Wahrnehmung. Und man macht sie nicht nur an den Arbeiterkindern, die bis zum 6-. Lebensjahre kaum mehr sehen, als was ihre ärmliche Wohnung in sich schließt, sondernauch an Kindern solcher Leutt, von denen man- -bessere Erziehungsresultate zu erwarten berechttgt ist. Besonders den Kindern der Großstädte mangelt es an solchen Naturanschauungen, die die Grundlage unseres geistigen Lebens bilden: an Wahrnehmungen aus Wald-und Feld, von Bergen,!- Thälern und Gewässern, von den einfachsten Beschäfttgungen der׳ Menschen u: f. w. So ergabsich z-. B. bei einer in - mehreren Schulen - Berlins veranstalteten׳ Prüfung,; dass von! - sämmtlichen -gefragten Schülern von sechs -undmehr Fahren Kopfes ׳Hervorrüft. 5 Den Beweis-für ׳meine Behauptung r.müffen; > -gegen- 70■ PrvcenL keine Borstellung -von׳ Sonnenaufgang -und Sie mir schon erlassen; ich inüsste ja, wollte ich denselben54-!׳ Procerü keine von Sonnenuntergang besaßen, daD 7KProeent führen, ein ganzes System der Psychologie und Ethik vor noch keinen Thau, 75 Procent keinen lebendigen Hasen, 64 -

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