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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-05-01 · Heft 12 (1.5.1897) · p. Seite 2

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 12 (1.5.1897)
Date
1897-05-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2. GesterreichLschmngaxische Lantoren-Aeitung. 12 ,'eine Kugel, 6s Hß gen. et K. der MW Des beG^t H aber rHWZd WW, Me EHe. R t l~:י■ MFHWKA Wt MF°Wk«KKK'!S! MHirichter NnveHäH Behaupten könnte, begieng daher das fromme Judenthum, Wlches der gottahnenden Wissenschaft in alter sowie jn neuer Zeit willig das Wort überlässt am 5. Nissan. AVex sich davon überzeugen will, der gehe einmal hin zu solcher Feier und höre den Sabbathymnus. ״Herr und Gott aller Schöpfungen, Gepriesener im Munde aller Lebenden. . . ., der pust die Sonne, auf dass sie leuchte, dass sie strahle, der erschaut und gestimmt hat die Form des Mondes re." Oder den Huldigungspsalm: ״Lobet Ihr Himmel den^Herrn, lobet ihn Ihr Hohen, lobet ihn, Ihr seine Boten, Sonne, Mond und alle Sterne des Lichtes." Was also ist Kiddaseh hachammali, dieser seltener Gast? Gleich dem Monde in kurzen, monatlichen, so umkreist die Sonne in 28-jährigen Intervallen die Himmelsbahn 4), und zur Stunde ihres beendigten Kreislaufes, ihrer Ankupft an der die Allmacht und ihre wunderbaren Schöpfungswerke zu segnen. Und zwar mit dem Jubelrufe: ״Gepriesen fettst Du Herr, der Du offenbarst die Wunder der Schöpfung!" 1 Lazar Manj> l, Cantor i. P. (Koste!). ' . In Ergänzung unserer bereits in voriger Nummer der?- vffentlichteu Mittheilungen Mer die Gründung des ״Oesterr. israel. Gemeindebundes" bringen wir im Nachstehenden einen ausführlichen Bericht, der uns vom Vorstände der Wiener Eullusgemeiude übermittelt wurde: Dienstag dey ß. April fand um 728 llhr Abends im ״Hotel Continental" eine zwanglose Zusammenkunft der Delegirten staü.Die erste Berathuug wurde Mittwoch, den 7. April, im Sitzungssaale der Cultusgemeinde abgehalten. Der Präsident der . Cultusgemeinde. Herr kaiserlicher Nach Ktinger, eröffnete die Sitzung mit einer Begrüßungsansprache, in welcher er zunächst mit Freude constatirte, dass dje geladenen Gemeinden und Cörporatronen Delegirte eistsendeten, deren Namen in der Judenschaft wie auch in der Gesellschaft den besten Klang haben. Die Idee zur Schöpfung einer solchen Vereiuigmig sei nicht neu, doch sei der Vorstand bisher durch die Verzögerung der Genehmigung des Statutes an der Verwirklichung verhindert gewesen- Unmittelbar nach seiner Neuconstituirmig habe er, folgend einer Anregung aus Tescheu. des Cultusvorstehers Glesinger (Beifall), die -Angelegeuheit neuerlich m die Hand genommen und hege nunmehr die Zuversicht, dass aus Len heutigen Berathungen Heil und Segen ersprießen weide für die jüdischen Gemeinden Oesterreichs. (Lebhafter Beifall.) Redner erwähnt, dass das Präsidium den Delegirten einen Entwurf für eme Geschäftsordnung und für ein Statut zugemittelt hat und betont den Ausdruck ״Entwurf", weil ״Wir weit entfernt sinh, das übersendete als ein feststehendes Elaborat zu betrachten. Wir bitten Sie vielmehr, uns mit Jhrem Rathe au die Hauh zu gehen, damit durch gemeinsame Berathung MI Werk geschaffen weihe, welches den Bedürfnissen upd Anforderungen der Gemeinden und der exceptionellen heutigen Lage des Judeuthums erstspricht." Vergl. Lrselü, Leraeüatb. 59 d. M?i?,MperMx basMie-^lle^eitDNUß nationaler Zerklüftung unh/Sondernng, trotz-poljsischer Gegepsätzldeft und^ provMiel^x AußeiijandHtDurHeüaM.Axt der ^rMiöse ׳Oedanke? elyMnigMesAuMrHDres'MRnd geschlungen hat um alle Theile unseres Volke's. wir unsauch heute, geeinigt durch den gemeinsamen Glauben, durch das priucipielle Einverständnis, dem Judenthum zu. dienen, zu gedeihlicher Arbeit zusammenfinden werden. (Lebhafter Beifall.) Diese Aufgabe dürfte um so leichter gelingen, wenn wir uns bestreben — und ich spreche hier im Sinne des Porstavdes her Wiener israelitischen Cultusgemeinde' — von nuferen Berathungen die Behandlung politischer Fragen mjt aller Strenge fern zu halten. \ Trüb und düster ist die Zeit, da wir die Arbeit beginnen, allein ich darf sagen, dass noch immer, wenn das Judenthum von schweren Gefahren umdroht war und die Bedrängnis auf das Höchste sich steigerte, sich auch stets Männer zusammengefunden haben, welche, getragen von starkem, jüdischen Bewusstsein, mit Muth, Eifer und Hingebung dem Dienste der jüdischen Sache sich widmeten. Beseelt von demselben Muth und getragen von derselben Begeisterung für unser altes, ehrwürdiges Jpdenthum wollen wir an die Arbeit gehen, und indem ich Sie, meine geehrten Herren, zu dieser hohen Aufgabe nochmals auf das Wärmste begrüße, erkläre W die Verhandlung für eröffnet." (Lebhafter, lieber Poxschlag des Delegirtep Hlesinger wurden mit Acclamation Herr kaiserlicher. Rath Klinger (Wien) zum Präsidenten und die Herren Dr, Rosenbacher .(Prgg) Md Kr. Byk (Lembe.rg) zu. Vicepräsidenten gewählt, zu Schriftführern.dj,e Herren Dr.. Eben (Olmütz) und Dr. Sonnenschein (Troppau). Hierauf > referirte Herr Dr. Steiner (Wien) über hie Gründung eines ״Allgemeinen. österreichischen, israelitischen Gemeindebundes", dessen Zweck in ,erster .Linie die Abwehr sein soll. Was Einzelpersonen, Gemeinden und.Körperschafte.n bisher nicht gelingen konnte, soll nun die ,Repräsentanz des gesainmten Audenthums des Reiches zu Stande bringen, denn mit einem solchen Factor, werde mann hoch rechnen Müssen. Dabei, handle ..es sich keineswegs um die Politik, sondern um die Verfechtung der Grundlage der. gesellschaftlichen Einrichtungen, vor Allein um die volle Gleichberechtigung. Die nöthigey Mittel zur Erreichung des Zieles werden sich finden, .insbesondere können wir die Begeisterung für die erhabene Sache aus unserer uralten, bewegten .aber auch rühmvollen Geschichte, schöpfen, and.erersM siegt.׳..unsere Zukunft in der Heranbildung der Jugeuh nach den Traditionen unserer Vorfahren, jedoch dem Geiste der Zeit angepasst. Diese Aufgäbe könne ein auf gemeinsaiper Basis aufgebau.te.r Religionsunterricht vollbringeii.. Auch die eigenste Domäne des Judenthums, die Armenpflege hätte der Bund in würdiger und wirksamer Weise umzugestalten, sowie für die Zukunft der Cultusbeamten zweckmäßige Einrichtungen zu verschaffen. Auch die Beschaffung einer, jüdischen Statistik sei ein unentbehrliches Arsenal der Abwehr, desgleichen die Pflege unserer Geschichte, welche bei keinem zweiten Volke merkwürdiger sei. Die Gründung dieses Bundes ses auch ein erziehliches Moment, um das Bewusstsein des ״Jwri Onauclii“ müsste zum Durchbruch gelangen. Der Referent schließt mit dem Wunsche, hass es gelingen möge,

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