Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 12 (1.5.1897)
- Date
- 1897-05-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ÜesterreichisCh-ungarische Redaction u. Administration Wien, 8. Novaragasse 87. R. k. österr. Postsparcaffe ׳L'heck^Lonto Rr. 835,240. }! JitlVrat« . werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht vctQitnjirt. , Cexrtral-Organ fitf dir JitterMen der Csntvren und Tültusbüsmtrn. E r sch e i n t j e d e «zehn t eu L a g. Begründer: Ödercankor Jacob Bauer. PriittlttilerationS-PreiS.. iit Vesterreirs^-Llnflarn ... Ganzjährifl ..fl. 5-— Halbjäürig . .... fl. 2.50 FiirCntttorrn u.d1lt1u>b«a1nt0 i»l Ansland GlUlziährig . . .' . .lv Mirk ' . ober 5 Rudel. ■ Mir private und Institute, ganzjährig' .' . . . st.6־.—_ Rbnnneiueüt»- 11. Jitserkioir»^ > beträfle ftnv in Wien zalzlbar. Nr. 12. , .... ,1-1 ' P-;״;. IIJJJ 17. Jahrgang. '!A• ׳ VOSäSSatSSrnrnmimmmmma^mmmSm‘ / ׳׳/Änr 5i Nissan, ׳d. i. der )Gebente April׳ Wes׳ Jahxes,'. -KWM ״allen frommeil׳' ׳Meisen ׳ÄS JudenthuM ׳eine NW bezeichn end e Feier statt. Manmmnttesie stsülkamiriLA^^ Was 'ist Wstäü8ott ׳ tt8.6ttn.7r1lno.tt? Die KMten fteyten si<ch cheteten^ flehten, ׳Kn ^sünDlS-^aüch'die zwei^ Uövüenwende zu unter weiters Kreisen keine heilige, göttliche Änbetuüg/ sondern sie drohet,' in ' eine gedankenlose SonneNanbetung ausznarten.' Deshalb mögen hier einigecharakteristische Beweise Kr die nichts weniger als aber-' gläubifche Weltbelrachtung des Judenthums Platz sinden. . Die Kosmogenie nach jüdischer Anschauung konnte eigentlich nienlals wie alle anderen erschüttert werden; denn alle Anzeichen für eine geöcentrische. Bewegung der Himmelskörper,"wie . sie. etwa aus.Josua, Capitel 10 und 13, zu entnehmen wären/ würden gegenständssos durch jene, vielsagende, wenn auch, unscheinbare Sentenz/.der. Talmudisten, die heilige Schrift rede zu uns, sowie es. dem relativen Verstände des betrachteten Subjectes verständlich ist. Dass aber die Weisen des Talmud, d. h. des Judenthums, nicht einen einseitig schroffen Standpunkt in jener Hinsicht einnähmen, wie es denn überhaupt dieseproblematische Materie erfordert,, gehthervor aus mehreren Stellen im Talmud, von welchen//wir., eine' charakteristische hervorheben wollen.. Sie documentirt die.wissenschaftliche Toleranz' der Talmudisten auf's deutlichste., Im Tractat?688aodira x. 97 1»., lesen wir von einer. Disputation Zwischen jüdischen Gelehrten über' das geo- und heliozentrische System. Dieselbe endigte mit dem bescheidenen Rache eines der größten talmudischen Lehrer, R. Jehüda, mit der Aufforderung nämlich:. ״Kommet, lassen wir uns hierin von den Gelehrten anderer Nationen belehren"/ Einer offenkundigeren Änerkenuung der außerjüdischen cosmogeiiischen Anschaumigen bedarf es wohl kaum. Von nicht geringer Bedeutung für unseren Gegenstand ist eine andere Stelle im Talmud, Deraottob x. .59 5., welche lautet: ״Wer jemals das Glück in seinem Leben hat, , die Wende der - Sonne,• die einmal in 38/ Jahren. wiederkehrt, zu ... Y-Sänhedrin'-P. '86-.a . .-׳ ־ ■’ ־ - ■ : - - beobachten... der. sage. dm. Segenspruch.: »gelobt ftffst du HWr. der du offenbarst Ke Werke der Schöpfung/.. ... ' Aber ' auch durchaus conssqusitte und gri'mdlich gelehrte Systeme über das Weltgebäude/ ähnlich dem galliläischen und Kant-Laplaee'scheNj finden sich׳' unter den Geistesschätzen nach- ן Kaliger jüdischer Denker, und an deren:Spitze/glärrzt das unerreicht hohe System des unsterblichen Maimonides.. Seim; majestätische .GedankenMiwErrnglüber. ״dichey^Skoff' .besitzen »A Menr ThÄe/ seines laä ttSLt1a3aLa^. in dem ttaottoässott, sowie speciell über unseren Punkt in Wllvdab beraciotli, nicht zu gedenken feiner übrigen, von tiefen astrouomischen Kenntnissen zeugendM Lehren 'in feinen anderen klassischen Schriften, worunter der Norsb Nevrochii!* in erster Reihe zu nennen ist. Kein Geringerer als der Begründer der experimentirenden Naturforschung, der große Schöpfer:des novum. organusa scientiarum, Baco von Verulam (anno 1620), von seinen Zeitgenossen Dootor mirabilis genannt, " der eine vollständige Reform der Weltbetrachtung und der speculativen. Beobachtung der Dinge herbeiführte, er steht nicht an, : dem jüdischen Asttonomeu seiner Zeit das schöne Zeugnis qnszustelleii-: Viel genauer als von den kundigsten Astronomen , ist/ die: Zeit des Mond- Umlaufes von den Hebräern..berechnet wordeui 2), Die Aufstellung der 13 Cyclen sei ein bewundernswerthes . Kunstwerk der Astronomie, darauf berechnet,׳, .alle- Schwierigkeiten zu beseitigen, die sich der gesetzmäßigen.' .Feier׳ der. in der 'Schrift angeordneten Feste entgegenstellen: könnten. 3) - ' Ungleich, beharrlicher und geheimnisvoller stellt.sich die Betrachtung der Weltkörper bei den antiken, griechischen Denkern dar. Eine'starre Vertretung dervon der .modernen. Anschauung gänzlich verworfenen Ansicht durchzieht ihre:. Systeme wie ein rother Faden. . ' : ' Plato in seinern Tinraeus 40 ׳ lehrtIm Mittelpunkte des Universums befindet sich unbeweglich ruhend die Erde Um sie kreisen die Himmelskörper, zuerst der Mond, dann die Sonne, hierauf die fünf ׳ Planeten. 'Ebenso Aristoteles : In '-) Op. maj! (ed. Venetiis 1750) p. 92,' vgl. Mntsschrift (1896) für Gesch. und Wissensch. deK Judenth. p. 324. 3) Roger Daeou lo.eo Mato- Pag. 94. , :