Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 8 (11.3.1897)
- Date
- 1897-03-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/1304829-3453397-3453405--4780-3459278- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 8 k'Wetd» -rmgämMe Lanloren-Aeitung. Seite 3. **fr erzogeir worden,: mo^u^Teyaoif ÄH HuÄHÄernieh^en8eü:! Ausfl^h^gefetzö Mef b eigetragsni cksabenv-Kaum. hyt;di^Msitzebun^dwserHeseßö ^OMer^indEng j ^l;gM^li^eu uVo1MHÄ^ ^M.-Ue^ äub^n, .״mib ^^lnü-.MMNM.HeMchen^chnd^ch^Mziehdi i'־־J>^־'־־’c“ ^'^jxagep, f^da chegUDM^Mder. M ^IlKifsswiten . MMW:MhHcht,.^MschMchDg^mWtWche;-Zurj;^NchMg^l1 - :BerKMsHtigung.die! . ^Me/deZ.HrvWtM-:-^MM m Volk, ziehe dich in deines .MWerMDK-MMiE He Thür hinter dir^ M hie,!W "" ,Michel sRu.)vrrd/( (Zes,.׳L6—2Q;׳.., (־ 100/Jahren geHan. hat, er würde.ckallm/vmr.Z'usülörunAe^^ schöbt blei.beii^ pd^ zum mindesten als .,Judenknecht" .verschrieen 'NxVeh MebeNc. dieser Predigten,, (1792 erfchiepench es Christoph .Meter-Mtzhch^-^. ,F.. privilegirter Buchhändler in Wiep) ^sind iin! /Uwf-SWMM.^8,Meit.en-d.e.rrErziHNng^r Kinder MpHleusch-en^ lieb e^gelp^let, und da auch wir in der vorliegenden.Abhandlung für! die.'-!Erziehung der Kinder zur, allgemeinen Menschenstiebeesptr.aten, erachteil wir es alsdoppelte Pflicht, einige, aus .cheu:^Mßchtell. Predigten hierwitzutheflen. Obwohl dieselben, von ein^. christlichen Priester vor christlichen -Zuhörern gehalten, eiste christlich יreligiöse - Färbung - haben, können dennoch׳ ,auch) -jüdische Eltern manches Gute daraus lernen. ),Der Weife! 'sterut--von Jedem." (Ab. 4. 1.) Am-falschen Deutungen vörzübeugen, bemerken wir noch, dass der genannte Verfasser an mehreren Stellen nicht sehr für die Juden eingenommen zu sein erklärt, ׳besonders macht er gegen die Pharisäer harte Ausfälle, ohne merken zu lassen, dass Jesus, der doch gleich Paulus auch ein Pharisäer war, nur die scheinheiligen Pharisäer, und dies mit Recht tadelte. In der ersten Predigt heißt es nun: I. (S. 7). ״Noch nie bestieg ich seit Verfolgung unserer Erziehungsreden diese Stätte mit so vollem Herzen, als heute, da -ich zu einem der größten, wichtigsten und umfassendsten Gegenstände der gesammten Menschenerziehung hingezogen werde. Denn ich trage heute die erhabenste Wahrheit der Religion vor, und zwar die, dass die ganze Erziehung auf Menschenliebe ihre Richtung hinnehmen soll, und dass Bildung der Kinder zur Liebe der Zweck aller unserer Bemühungen für ihr Wohl sein müsse." II. (S. 87). ״Menschenkrünkung und Beleidigung ist die größte Sünde und Lieblosigkeit, die einzige sittliche Verdorbenheit des Menschen. Das sei nach unserem Texte unsere erste Betrachtung. Daraus wollen wir dann einige Regeln für die Erziehung herleiten, , wie man der Jugend diese Wahrheit wichtig machen und sie vor lieblosen, menschenfreundlichen Gesinnungen bewahren soll." III. (S. 453). ״Menschenliebe, wahre thätige Menschenliebe ist der Zweck der Erziehung, die vollkommene Bildung des Menschen, der Weg zur Glückseligkeit, weil sie der einzige Beweis ist, dass wir Gott thätig lieben." IV. (S. 303). ״Fraget nicht bei euren Liebeserweifüngen, wessen Volkes, oder Glaubens bist du? Er sei nun eures oder eines äußeren Glaubensbekenntnißes; er mag euch Wohlwollen, oder , hassen; er sei Fürst oder Bettler, gut oder böse — machet keipe Ausnahme! Lehret es die Jugend nicht anders! -Bringet ihnen keine solch' beschränkten Grundsätze bei, als ob Wan bei ErÄeisüüg Her'-ÄieÄe ׳aust dew UntörMed der Gebürt oder des Bekenntnißes und anders mrßereEerMrdungen sehen müsse; nur diegrößere Noth kamrsieü echrech.vor^denl. andern eines Vorzuges würflig machen: In diesem Smne ermahnte der Apostel die /AWsten: .״LaM-W^Mutes -HLn.:.em Ällen!" allermeist aber ....^?,hen.^GLa1tbe^gftpoffe^')MiL in jenen.Zeiten der Ver- .folgung. diejenigen, , welche den.chrMichen Glauben bekannten,!Mch ^.flen. Heifchnh,E^׳ die. NritttMtzlUlg der begüterten Christen konnten. Außer j^i(:u^|cEe.JÖtclS^ :a^itmfaffettb. -und erstrecke sich sMf) - .Starch' oder Abkunft, Vaterland Das. ist der Umfang der evangelische!. :V. 4<S.'3.&) .Derjenige, welcher gegen das Wohl seiner gleichgMg-.und kalt ist/ sondern auch Hreuhe, au. ArM schmerze und Unglück finden kann, der ver- .dsentr'für, den verworfensten, .der..schärfsten Strafe würdigen Hp^ewiHt gehalten zu werden." . , VI. (S, W0). ״Es begegnet dir ein armes Christenkind j,unb em hitfebediirftiges Juden kind. Wer ist da dein Nächster? ,sollst du das kehte verstoßen und dich allein des ersten anfnehrnen? Blesxfi Umstand kann hier keinen Entscheidungsgrund s abgeben. Gesetzt aber er hätte Einfluss in deiner Hilfesleiftung und du ließest dem ersten Kinde darum mehr von deiner Wohl- Hat üngedeihen, dürftest du das letztere hilflos lassen und ver- .stoßen? Wüsstest du, dass dessen Noth dringend wäre, wem solltest du des Mehrern zufließen lassen? Beide Kinder sind ins .Wasser gefallen/und du könntest sie beide retten. Dürftest Du hier eine Ausnahme machen? Wenn die Gefahr gleich groß wäre,;solltest Du nicht das erste, das ׳beste, was du könntest, retten? Solche Fälle Leget euer״ Kindern zur Entscheidung vor! Begnüget euch nicht blos mit der allgemeinen Antwort, dass jedermann unser Nächster sei, sondern setzet gleich die Bestimmung hinzu, dass jeder es sei, der deiner Hülfe bedarf, und in dem Maße, als-- er sie bedarf. Erweise jedem am meisten, was er ohne dich am mindesten haben lvürde. Je näher der Mensch deinem Gesichts- und Wirkungskreise kömmt, desto mehr bist du verbunden, seine Wohlfahrt zu befördern, mithin desto thütiger gegen ihn gesinnt zu sein. Betrachte ihn als deinen Nächsten, als deinen Bruder. Halte dafür, dass der Vater dir ihn darum zugesandt hat, damit Du dich seiner brüderlich annimmst, und du dich so als Gottes Kind beweisest!" VH. (S. 472). ״ Keiner rühme sich ein Christ zu sein, oder von mir etwas gelernt zu haben, wer nicht Menschenfreund ist, und dass er das sei, nicht aufrichtig beweiset. Das sind meine Lehren, Ermahnungen, Bitten, womit ich jetzt, meine Geliebten, von euch scheide. Das fei also unser Losungswort, und unser Wort der Scheidung: Liebet! Wer seinen Bruder liebet, der liebet Gott, der ist in Gott und Gott in. ihm. Möchtet Ihr doch, meine Lieben, dieses theuere Abfchiedswort wohl zu Herzen fassen! Möchte von nun an Liebe der Grundsatz der Erziehung, der Grundsatz aller eurer Gesinnungen und Handlungen sein, und der Gott der Liebe erfülle euch mit seinem Sinne! Sein Geist ruhe auf euch und bleibe bei euch allezeit, Amen!" Von solch' beherzigenswerthen Lehren überftrömen die Predigten des Dr. Wieser, und' wenn viele Geistliche in gleichem Sinne von der Kanzel herab über allgemeine Menschenliebe, das Ehrenwappen der christlichen Religion, zu ihren Gläubigen sprechen'würden, dann wäre wohl der AMsemitismüs «n längsten gewesen. (Fons, folgt.)