Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 7 (1.3.1897)
- Date
- 1897-03-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Gesterreichischumgarische Lantoren-Zeitung. .5. dH MsltteA<>Deip1;Weiten Ahsgtz, hielt Graf Wjlczek nachdenklich .;- das? dN-Pussus.. ,.'GL' ׳ Majestät.Wlärt, .' sich' 'an diesen Wortlaut ß seines-HnssprllcheZ' uiM eyMertt^Kp/.ÄuieL^".uvnT' IH'yi k (GrFfeü 7W.i1eb^ rtt^schi^^euurcht7gell raucht I w-Md%''da7ber,M^7^vMttck.-»exüUere-'7d1e Deutung zÜlaMdM/der Kaiser 8w Hi- Mde7-stGentze^MchPcä.che.7-vMeicht 7oöch geMn. Habe, w ä.s-' e 1V t f ch i e d'in7 u 11' r ich t l g 7''s. e i. Unser Berichterstatter kam' s.ödaNn auf. das Gespräch, das GrafWilczek mit.'dem Kaiser, beim'Hofdiner -hatte, selbst zu sprechen und - da machte Graf Äilczek nächstchende'Bemerkungen: ״Während des Gespräches mit'Sr. Majestät fam auch die Rede auf den setzten Ball der Stadt Wien und dg bemerkte Se.. Majestät: ״Der Ball, war hübsch, es waren viele' Leute dort."7 Darauf sagte Gr.ch Wflczek Mn Kaiser: ״Auch ich war eingeläden —.in das EörNits. Ich bin. jedöch nicht hingegangen, denn meine' Wege sind 'andere als jene der Herren im Rathhause. Ich bin. über- Haupt nicht für: dgs Extreme, ich bin für die goldene,Mittelsträße,' döch lvo nnnnst man das Hold her?7״ 7 77Her Kaiser. nickte zustimmend. 7 . 7 ,; .. 7, 77, Als. nun Graf Wilczek eine Bemerkung ..machte, die sich direct auf-,den. Empfang, des. Kaisers im Rathhaüse bezog, nahm Se,MchWt-Änkass,'seijie damaligen Aeußerungen zu Dr. Lueger so/zu7präclsiren7 dass-versichert werden darf, es sei von. den ursprünglich verbreiteten Worten ״Mein lieber Dr- Lueger" k e i n e I d e e gewesen. Wohl aber -hätte Se. Majestät den Viceb.ürgermeister. Dr.. Lueger über sein' Befinden., befragt - und ob er sich nach seinem Aufenthalte an der Riviera wieder Wohl fühle. So weit Grus Wilczek. Nach btefeit Ausführungen wäre also die Aeußerung ״mein lieber Dr. Lueger" nicht gefallen—- was die Herren, welche die Nachricht in die Journale lancirten und so'lange uiuviderspröchen ließen,, doch schön längst hätten bekennen, sollen. Der Untergang von Sodom und Gomorrha.^) 7 Bon Dr. Karl Diener. Das Tote Meer ist einer der-merkwürdigsten Binnenseen der Erde. Es bezeichnet die tiefste Stelle der Jordanspalte; dieser furchtbarsten Schramme in dem Antlitz unseres Planeten. Seine Oderstäche liegt 394 Meter und sein Boden nahezu 800 Meter unter dem Spiegel des Mittelländischen Meeres. Es entspricht, in Uebereinstimmung mit der Jordanspalte selbst, einem grabenartig gesenkten Streifen der Erdrinde, der an einem System meridional streichender Verwerfungen zwischen den gleich Pfeilern stehen gebliebenen Plateaux von Judaä und Maob in die Tiefe sank. Diese Senkung vollzog sich wahrscheinlich während der jüngeren Tertiärzeit, jedenfalls lange vor dem Auftreten des Menschengeschlechtes in Vorderasien. Katastrophen von so erschütternder Gewalt, wie sie den Einbruch des Toten Meeres oder des unteren Jordan begleitet haben dürften, sind in historischer Zeit nicht mehr eingetreten. Die einzigen Veränderungen, die sich seit der Besiedlung der Jordanniederung , an dem Ufer des Toten Meeres vollzogen Haben, werden uns in dem ersten der fünf Bücher Mosis, der Genesis,, geschildert. Es sind dies die Umwandlung des ehemaligen Thales Siddim in einen Salzmorast, in eine Dependenz des Toten Meeres, und die Zerstörung der vier Städte Sodom, Gomorrha, Adama und Zebojim durch ein göttliches Strafgericht. . , 7׳ 7 ׳ Über die Natur jenes Ereignißes, dessen Eindruck auf die Zeitgenossen, , den-! Darstellungen, des -Berichterstatters in der GenMs'ünd ^den7Hinweisen׳ in den Psalmen und Offenbarungen זי; H ׳ Nach,.einem in,.der V k, geographischen Gesellschaft in Wien gechaltenen Vortrag. 7-; ־■. , der Propheten;Mch, Zu - schliHew. - M uyANvöMich^ti^rv wefH'find. ׳die^-Memungenseitjeher weih, ayseürandergegangen^^ Ja, einzelne Kommewhatoren: haben ״daK Ereigrns in., der in. dem, 19. Kapitel der. Genesis gHchildertei; Form geradezu,.fün eine UMygülHeij-^, erkschct^;.obwohl ebZn dieses Kapitel.durch seine vielen.gmaußn.-LomL^chreibungyr-hMrAnschein hat, in strengem Sinne -histyrjsch..zu^.feimuub. eine.- sehr alte Üeberkeserimg. wiederzugeben.7 . .., ... . Die Forschungen der letzten Jahrzehnte haben eine Reiheusuer Beobachtungen im Gebiete des Toten Meeres^ רgezeitigt, die esgestatten,', den Lösung - der Frage nach der Artjenes Naturereignißes gegenwärtig mit einiger Aussicht. auf Erfolg näher zu treten. ׳Es sei in dieser Richtung insbesondere auf .die Arbeiten von L. Lartet, des geologischen Begleitersder Gxpeditiou des Herzogs von Luynes, von Hüll und Blanckenhorn verwiesen.. . - . .; ..... .... . Der Schauplatz der .Katastrophe:, das Thal Siddim mit den vier fluchbeladenen Städten, dessen, Überflutung durch das Salzmeer im 3. Verse des 14. Kapitels der Genesis mitgetheilt wird, lässt sich mit ziemlicher Sicherheit feststelleu. Man darf dasselbe mit einem.hohen Grade von Wahrscheinlichkeit in den südlichen Theil des Toten Meeres verlegen, .der eine seichte, auf weite Strecken nur wenige Meter tiefe.. Lagune, bildet, die nach Süden hin in einen wahren Salzmorast, die Sabcha, übergeht. In dieser Lagune liegen große Massen, von Asphalt unter dem Seespiegel begraben. Nach heftigen Erderschütterungen lösen sich Asphaltklumpen vom Untergründe los und werden auf der Oberfläche der Lagune schwimmend anaetroffen. Auf den Asphaltreichthum des Thales Siddim weist folgende Stelle im 10. Verse des 14: Kapitels der Genesis hin: ״Und das Thal Siddim war reich an Brunnen Asphalts." Da in den am Ufer des Toten Meeres anstehenden, fast ausschließlich der. Kreideformätion angehörigen Gesteinen die Imprägnation mit Asphalt nur eine geringe ist, so passt die obige Schilderung nur auf die den südlichen Theil . des Sees einnehmende Lagune. Hier ist also wohl das ehemalige Thal Siddim mit den vier untergegangenen Städten zu suchen, die, wie eine Stelle der Weissagung der Propheten Zephania (Kap. 2, Vers 9) beweist, ebenfalls vom Salzmeere überdeckt wurden. Unter den vier Städten selbst war Sodom, die östlichste, noch in der Niederung selbst aber nahe bei Zoar gelegen, das bereits am Rande des nwabitischen Felsengebirges'gegen dir Ebene des Thalesvon Siddim stand. Dieser Ort, in den sich Lot rettete und der von der Katastrophe verschont blieb, wird noch von den arabischen Geographen zur Zeit der Kreuzzüge als ein Handelsplatz an der Karavanenstraße vom atlantischen Busen des Rothen Meeres nach Jerusalem genannt. Die Entfernung zwischen Zoar und Sodom war nur eine geringe, wie aus Kap. 19, Vers 15 und 23 hervorgeht, da Lot den Weg in der Zeit vom Beginn der Morgenröthe bis Sonnenaufgang zurücklegte und die Dämmerung in diesen Breiten nur eine kurze Dauer besitzt. Ein Suchen nach diesen Ruinen vom Sodom oder der übrigen untergegangenen Städte, für das manche Reisende eine besondere Vorliebe an den Tag gelegt haben, halte ich für aussichtslos, da doch in den Schriften des Alten Testamentes wiederholt die vollständige Zerstörung jener verfluchten Städte und die Umwandlung in einen Salzmorast betont wird. - Die ausführliche Schilderung des Unterganges von Sodom und-7Gomorrah, neben : denen Adama Und Zebojiiy. noch? hei Hoseu (11, 8) genannt werden^ findet sich im, 1%^ Kapitel der