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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-03-01 · Heft 7 (1.3.1897) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 7 (1.3.1897)
Date
1897-03-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seile 4 Gesterreichisch-ungarische Lantpren-^eitung Nr.. 7. Lu der ״Fumkfurter Zeitung" die Richtigkeit dieser Worte be- , uahmsvollen Worten unseres Kaisers für den Fiihrer des, christstritten. Mld auch die letzte Nununer der .Osten׳.-Wochenschrift"! lichen Volkes liegt; wird nicht '. verfehlen, den/tiefsten .EiKruck " - . . hervorzurufen. Es ist die . glänzendste Genugthuung, die Mn Kr für alle jene Mühen, für alle-jene-Angriffe/ - die- 'er׳-ühLr-׳?ffch ergehen lassen musste, reichlich entschädigt.׳ enchielt ein Eiugesendet eurer hohen Perfönlichkert, das die Anspräche des Kaisers an Dr. Lueger als unrichtig wiedergegeben erklärte. ,Aber mit derselben.Dreistigkeit,, mit welcher die sauberen Herren Antisemiten die Wolle des Kaisers , lediglich zu Wohlzwecken fälschten, logen sie weiter fort und bezeichneten die aufgetauchten Dementis als .,unverschämte Erfindungen jüdischer Journalisten." Die Discussion der fraglichen Worte zog immer weitere Kreise, und nun sehen sich die Antisemiten dennoch zu der Erklärung gezwungen, dass die viel citirten Worte des Monarchen nicht-gesprochen worden sind. Das ״Jllustr. Wiener Extrablatt" veröffentlichte im Abendblatte vom 24. -Februar eine diesbezügliche Notiz folgenden Inhaltes:- -, _ ׳ .,Wir erhalten aus F r a n k f u r t a m Mai n folgende Depesche: . Der Wiener Correspondent der ״Frankfurter Zeitung", telegraphirt: Gegenüber der Ableugnüng des ״Deutschen Volksblattes" Halte ich, die.Nachricht, der K a i se r habe geäußert, dass er Lueger nicht mit ״mein lieber Lueger" angesprochen habe,? vollkormnen aufrecht. Ich füge noch hinzu, dass Graf Wilczek ausdrücklich ermächtigt wurde, von dieser dementierenden Äußerung des Kaisers öffentlich Gebrauch zu machen. Wir sind in der Lage, diese Meldung durch folgende Details zu ergänzen: - : GÄegentlich eines der letzten Hofdiners conversierte der K aifer .mit dem,Geheimen Rache Grafen. Hans Wilczek, und. das Gespräch lenkte, sich auch den Ball der Stadt Wien. Der-Kaiser bemerkte, dass er den Grafen dort nicht gesehen habe: :Graf Wilczek erwiderte, er wäre diesmal nicht so gAcklich gewesen. Seine Majestät: auf dem Balle begrüßen zu können, da ihn derzeit seine Wege abseits vom Rathhause führen. Der.Kaiser antwortete, dass das Fest sehr gm besucht war; übrigens sei er erstaunt gewesen, dass ihm die Worte: ״Wie geht es Ihnen, mein lieber Doctor Lueger?" in den Mund gelegt wurden, die er-nicht gesprochen-habe. Der Kaiser äußerte sich weiters mißliebig über solche Unwahrheiten und betonte, er wünsche, dass man die Wahrheit erfahre." Noch ausführlicher berichtet das ״Neue Wiener Tagblatt" über diese Affaire. Unter dem Titel ״die Kaiserworte im Rathhausballe" schreibt das Tagblatt am 26. Februar folgendes: Im gestrigen Abendblatte haben wir über den Rückzug berichtet, den das Organ der christlichsocialen Antisemiten, das;,Deutsche Volksbatt'', betreffs der uns dein ׳Rachhausball vom. Kaiser an Dr. Lueger angeblich gerichteten Worte: ״Wie geht es Ihnen, m eL n lj e b e r Dr. Lueger? .angetreten hat. Auf dem Ball wurde dafür gesorgt, dass diese Worte Eingang in die hauptstädtische Presse fänden, und da Functionäre der herrschenden Partei, ja sogar Beamte des Rathhauses' sie bestätigten, so erschienen sie auch im Berichte unseres Blattes. Gestern dementierte das ״Deutsche Volksblatt" sich mit einem Male selbst, indem es zugab, sein Gewährsmanns der Gemeinderath L e h o. f e r, dürste sich geirrt und die Aeußerung des Kaisers blos: ״Wie geht es Ihnen, Herr Dr. Lueger?" gelautet haben. Die Bemerkungen, welche dieses Geständnis herausfordert, finden die Leser an leitender Stelle. Hier wollen wir dem Urtheile der Oeffentlichkeit nur die chronologisch geordneten Thatsachen unterbreiten. — . 7/9. Februar. - Das ״Deutsche Volksblatt" schreibt in seinem Berichte über den Ball der Stadt Wien: . - . .,.'Schon seit, dem Cinttitte des Kaisers — auf der Fest- Kege -^ begrüßte erin -der leutseligsten Weise den Bürger- Meister und׳ wendete" sich-sodannan Dr; Lueger: mit der Frage: Wisi:geH t? M .GH«ML..KeLn. lieber LuegerZ( Sind>Sse schM׳gM-und?.Dst,große Auszeichnung, die in..diesen Heil? - Am 10.. 4119>״18 ״17 . ,,16 ״15. ״14 ״13 ..42 ״,> 20״21 ״. Februar.— Generalpause. Dr.. Lu.e g er schweigt, Bürgermeister S t r ö. 6 a ch schweigt, Vicebürgermeister Dr. N eum ay et schwngt׳,׳Stadträth׳Dr. Wä'tz׳ite־־V's'chWgt, Gemeinde-" rath L eh o f e r schweigt. Alle diese Herren waren beim Empfange des Monarchen. in dessen unmittelbarer Nähe, und da sie schwelgen, muß die. vom ״Deutschen.,Volksblatt" so: ftarf hervorgehobene Ansprache wohl Kr .richtig gehalten werden, ^ui 13.66t) ooussutiirs viäslur — wer schweigt, scheint zuzustimmen. 22. Februar. Die --Frankfurter Zeitung" bringt äuf-Grund eines Ballgespräches, das Graf Hans W i l cz e i senior mit: mehreren Herren hatte, die Mittheilung, dass die kaiserlichen Worte an Dr. Lueger auf dem Rathhausball entstellt worden seien.-- Der Kaiser habe Dr. Lueger n i ch t mit den Worten ״Mein lieb ex" angesprochen. 1;;' ' ’ - :23: Februar. Das ״Deutsche Volksblatt" schreibt.wörtlich: - .... ״Wir bemerken, dass die Worte ״Mein lieber- Dr. Lueger" vom Kaiser t-h a t s ä ch l i ch g e s p r o ch e n w u r d e n, wie dies nicht nur Dr. Lueger, sondern Bürger- Meister Strobach, Vicebürgermeister Dr Neümayer, sowie die Gemeinderäthe Dr. Wähner und Lehofer, die beim Empfange des Monarchen anwesend waren, a l s O.H r e n z e u gen b estäLigen können. Die Mittheilungen des genannten jüdischen Correspondenten an sein jüdisches Blatt erweisen sich dementsprechend als eine ״unverschämte Dementirung eines Käiserwortes." 24. Februar. Man suchtim-,Deutschen Volksblatt" wieder vergebens eine Erklärung der Herren Dr. Lueger, Strobach, Dr. Neumayer, Dr. Wähner und Lehofer, dass sie jene Aeußerung als Ohrenzeugen nicht, bestätigen könnten. Dafür hält der Correspondent der ״Frankfurter Zeitung" seine Nachricht aufrecht. 25. Februar. Das ״Deutsche Volksblatt" gibt plötzlich zu, dass die Aeußerung des Monarchen blos ״Wie geht es Ihnen, Dr. Lueger?" gelautet habe. Sein Schuldbekenntnis lautet Wörtlich: Wir' constatiren lediglich, dass uns der Wortlaut der Au spräche des Kaisers von dem Gemeinderath Herrn Lehofer mitgetheilt worden war, der dem Empfange des Kaisers im Rathhause beigewohnt hat. Herr Lehofer dürfte u n r i ch t i g gehört h ab en." Welche Wendung! Das ״Deutsche Völksblatt", gestern noch auf stolzen Rossen, vollzieht heute an sich selbst das Harakiri einer ״unverschämten Dementirung". Wo bleiben denn nun die Ohrenzeugen, die durch ihr Stillschweigen jene. Aeußerung gewissermaßen bestätigt haben? Wahrhaftig, etwas Beschämenderes als eine solche Situation ist uns nicht so bald vorgekommen! Nach alledem wird man es begreiflich, finden, dass wir uns an den Grafen Wilczek selbst um authentische Auskünfte über die Angelegenheit gewendet haben? * ...• ■*׳ ... ׳ -<- ־ , - Ern Grsprärh mit dem ©rafeit Wilcxrlr. _ ׳ . Geheimrath Graf Hans Wilczek hatte die Freundlichkeit, gestern Abends einen Mitarbeiter unseres Blattes zu empfangen. Derselbe war beauftragt, sich über das Gespräch, das der Kaiser mit dem Grafen Wilczek bezüglich der Aeußerungen des Monarchen auf dem Balle der Stadt Wien führte, einige Details zu erbitten. Zunächst fragte unser- Berichterstatter den Grafen, ob das Gespräch, das er . vorgestern - .mit dem Berichterstatter des' ״Deutschen Volksblatt" gehabt, complel und richtig wiedergegeben sei. ' ' . : ׳; /״ ׳ Graf Wilczek erwiderte: --Mm-'Größen und - Gänzen ist unsere Conversation richtig aepr-oducirt,.doch erlauberp;Sie' mir; dassi ich deB׳.djWezirgljchfn:7.V«ejchtr7jyyM׳--'einmal hMchgehe./ Unser. Verichterstatter? ^eichte Hem. Grafen, Wilczek ein.. Exeryplor

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