Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 6 (21.2.1897)
- Date
- 1897-02-21
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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&& 6 . GesterMchisch-ungakische Lantoren-Zeitung. Nr. 6. ״H^ltp ffpeng dw Religion." (Tr. Tamid, 2K.;) Wer Eltern in. eipex 'ZWchche. setzen׳ ja. offenkundig ihre Religion aufs, Spiel odxx geben sie nachhex ganz, auf-. Diesfinden, die Kinder frühzeitig genug heraus und verlieren hiedurch die Pietät: gegen, die/ Elternmch achten nicht, ihre. Hlutorität. ״ Autorität und. Pietät sind die bewegenden, sittlichen Motive in der Familie." Wiehl.)? In einer guten Erziehungsolleudie Sitten und Traditionen; der Familie und der Mtion fortgepflanztwerden, in einer genuschteu Ehe ist dies jedoch unthunÜch, weil: die diesbezüglichen Anschauungen der beiden Elterntheile, zumeist entgegengesetzt, fmd. ״Was von den, Vätern stammt, was sie mit Liebe gchpgt und gepflegt haben, das soll der Jugend auch von Kind auf, chrwürdig sein-: sie soll an den Erinnerungen aufwachsen, die ein. heiliges Besitzthum der Familien und der Völker sind," (Palmer.)- ״Die Nationen selber fallen, in Trümmer, wenn einmal ihre Cardinalsitten fallen; denn in dem Aufgeben dieser Sitten ist zugleich der ganze Charakter der Nation, die innerste Cultmumcht derselben verleugnet und abgeschworen." (Riehl.) Aus diesen richtigen pädagogischen Grundsätzen ist genügend zu ersehen, dass in einer Mischehe die wichtigsten Faktoren zu einer guten Kindererziehung, was der eigentliche religiös-sittliche und sociale Zweck der Ehe sein soll, (Tr. Ketub. 59) mangeln. Endlich wollen wir noch in Kürze hinzufügen, dass Mischehen, sie mögen in den niedrigen, mittleren, oder höheren aristokratischen Kreisen geschlossen werden, den alles Gute und Heilsame Pest? artig zerstörenden Antisemitismus intensiv und extensiv vermehren. _ (Forts, folgt.) Das neueste Bibeüverk.*) (Schluss.) So,wird nach diesem neuesten Stande, der Wissenschaft die. orthodox jüdische und christliche Tradition augefochten; die angeblich älteste biblische Schrift ist etwa 1000 Jahre später, nicht uni 1300 v. Ehr, sondern erst um 400 v. Ehr. entstanden, in jener Zeit, wo das Propheteuthum im Niedergänge begriffen, war und das Priesterthum. die entscheidende Rolle im jüdischen Staatswesen übernahm. Es war natürlich, dass bald ein Werk geschaffen wurde, welches über eie Wiederaufrichtung des jüdischen Staates und über die religiösen Reformen Es ras. und Nehemias auf Grund des priesterlichen Gesetzbuches Auskunft gab. Dies ist geschehen im fünften Jahrhundert v. Ehr. in verschiedenen Schriften, die zum Theile in den Büchern Esra und Nehemia erhalten sind. Diese Bücher sind eben deshalb nicht von dem Verfasser der ״Bücher der Chronik" geschrieben; sie gehörten auch ursprünglich als ein Th eil zu den Chronik-Büchern. In diesem Werke, um 300 entstanden, ist die ganze Geschichte von Adam bis Nehemia (432) enthalten; der Schluss der Chronik wird ini Eingänge des Esra-Buches wieder. ausgenommen,und/pepvollständigt; es ist aber nicht, eigentliche eine Geschichte Israels, sondern nur eine solche der Davidischen Dynastie mit besonderer Berücksichtigung des. Tempeleultus . gegeben. David wird unter Verschweigung seiner Sünden möglichst verherrlicht.' Die letzten Erzeugniße der hebräischen Geschichtsschrcibung sind das Buch Ruth und das Buch Esther, in dem ersteren von Goethe ״das lieblichste kleine Ganze" ge.nan.nt, soll die Ahstammmrg. Davids von- Ruth, in dem letzteren sollder, : *) Von.Lic. Otto Gräb.ncr. Milgetheilt von Em. Noth, Ober- Cnator, Vcröczc. Ursprung; des» Purimsestes. erklärt: werden; ׳ ersteres׳ HM einen' mehr Prophetischenletzteres: einen-,mehr priesterlichen-. CharafteL Im Mche Wher. ist der Name.-Gottes wohl/absichtlich ver--. mieden, es ist, ein: jüdisches> Vplksb.nG eine Selbstperherrlichnug des. Volkes, vhn.e) canonischei; Werthentstanden ffn der: zweiten Hälfte: des zweiten . Jahrhunderts. v<Chr. ' ' . Nachtriebe der prophetischen, Litteratnr. sind ins Och adj a-. Joel, J o:na, um 400:. v. Ghr. zw finden;, einer, der jüngsten Bestgndtheile. der Prvphetenbücher! ist der zweite The.ilvon Sgcharja (9—14), dessen Verfasser: nicht: der Zeitgenosse: Haggaissein kann, Dip Prophetie ist: nicht;, wie: die. Tradition annimmt,, mit Maleachi um 40U verstummt, sondern; sip hat bis in: hie׳ griechische Zeit etliche .Blüthew gerieben: Der: ganze Propheten-׳ cauon als; der zweite Th eil der hebräischen-. Bibel, ist: erst zun Zeit Jesus Sirachs, um die Zeit des dritten!Jahrhunderts: v. Chr. abgeschlossen. Das Buch-Daniel, dessen,Versasser nach der׳ Ueberlieferung als jüdischer Exultant am: Hofe Nebukadnezars gelebt hat, ist nicht in per Zeit des-Exils, sondern erst in jener Zeit entstanden, da die Inden durch: Antiochus Epiphanes IV.' bedrängt wurden, etwa 164,: kurz vor dem Tode, des Antiochus, der 164: starb. Unter Pen poetischen:Pülchern nimmt:d.er Psalter׳ dir erste Stelle, ein. Die, jetzige. Sammlung: von 150 Gedichten ist. aus: kleinen Sammlungen, entstanden, Die Eintheilung in fünf Bücher ist erst seit dem zweiten Jahrhundert, v. Chr. bezeugte Von 100 Psalmen werden bestimmte Verfasser angegeben, nachweislich sind aber oft späte Psalmen ans Grund, von Vermuthungen früher lebenden Verfassern zugeschrieben, so dem. David. Zahlreiche Psalmen aus der exilischen und nachexilischen Zeit tragen seinen Namen. Nach Kautzsch enthält der jetzige׳ Psalter wahrscheinlich vorexilische Lieder oder Liederfragmente,, vielleicht auch Davidische, doch ist kein Maßstab vorhanden, nun sie als solche zu erkennen. Die erste Sammlung ist wohl, zur Zeit Esras veranstaltet (Psalm 3—41), die zweite (42—89)׳ gegen Ende der persischen Zeit, die . dritte (90—150) in dkr Zeit Simons, des. Begründers der Hasmonäer-Dynastie-um- 140 v. Chr. Einzelne Psalmen aus der Zeit der Makkabäer sindin die zweite Sammlung eingeschlossen (so Psm. 44, 74, 83). Verschieden von. der Psalmdichtung. ist die im ' sogenannten Hohenlied. Es ist ein weltliches Liebeslied, ein Drama oder״ Singspiel, in welchem die bräutliche Liebe eines Hirten undseiner Geliebten Sulamit mit ihren Freuden und Leiden, geschildert wird. Kautzsch tritt der Meinung bei, dass! das- Hohelied Hochzeitsgesänge enthalte, die am Hochzeitstage oder an den ersten sieben Tagen von den Brautführern unter Spiel, und Tanz gesungen wurden. Einen besonderen Abschnitt , in der alttestamentlichen Bibel nehmen die W ei s h ei ts-Bücher ein. Die ״Weisen" sollen neben Priestern und Propheten eine besondere Zunft gebildet haben, jedenfalls, aber erst in der nachexilischen Zeit. Ihre. Thätigkeit bestand! hauptsächlich: iii der Unterweisung der Jünglinge, undin Disputationen. Solche Weisheits-Bücher sind die Sprüche, das Buch Hio-b! und. der Prediger-. - - Die S.Pr ü che sind dem:: Salomo׳ zugeschrieben, weil ׳ ep׳ als das! Urbild der Weisheit: galt-,! ab.er'mit Unrecht: vor AÜenr widerspricht dem, dass! durchgängig die Monogamie: vorausgesetzt ist: was. einsicheres Kennzeicheil-uachexilischen-Ursprniigs.üst D.erAbschlußkünnsrühestensum v.. Chr. gesetzt-werdem!::'!- . --׳׳>!.-!i5!׳ - ::'j «•:•'־:־'/■׳.■v / .,, Dass Buch,H r 0M ist ü eine der Uöß attigstem Schöpsupg em der Litteratnrgeschichte, in ihm feiert auch die alttestamentliche