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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-02-21 · Heft 6 (21.2.1897) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 6 (21.2.1897)
Date
1897-02-21
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 6. Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitmrg. Seite 7 ״Weisheit" ihren höchsten Triumph. lieber die Entstehungszeit ist Hie 'Wissenschaftpoch . nicht zu einem eimmithigen. Urtheil .gelangt; siewird u'm 500 öder auch im babylonischen Exil, ja selbst in der. letztest tzörexiliHen Zeit äjlgesetzt. An litterarischem und religiösem Werth steht Her -,Prediger" unendlich tiefer. ׳Ger Sinn dieses Buches, das um die Mitte des dritten Jahr- Hunderts v. Ehr. entstanden zu fein scheint, ist der: Da Alles eitel istz so muß man dem Elend des Daseins die beste Seite abzugewinnen suchen/ nür Hass'es in Gottesfurcht und Rechtthun geschieht. , Das ist der kurze Inhalt.des alttestamentlichen Schriftthnnls, wie ihn die neueste Wissenschaft feststellt. Es ist ein tiefer Schnitt ins Fleisch der Üeb'erliefernng gethan. Die Orthodoxie. fordert. Glauben, für. die.. äußere Ueberlieferung, gleichviel, ob sie den Thatsachen ' widerspricht : Kautzsch erklärt es für eine grobe.Verleugnung ethischer Grundsätze, geschichtliche Thatsachen im angeblichen.Interesse des überlieferten Glaubens .Älengnen zu wollen. Rlrine Chronik. . Wien. (Zum Jubiläum der. Volkshymne.) Das Freitag, Len 12. d. M. stättgehabte Jubiläum unserer Volkshymne wurde, wie uns. von befreundeter Seite mitgetheilt wird, auch in zahlreichen Synagogen festlich begangen, namentlich gestalteten sich die Feierlichkeiten ln Bade n und K r e m s zu Huldigungsacten für unsere Dynastie. In Baden hielt nachdem Abendgottesdienst Rabbiner Wilhelm Reich eine von patriotischem Geiste durchwehte Anrede an die Erschienenen, worauf die Schuljugend unter Leitung des Cantors Sch ä f e r die Volkshymne intouirte, welche auf die zahlreichen, größtentheils im Festkleide erschienenen Andächtigen stehend angehört ward, während in dem vor zwei Jahren erbauten Tempel int altehrwürdigen Donaustädtchen Rabbiner Dr. W e i ß und Eäntor Silber m a n-n die gleichen Functionen unter denselben erhebenden Momenten übernommen chatten. Die Initiative zur Abhaltung gieug. von Herrn Emil .Jelinek in Wien ans, welcher ein ähnliches, diesbezügliches Memorandum au den hiesigen Eultusvorstand richtete, welches ׳aber leider keiner Berücksichtigung würdig befunden wurde. E. J. Wien. Au den Friedhof-Verwalter der Wiener Cultusgemeinde, Herrn I. Bäcker, gelangte nachfolgendes schmeichelchalftes Schreiben von dem ältesten Sohne des verewigten Präses -Gustav Simon: ״Leopold S i 11t 0 n sendet Ihnen, sehr geehrter .Herr Bäcker, mitfolgend ein Bild seines theueren Vaters, sowie den Spazierstock, welchen derselbe stets, benützte, zur freundlichen Erinnerung an den Verblichenen, der Ihnen stets so sehr geneigt war. Wien, 1I. Februar 1897. Herrn I. Bäcker, Wien." Dem verdienstvollen Beamten ist diese schöne Anerkennung aus vollem Herzen ..zu, gönnen. (Die Redaction.) ,. Wien. Fräulein Hermine Allenberg in Liesing bei Wien, Tochter des dortigen Cantors und Religionslehrers, verlobte sich am 14. Februar mit Herrn Leo Kohn aus Wien. Wien. Der Synagogenbau-Berein für Wieden und Margarethen in Wien hält, Donnerstag;den 4<März.7.Mhr Abends an S..JMnek's Restauration V. Margarethenplatz No. 7 seine erste ordentliche General-Versammlung ab. Der Präsident Les Vereines ist der Redakteur Ä.> Lichtblau. _ UnA.-HxsdiM1» den 17. Februarst897. Sonntag den 14. d. M. feierte Se. Ehrwürden, Herr Dr. Jos. Bmrstyn, feinm^MnzuA-uls^RaMner^uMere^G.emeinde.^. Von einigen VöHandsmjtgliebern am; Bahnhöfe erwartet,, wurde er .in die HkabH geführt,wo.im festliche erletzchteten.Tempel.eine dichtge- UäuM, Menge׳ öon Festtheilnehmern seiner Ankunft harrte. betrat, woselbst die BürßerfHGnnnenSpälier-'bildeten/Irat eine 'derselben vor und richtete mDihn .einige '-herzliche BegDßnngsworte. ׳Herr Dr. Bursthn schritt hierauf .zu seinem Platze, worauf der Chor einen Snlzer'- scheu Festchoräl anstimmte. ' Nachdem noch^ Ma towu gesungen worden, -bestieg Herr. Dr. Bürstyn die Kanzel und HM eine Ansprache an ׳ die ° Gemeinde, wie sie wohl inhaltsreicher nnd formvollendeter kaum denkbar ist. In wohlgeftigten Sätzen mit sorgfältig gewählten Worten eutwicktte er ein Bild der Thätigkeit eines gewissenhaften Seelsorgers nnd bat um freundliche Aufnähme und liebevolles Entgegenkommen. Dass ihm dieselben gewiss zutheil werden sollen, unterliegt keinem Zweifel, denn der Eindruck dieser Antrittsrede auf die Anwesenden war der denkbar beste. Hierauf wurde Minolta gebetet. Zuletzt begrüßte der Cultusvorsteher, Stadtphysikus Dr. M a n n ab erg den neuen Rabbiner im Namen der Gemeinde und sprach die Hoffnung aus, dass dieselbe.unter der moralischen Führung des neuen Seelsorgers stetig gedeihen werde. Herr Dr. Bnrstyn dankte 'mit ׳.einigen Worten und wurde hierauf einzelnen Gemeinde- Mitgliedern vorgestellt. Bei dieser Gelegenheit wurde mit dem vor einiger Zeit gegründeten, jedoch wieder auseinander gestobenen gemischten Chore ein Wiederbelebungsversuch gemacht, welcher zwar dem -Herrn Obercantor L u st i g nicht geringe Mühe verursachte, dafür aber vom besten Erfolge gekrönt war. Die Chöre wurden unter Leitung des Religionstehrers Herrn Jul. 11 r b ach präcife vorgetrageu nnd steht zu erwarten, dass hiedurch das Interesse für den Tempelchorgesang lebhaft angeregt worden ist. Kmnvrn. Sonntag, den 21. d. M. findet im hiesigen Eultnstempel die Trauung des Fräulein Marie Kurz mann, Tochter unseres verehrten Obercantors Samuel Kurzmann, mit Herrn Adolf Schäfer aus Budapest statt. Koprernih. 14. Februar. Am 6. d. M. veranstaltete unser in den besten Gesellschaftskreisen der Stadt populäre Obercantor, Herr H o fm an n, einEoncert mit Clavierbegkeitnng. das einen sehr glänzenden Verlauf nahm. Der Concertist hat sich seiner Aufgabe mit der ihm von jeher innewohnenden musikalischen Begabung zur besten Beftiedigung des Auditoriums entledigt. Er verstand es, nicht nur die stimmbegabtesten, sondern zugleich auch die liebreizendsten Damen aus der Bevölkerung hexauszuholen, sie für die künstlerische Production zu gewinnen und dieselben zu einem gemischten Chor jtt vereinigen. Eine geraume Weile vor Beginn der Gesangsvorträge war der Saal bereits überfüllt von einem distinguirten Publicum und zahlreichen Gästen, darunter namentlich viele geistlichen Herren vom Lande, die sich einfauden. Präcise 8 Uhr erschien der Concertgeber mit seinem wohlgeschnlten Chor und brachte sein sinnreich gewähltes Programm mit solch' schlagendem Erfolge znm Vortrage, dass jede einzelne Nummer stürmisch applaudirt wurde und wiederholt werden musste. Den Schluss bildete ein komisches Intermezzo, den ״Schulmeister von anno dazumal" darstellend. Auch dies wurde mit lebhaftem Beifall ausgezeichnet und dessen Wiederholung verlangt. Da hatte Herr Hofmann den genialen Einfall, die allen Croaten so heilige Volkshymne ״o wie schön ist unser Vaterland" zum Bortrage zu bringen. Kaum erklangen die ersten Töne dieses Liedes, da durchbrauste ein Sturm des Beifalls den Saal, und sämmttiche Zuhörer erhoben sich von ihren Sitzen, um die schöne Hymne stehend anzuhören. Der übrige Theil der Nacht wurde der Terpsichore gewidmet, die mit ihren Schütz? lingen in der heitersten Laune bis zum grauenden Morgen koste. Möge der glänzende Erfolg für Herrn Hofmann ein Sporn sein auf der Bahn des Strebens und ihm zur Genugthuung dienen, dass das wahre Verdienst Anerkennung findet. Publicatwnen des österv^ungav. Cantoeen- Vereines. j Aus der Gemeinde To Kitsch au find durch das Bereinsmitglied- Herrn Cantor I. Weih, nachfolgende-Jahresspenden eingelangt: Gemeinde^ cassa 3 st., Zedokoh 2 st, Chewra-Kadischa 2'fl., Fraucn-Berein 2 st, Hern Vorsteher Steinschneider Istin Summa lOst ׳! Indem wir den geehrten Spendern! und dem Uebermittler de^ Spenden unseren innigsten Dank akstattcn, ersuchen wir die VereinsmitgliedeH in jenen Gemeinden, ans welchen uns Jahresbeiträge zugesagt wurdechi die Einsendung derselben zu veranlassen. 1 ... ׳.D er B or.stawd 1 .י be3^ft«r.־üngar..,^an 1

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