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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-02-21 · Heft 6 (21.2.1897) · p. Seite 2

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 6 (21.2.1897)
Date
1897-02-21
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seile 2. Oesterreich ischfUNZgrische tLanwren-^eitung. Nr. 6 nicht vmsreiche; erklärt, dass Ke..AM armer nrrd Krlaffener Siecht denn nur stzr״ solche fei däD Asylhans HestiNnnt, viel kteinevAM jiMMr maHHielenHuÜdrrtüt? zähleiideWBeamten ist, tzMZiu MAhaW:.Ar Böhmen Mkeü iMMemeinden; LWE-Mme,׳>was M -einem Menstönssönd?Fall W - ZÄe Mi5 estvWHröWe GemMde . Hatte Hs . felVstve'xständlich für HOKhOAWchk.^M die ^Beam'teu, 'die sie äüMtellt hat, in deren Älter selbst zu sorgen; es würde diese Institution nur Len kleinen Dorfgemeinden, also nur einer sehr kleinen Minder- - heit, zugute kommen. Die Dorfgemeinden aber besitzen in der Regel nur ei n eu Funktionär, den sie in seinem Alter ohne große Opfer zu erhalten vermögen. .Ein!Cultüsbeamter sei bei. weitem nicht so berücksichtigenswerth als ein Siecher. Er schloss mit den Worten: ״Ein Minder, ein Taubstummer, Kn vollkommen Gelähmter, welcher weder Weib noch Kind, noch ' Geschwister besitzt, der, hilflos und verlassen, nur der Gnade Fremder, Theilnahmsloser anheimgegeben ist, wird auch, wenn er Vermögen besitzt, die Theilnahme jedes menschlich Fühlenden erwecken; wenn nun ein solcher Unglücklicher auch völlig mittellos ist, dann — das wird wohl niemand vyn. Ihnen, geehrte Herren, bestreiten — ist dieser das erbarmungswürdigste Geschöpf auf Gottes weiter Welt. Der folgende Redner, Herr Haller (P r a g) schließt sich der Ansicht-des H. Dr. Podvinec au. Es soll ein Pensionsfand für.,die Cultusbeamten geschaffen werden,' doch räth er,: sich mit dem Lehrerpensionsfonde, der fl.110.000 besitzt, zu verbinden. Ferner benrerkt Redner, dass eine einmMge Sammlung keinen ׳besonderen .Erfolg Haben werde 1111b schlägt jährliche Beiträge vor. Schließlich meint H. Haller, wenn man uicht genügende Attttel für einen allgemeinen Peusionsfond für. Cultnsbeamte aufbringen könne, solle man das gesammelte Geld dem Lehrerpeusionsfond zuwenden. Vorsitzender, Herr Dr. Rosenbacher: Meine Herren! Der Sage, nach ist der trojanische Krieg entstanden, weil der richtende Paris unter den drei, streitenden Göttinnen sich für ' eine entschieden hat. Wäre ich Schiedsrichter gewesen, so hätte! ich den Apfel getheilt, vielleicht der. Einen, der Venus, den größeren Theil gegeben, aber es wäre da nicht zum trojanischen Kriege gekommen. Wir wollen etwas Gutes schaffen, und ich glaube alle drei genannten Ansichten sind richtig: Bedauernswerth sind die Lehrer, die Beamten, die Siechen. Doch bezüglich der Ausführung ist für keinen Zweck der genügende Fond vorhanden. Herr Dr. Podvinec berichtete, dass die Mittel für ein Siechenhaus nicht ausreichen würden, Herr Kvhn dasselbe beim Pensionsfonde für Cultnsbeamte. Doch, die gemachten Erfahrungen lassen mich anders hoffen. Als Beispiele mögen dienen der Nächstenliebeverein, der aus kleinen Ansagen entstand und heute ein Wohlthätigkeitsinstitut ersten Ranges ist, oder der Kreuzerverein, der anfangs einen Mitgliedsbeitrug von jährlich 52 kr. einhob und heute 50 Waisen, und mehr in seinem Waisenhause versorgt. — Also, meine Herren, sei der Fall nachgewiesen, dass auch aus kleinen Anfängen Großes geschaffen werden kann. Gründen wir einen Fond, ehren wir Se. Majestät dadurch, dass wir ein Wohlthätigkeits- Institut schaffen, und wenn dieser Fond auch anfangs klein ist. so'wird, uns die jüdische Wohlchäügkeit doch nicht im Stiche lassen. Ich erkenne die Nothwendigkeit eines Siechenhauses an. sehe aber auch ein, dass ein großer. Theil der Landgemeinden ein dringendes Bedürstns für die Versorgung seiner Beamten Hat. Ich beantrage daher, es jeder Gemeinde sreizustellen, ihre Beiträge ganz oder theilweise dem betreffenden Zwecke zuzUwenden. (Bravo?) Man könnte dagegen einwenden, dass eine Zersplitterung vorkonuneu wird, und hätten wir eine Summe von fl. 100.000 und würden st. 80.000 für den einen, fl. 20.000 für den anderen Zweck verwenden; so wäre das der Fall. So aber bitten wir erst um Geld. So werden wir erkennen, welcher Zweck den Gemeinden sympathisch ist,? dem werden sie auch ihre Betträge zuwenden. Während sonst Vertreter einer Gemeinde es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren könnten, nur für einen Fond zu geben, dem sie nicht Leipstichten, haben so alle die; Möglichkeit, sich M DMeilitzen. (Lebhafter Beifall?) . Herr Dr. . Friedrich Dusch M e s: Meine HerreM-^^ stattey Me Mix, daß.Ach^Ke- Frage ganz,MeAM sinMirHdt stMHMehMsH, da Ach '?WDhassjW Wogestd^WMmmMtg etwW HächKMn.JH müß bedänWn״MM uDMÄeratMig im ÄrMhMe Heute An ein HM-HndWsMaDDffehHHffet wüM, Sowohl unser HM?MrsttzendeHM vMAMIoriMsvotüm, äls Äüch ünstr Berichterstatter der Miüvritat' ׳Hom Minoritätsvotmn abgekommen. Gestatten Sie mir, meine Herren,. auf beide Vota näher einzugehen, um dann auf das "Votum des Herrn Collegen Podvinec zurückzukommen.! .Zunächst wird man., sich fragen, warum ein Siechenhaus.? Mir. alle, gewiss auch wir in Prag,-.haben ein' w ann es Herz ‘ für"die Lehrerschaft, wir wissen, dass unsere Lehrer, in bedrängter Lage sind,, dass etwas gethan werden muß, .um denselben für das Alter bas Nothwendigste zu reichen. Wir haben ebenso viel Herz für unsere,jüdischen Lehrer, wie die Herren vom. Lande, aber gestatten 'Sie wir ein Beispiel, um ihren heutigen Beschluss von der richtigen Seite zu beleuchten. Denken wir uns, jemand feiert seinen 50. Geburtstag und erhält da ein schönes Gemälde'; nach 30 Jahren entdeckt es ein Freund, lässt cs Herrichten und verehrt es ihn! zum 80. Geburtstage. Wir feiern das 50jährige Regierungsjnbiläum . unseres .Kaisers, ein seltenes Fest, wo ,.sich die Völker Oesterreichs rüsten, um sich besonders auszuzeichnen? -Da wollen wir die bestehende Lehrerstiftung durch eine Zustiftuug erneuern? Bei allem Edelsinn sträubt sich dagegen, das Tactgefnhl. Die ganze Judenschaft Böhmens soll diesen für alle Völker Oesterreichs großen?Tag würdigfeiern. Da gilt? es, ein neues Werk zu׳ begründen, welches der Judenschaft für "alle Zeiten einen Namen macht. Deshalb wird beantragt ein Siech enh aus zu gründen, nicht blos für Präg, sondern für das ganze Land-, wenn, mau in den Prager Wohlthätigkeitsanstalten Umschau halt, wird, man auch zum geringsten Theile Prager ftnbeit, die in demselben Aufnahme fanden. Ich gehe nun zum Anträge des Dr. Podvinec über. Prag, Teplitz, Neichenberg und fast alle größeren Gemeindenhaben für ihre Beamten gesorgt und in dieser Richtung ihre Pflicht erfüllt, was eben kleineren Gemeinden allerdings schwer fällt. Wenn, ich zwischen den beiden, gegnerischen Anträgen wählen soll, so. würde ich mich unbedingt für die Stärkung des bereits bestehenden LehrersoNdes aussprechen; wenn wir einen Fond für Eüttns'beamte gründen wollen, so schwächen wir den alten und schaden empfindlich der Lehrerschaft,, indem die Sammlungen für beid e Fonde eine empfindliche Zersplitterung Hervorrufen würden. Ich stimme daher, eventuell für den Franz-Josefsfond, der dritte Antrag ist nicht zu empfehlen. (Beifall.) Herr Dr. B e n d i e n e r: Meine sehr geehrten Herren! Es ist äußerst schwierig das Wort zu ergreifen, wenn man im Vorhinein weiß, dass ein großer Theil der Anwesenden dem. was man sagen will, ungünstig gestimmt ist. Ich fürchte, dass meine wenigen Worte den. bereits festgefassten Beschluss nicht erschüttern werden, Die.Majorität des Cömites ließ sich von zwei Gesichtspunkten.leiten, 1. in würdiger Weise das Regierungsjubiläum Sr. Majestät zu feiern, 2. einen wöhlthätigen Zweck zu gründen, der gleichfalls auf der Höhe der Situaüön stünde. Ich war. anfangs für den.Lehrerpensionsfond. aber ich ließ mich überzeugen und wurde meiner früheren Ueberzeugung untreu. Wir.haben darauf hingewiesen, Hass man etwas Bedeutendes leisten müsse, nicht etwas.Bestehendes ausgestalten dürfe. Abgesehen davon, dass die Gründung eines Siechenhauses ein so wohlthätiger Zweck, ein solch außerordentlich dringendes Bedürfnis ist, kann diese Freudestunde für Oesterreichs Völker nur durch Gründung eines!, neuen. Werkes gefeiert Meiden. RAner erwähnt. weiter das bringende Bedürstns eines Siechen- Hauses, bruigt Fälle Ms seiner Privätcbrrespondenz; Ivo Me, sieche Juden für weniges Geld nntergebracht werdeil müssten, da sich Niemand ihrer ännahin. Die Sorge für die Cultus- -beümten sei doch Sache der Gemeinde, Viele Gemeinden hätten eine selbstständige Stellung angestrebt, ohne die Mittel dazu M hübsn. Doch, mache!sich schon wieder ein Zug nach Genträlisatiön geltend. Leicht .- sei es auch; durch bescheidene Bei- - träge! mit׳ Hilfe einer Versicherungsgesellschaft das Alter, der ' Beamten hör Mangel- MfHützeir.׳Doch nicht das,?'fährt

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