Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-02-21 · Heft 6 (21.2.1897) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 6 (21.2.1897)
Date
1897-02-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/1304829-3453397-3453403--4760-3459256
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Uesterreichisch-ungariscfte wä Redaction u. Administration VZien,A Noväragäffe 27. R. k. österr. ssostsparcafse Lheck-Lönto Nr, 835,240? Imferate en billigst berechnet. lnscripte Werden nicht rclonrnirt. 66LlxLl-0kgLU für die Interessen der Csntoren nnd Cnltusbemnten. E r s che intjederr zehnt e u T a s. Begründer: Obercanlpt kseod 8susp. j ' Priinmnerations-PreiS. | F»irG«»»10re»»».<L»ttn0vei,mtr i»» SrstrrrviNr-Unflarn! Ganzjährig ..... st. 5.— [ Halbjäürig ..... st. 2.50! | FiirLantore» u.<Lutt»»bei»>nt». | | tut &u0tttnb; C‘.\! Ganzjährig . . . .. .10 Mirkj! oder 5!Hübet. .!! JFiir Jpcil»ate »mV Instttntr J Ganzjährig . st-8.— [ Adounemeutsu. st»»sevtion«- , brträgs ftttv iit Wie» jnfitbac. || X -, ■ ׳ ״ -: ־־T---""- ־־־ --ז- : —־■־■;■ד■ ' .־' Nr, 6. Wien» 21. Februar 1897. 17. Iahrgmrg. Zum fünfzigjährigen Negirrungs- JubUänm Sr. Majestät des Kaisers. Wie erinnerlich, wurde seinerzeit in diesem Blatte die Anregung gegeben, anlässlich des fünfzigjährigen Negierungs- ׳Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers einen gemeinschaftliche» Pensivllsfond für sämmtliche jüdische Cultusbeamte ins Leben zu' rufen und diesen seltenen- und heiMrrageuden Moment.^ m? ilnserer väterläilRschen Geschichte durch die Gründung einer ebenso dringlichen als segensreichen Humanitären Institution für ewige Zeiten festzuhalten. Leider haben sich die an diese großartige Idee geknüpften Erwartungen nicht erfüllt, und zwar zum nicht geringen Th'eile aus dem Grunde, weil die Mehrzahl der Cnttusgemeinden und Cultusbeamten in Böhmen sich ablehnend verhielt und für die׳ Gründung eines ähnlichen Fondes für das Kronland Böhmen Propaganda ׳ machte. Wir haben uns vom Anfänge an diesem Projecte gegenüber sehr skeptisch verhalten und an dem Zustandekommen 'eines . solchen böhmischen Peusionsfondes gezweiseli, wären jedoch gewiss sehr angenehm berührt gewesen, wenn wir uns in unseren. Vermuthungen getäuscht hätten. Aber die mittlerweile, eingetretenen Thatsachen scheinen uns schließlich dennoch Recht zu geben. Dienstag, den 2. Februar hat nämlich in Prag eine Berathüng von Vertretern der Cultusgemeinden in Böhmen stattgefunden, in welcher es leider bezüglich der Gründung des Pensionsfondes anlässlich des Regierungs-Jubiläunls Seiner Majestät zu keiner Einigung kam, ja von hervorragender Seite wurde sogar dieses Project überhaupt verworfen. Auf die Ausführnngen der einzelnen Vertreter gedenken wir in der nächsten Nummer dieses Blattes eingehend znrückzukommen und wollen für heute blos den itafteii Bericht dieser denkwürdigen Sitzung nach den Meldungen der ,>Gemeindezeitüng" im Nachfolgenden wiedergeben: ׳׳;• Der Vorsitzende, - Herr Dr. Arnold Rosenbacher, begrüßt die Versammlung in beiden Landessprachen und -erwähnt den: freudigen- Anlass: aus dem sie berufen wurde. Er׳ schreitet dann -zur Sache und erklärt, dass' in der׳. Sitzung, des Executive coytites, wo berathen wurde, wie man . die von den Gemeinden entlaufenden Gelder.'verwenden solle, die .Majorität, sich für.ein .Sie'chenhausdie Mnörität die Förderung besbestehenden Lchrer- Pensionsfonds. in Aussicht genommen. Herr Dr. Rosenbacher verliest sodann die Beitrüge der einzelnen Gemeinden, die zu :diesem Zwecke zu erwarten wären und fl. 7000—7400 ergeben, : wobei Prag noch nicht genannt ist. Zu Schriftführern werden gewählt Herr Dr. Guttmann und Herr Dr. H ll mann und hierauf ergreift das Wort Herr Dr. Podwinec (Kolin): Meine Herren! Ich bin bestimmt worden von Herren, welche der heutigen Bormittagsbesprechung beigewohnt haben, einen Antrag zu stellen, welcher nicht׳ mir der Majorität, nicht mit der Minorität, sondern selbständig 1׳ geht. Die Herreil haben beschlossen,. es. möge der. Fonds einen! allgemeineren Zwecke gewidmet werden, als bem Lehrerpensionsfonde allein. In der Vorbesprechung wurde seitens einiger Herren darauf hingewiesen, dass: in deutschen Gegenden wenig cönfessionetle Schulen und solche Lehrer sind. Wir hoffen dieses. Ziel auch in den böhmischen. Gegenden zu erreichen und nicht so viele confessionelle Lehrer zu haben wie heute. Wollen wir aber ein Werk von allgemeiner Wichtigkeit schaffe«; so kann es nur ein Fond zur Unterstützung von Cultusbeamten sein. (Bravo!) Denrr jede Gemeinde hat Cultusbeamte. Wir Vertreter der auswärtigen Gemeinden wissen gut, welchen Schwierigkeiten wir ausgesetzt sind, wenn wir in die unangenehme Lage kommen, einen Angestellten der Gemeinde zu pensionieren, d. h. ihn außer Thütigkeit setzen zu müssen. Das Budget der Gemeinden ist so angespannt, dass wir dann immer vor einem ,?Nichts" stehen. Wir müssen es deshalb dazll bringen, einen Fond zu schaffen, um dann in solchen Lagen die Mittel zu besitzen, einen Angestellten zu pensioniren. Wir glauben daher, es sei im Interesse der Gemeinden und Angestellten, dass wir einen Fond schaffen, einen Peusionsfond für Cultusbeamte,' woran׳ auch die Lehrer theiluehmen können, da sie ja auch Religionslehrer sind. Ich will mich nun nicht in eine Polemik gegen das Siechenhaus einlasseu, nur bemerken will ich, dass ein Siechen- Haus, wenn es Sieche aus ganz Böhmen beherbergen und seinen Zweck erfüllen soll, einen Riesenfonds haben muß. Wenn wir Verpflegung der Siechen, Bau und Instandhaltung des Gebäudes rechne!:, so müsste ein Fond von fast einer Million sein, um die Siechen zu versorgen. Nehmen wir noch an, dass man doch nicht wissen kann, wie lange ein Siecher noch leben kann, bedenken wir, dass ein stetes Zuströmen erfolgen wird, so können unsere Mittel nicht ausreichen. Ich empfehle daher die Gründung eines Pensionsfondes für Cultusbeamte. (Bravorufe und Beifall:) ' ׳ Herr S. Kohn, Schriftsteller (Prag), tritt.dem Vorredner entgegen, - glaubt, dass es bei der Zahl der Cultus- Gemeinde-Beainteuabsolut unmöglich sei, den nöthigenPensioüsfond. aufznbringeU, beweist dies: durch die׳ Thatsache-, dass: das. Capital von 110.000 Gulden, das der Pensionsfonds' für Lehrer besitze, der nur einen Theil der Beamtenschaft bilde.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.