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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-02-11 · Heft 5 (11.2.1897) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 5 (11.2.1897)
Date
1897-02-11
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Oesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitüng dir. 5.' Schlussredaction gefunden hat׳ ׳Diese P r i e ft e rf chr if t beginnt mit einer Vorgeschichte des Volkes Israel, niedergelegt im I.B. Mos. Capitel 1 (Schöpfung), Capitel 5 (Verzeichnis der Patriarchen von Adam bis Noah), Capitel 9 (Sündfluth und Noahbund), Capitel 11 (Verzeichnis der Patriarchen von Sem bis Abraham), Capitel 17 (Beschneidungsbund mit Abraham) u. s. w. Im zweiten Buche Mose wird die Vor-- geschichte bis zur Gesetzgebung am Sinai behandelt und vom Capitel 25 an beginnen dann die Gesetze, die sich fast ohne Unterbrechung bis 4. Mose 10, 28 ausdehnen. Den Schluss bildet im Buche Josua der Bericht über den Tod Jvsuas und Eleafars. Die bestimmten Merkmale stir diese Priesterschrift l find außer der Vermeidung des Gottesnamens, der Zahlen Stil mit seiner Breite, die Vorliebe für genaue Maße und und besonders der stark ausgeprägte religiöse Stand- Punkt. Die Gestalten der Urgeschichte werden mit einer Art Heiligenschein umgeben, alle Züge, welche das Ansehen der Patriarchen herabsetzen könnten, werden geflissentlich übergangen, z. B. wird der Betrug Jacobs verschwiegen N. dgl. Die Idee, die in der Priesterschäft ausgeprägt ist, ist die, dass Raum, Zeit, Besitz Gott geheiligt ist, und dass darum ganz Israel Priesterdienste thun soll. Nach Kautzsch kann das ganze Priestergesetz vor dem Exil gar nicht vorhanden gewesen sein, denn sonst hätten wenigstens die Priester Je r e m i a s und Hesekiel etwas davon wissen müssen. Hesekiel hatte das Programm zu der Theokratie der Zukunft, zum Priesterstaatc, entworfen; wäre das Gebäude schon vorhanden gewesen, so war sein Programm uunöthig. Nach Kautzsch ist also erst das Deutero-- uomium (das 5. Buch Mose) entstanden (um 561), und erst etwa 50 Jahre später in Babylonien diese Priesterschrift (um 500), die dann 444 von Esra veröffentlicht und um 400 durch Verschmelzung mit ftüheren Urkunden im sogenannten Pentateuch (den 5 Büchern Mosis) niedecgelegt wurde. (Schluss folgt.) Jüdisches Leben in Amerika. Mitgetheilt von Nev. Osias Hochglück, Nem-Uork. Am 17. Jänner wurde im Repräsentantenhause zu Washington die hauptsächlich gegen die Einwanderung russischer Juden gerichtete Einwanderüngs-Bill mit 131 gegen 118 Stimmen, wie sie in dem Conferenz-Comite beider Häuser vereinbart worden war, angenommen. Reden zugunsten der Bill hielten Dausord (Rep., ,Ohio), C. W. Stone (Rep., Pa.), Johnson (Rep., Jnd.), Corliß (Rep., Mich.), Morse (Rep., Mass.), Wilson (Dem., S. C.), Taylor (Rep., O.) und Hepburn (Rep., Iowa). Gegen die Bill sprachen Bartholdt (Rep., Mo.), Vorsitzer des Haus-Comites für Einwanderung, Buck (Dem., La.), Parker (Rep., N. I), Walker (Rep., Mass.), Cannou (Rep., Jll), Grosveuor (Rep., O.), Dolliver (Rep., Ja.) und Boatner (Dem., La.). Der Hauptemwand gegen die Bill war, dass Einwanderer gezwungen werden sollen, nachzuweisen, dass sie in der Sprache chres Geburts- oder Wohnlandes lesen und schreiben, können. Dies, so ward geltend gemacht, verhindere verschiedene Classeu von Leuten in Europa uyd Central-Amerika und Mexico hieherzukommen, weil diese keine der Sprachen sprechen, auf welche die Clausel sie beschränkt. - Dausord (Rep.. O.), der die Bill eiuberichtete, gab zu, dass, die Abfassung des Wortlautes die Absicht verfolgte, das Einwandern grosser Massen russischer Juden zu verhindern.' Herr Bartholdt erklärte, er habe den Conferenzbericht aus zwei Gründen unterschrieben, einmal weil durch die Bestimmungen Familien — Männer und Frauen, Mütter und Kinder -- getrennt würden, und dann, weil sie das Landen von Einwanderern verhindere, welche nicht in der Sprache ihres Geburts- oder Adoptivlandes lesen öder schreiben könnten. Diese drastischen Bestimmungen seien weder in der-Hansnoch in der Senats-Bill enthalten, und ihr jetziges Auftaüchen rechtfertigt seine vor Wochen ausgedrückte Befürchtung, dass die Bill das Conferenz-Comite in einer Form Verlässen, welche den Constituenten vieler Mitglieder gegenüber nicht gerechtfertigt werden könne und den Sinn für Recht und Gerechtigkeit im Lände verletze.' Die Bill würde z. B. eine Classe von Deutschen ausschließen, welche seit 300 Jähren in Rußland wohnten, ohne dessen Sprache zu sprechen, ebenso viele Elsaß- Lothringer, welche noch nicht deutsch sprächen. Die Redner, welche zugunsten-der Bill sprachen, betonten selbstverständlich das Interesse, welches die amerikanischen Arbeiter an der Pässiernng-derselben hätten, da hunderttausende von ihnen brotlos seien. Ungefähr das dümmste Argument hat Johnson (Rep., Jnd.) zum Erzeuger, der behauptete, die Zeit sei gekommen, da die amerikanische Civilisation vor der lieberschwemmung barbarischer Hörden geschützt werden müsste, welche an'diese Gestade kämen und die Nation und deren Blut verschlechterten. Herr Gustav H. Schwab vom Norddeutschen Lloyd äußerte sich über die Einwanderungs-Bill wie folgt: ״Unsere Gesellschaft hat-sich sorgfättigerweise enthalten, eine Ansicht über den Werth der verschiedenen eingereichten Bills anszudrücken. Ich weiß nicht, was die Ansichten der Gesellschüft im vorliegenden Falle sind. Für mich persönlich kann ich sagen dass die neue Einwanderungs-Billsehr anstößig ist. Die Bestimmung dass ein Einwanderer englisch oder seine Landessprache lesen und schreiben soll und nur Eltern nnd Großeltern bereits gelandeter, über 21 Jahre alter Einwanderer ausnimmt, wenn sie über 50 Jahre alt sind, wird in einer Anzahl von Fällen außerordentliche Härten zur Folge haben. Es wird dies Vater und Mutter von ihren Kindern trennen, die letzteren bis zu einem gewissen Alter zulassen und die unter der Altersgrenze befindlichen Eltern zurückweisen. Ein Bruder kann landen und die Schwester wird ausgeschlossen. Ich halte es für ein grüusames Unrecht, dass die Prüfung auf beide Geschlechter Anwendung findet; dies wird einen großen Theil der in unserem Haushalte erforderlichen Dienstboten ausschließen. Andere anstößige Bestimmungen sind in der Bill enthalte!», die positiv ^widrig sind. Ich meine die freie Zulassung des kubanischen Negers ohne jedwede Prüfung, dessen Intelligenz, Erziehung - und Moral weit unter dem Standard unseres eigenen südlichen Negers steht; und doch wird der cnbanische Neger zugelasien, der europäische Weiße ausgeschlossen. Der Norddeutsche Lloyd wird mit Vergnügen eine Maßregel unterstützen, die aus humanen Linien basiert; eine solche würde die allge- -meine Billigung des amerikanischen Volkes finden; ich glaube nicht, dass die jetzige Bill dies thut. Professor Solomon Deutsch A. M., P. D., der rühmlichst bekannte Philologe und Talmudist/ ist am 27. Jänner itt seiner Wohnung, Nr. 169 Ost 69. Str.,, gestorben. Der Dahingeschiedene gehörte der seit Jahren litterarisch berühmten Familie Deutsch an, an deren Spitze, der großeTälmudist und Forscher orientalischer Sprachen, Solomon'Deutsch, stand. Aus der Feder

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