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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-02-11 · Heft 5 (11.2.1897) · p. Seite 2

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 5 (11.2.1897)
Date
1897-02-11
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2.; ^.GesterrejMsch-ungarische Lantoren-Aeitung. schickte ^WHelbeuLahfichtlichMlgende Wphrheit^voran^ &״Haben wir denn nicht Alle, einen, Vaters Hätdenw nicht ein Gott^ uys. MchWen? WaMmBsollteW wir-.,treulos handeln gegen ruWestMAder und entweihen) UchwachenhenBünd unserer Väter?"? Damit aber diese Brüderschaft nicht missverstanden, respective übertrieben werde, ruft Maleachi sogleich daraus aus: ״Jehuda hat treulos gehandelt und Gräuelthat ist in Israel- und Jerusalem geschehen. Denn Jehuda hat das Heilige Gottes, das er liebt, entweiht, und die Tochter fremden 'Gottes geehelicht. Es wird der Ewige ausrotten von dem Manne,, der solches thut, Kinder und Nachkommen aus den Hütten Jakobs, u. f. w." Sehr beherzigeuswerth sind die hieher bezüglichen Worte des bereits citrrten christlichen Theologen Dr. Müller, der Folgendes sagt : ״Im Glauben liegt sein — des Juden — Charakter, der entarten, ja wirklich in der Weise und schlimmer noch aus arten würde, als es bei der Gemeinde fernstehenden, einzelnen Individuen der Fall ist, deren schlimme Thaten dem "ganzen Judenthum beizulegen, wir uns gewöhnt haben. Mirde ׳ nun bei einer׳ Mi s ch e h e der jüdische Theil die. ihm für heilig und unverbrüchlich geltenden Gebräuche fortführen, was würde der christliche, dem ohnehin von vornherein eine gewisse Abneigung gegen jüdische Gebräuche innewohnt, dem gegenüber thun? Entweder er spottete oder fühlte sich unglücklich, wozu auch noch die Ironie der Freunde und Bekannten hinzuträte, die nur noch mit heimlichen Spotte ein solches" Haus betreten würden, indem es sie amüsiren sollte, christliche und jüdische Art nebeneinander .in Wirksamkeit, zu sehen. Und wenn das nicht der Fall wäre, wenn der größeren Masse der Christen gegenüber und unter ihrem überall fühlbaren Einflüsse der jüdische Theil seine Art aufgeben müsste, was würde aus ihm? Sicherlich kein Christ aus Ueberzeugung, denn diese kann ihm auch durch die Liebe zum Lebensgefährten nicht gegeben werden; höchstens ein religiösgleichgiltiger Mensch, dem auch die ewigen Gesetze allgemeiner Ordnung und Sitte nicht mehr gelten würden, einer derjenigen, deren Sünden durch Zwang und Beispiel des Christenthums herbeigeführt, nachher dem ganzen Judenthum aufgeladen werden. (Man kann hiebei anwenden die Worte des Talmud: Obwohl er gesündigt, wird er doch' als Jude betrachtet zur Verlästerung des Judenthums. Sanliedr. 44.) So fest der Christ an den ihm änerzogenen Vorurtheilen hängt, so fest hält der Jude an seinem Glauben. Und wenn er, um dem peinlichen, unerträglichen Zustande ein Ende zu machen, sich taufen lässt, hat er es dann um der Ueberzeugung, um des Christenthmns willen gethan? Welche Sorte. Christen entsteht auf diese Weise trotz der Freude der Missiönsmänner? Mit sich und aller Welt zerfallene Menschen, die allenfalls in den Kreisen des hohen Adels und . der Finanzwelt existiren können, wo der Duft des Parfüms und der Hauch der Negation aus rMgiösem Gebiete über die innere Stimme hinweg hilft; aber nicht da, wo zur Erfüllung ernster Pflichten des Gewissens sittliche Macht nöthig ist. u. s. w." (Forts, folgt.) Bon Lord Byron, für eine Singstimmc nud Pianofortc componirt von M. Hcnlc op. 4. Es war ein trefflicher Gedanke von dem Herausgeber der vorliegenden Lieder, beim Synagogengesange eine Anleihe zu machen. Der- Synagogengesang vergangener Jahrzehnte hat ja so Vieles ^dem weltlichen, ja:selbst dem)Operugesange entnommen?; dass es durchaus gerechtfertigt: erscheint, wenn. einmal auch das Umgekehrte stattfindet, namentlich wo es sich um. die.musikalische Wiedergabe jüdischer Texte handelt. Von den Vorliegenden sechs Liedertexten sind allerdings nur zwei, und zwar das erste ״Weint um Israel" und das fünfte, ״An den Wassern zu Babel" jüdisch-geschichtlichen Inhaltes, allein . auch die anderen vier Liedertexte durchweht eine solche Fülle von' Schwermuth, . däss man sie füglich auch als Angstrufe Unseres einst geknechteten Volkes erachten kann. Von dieser Anschauung geleitet, glaubte der Eomponist nur mit Recht, diese Byrowschen jüdischen Gesänge in der Ge- Wandung bekannter l synägogaler Melodien wirkungsvoller zu gestalten, was ihm auch ganz ausgezeichnet gelungen! Wir finden Melodie-Fragmente des Lol uiärs, des Priestersegens von Schwuoth und Sukkoth, des halben Kaddisch vor Mussaff Bosch haschonohj wie auch die Melodie des Eli ■Zion, in tadelloser musikalischer Bearbeitung und leicht ausführbarer Clavierbegleitung. Die Lieder Nr. 2 .״Wär' ich wirklich so falsch" und Nr. 6 ״Alles ist eitel" - scheinen zwei allerliebste aschkenafische Semiroth-Melodien zur Unterlage zu Haben, die uns allerdings nicht bekannt sind, deren Einfachheit und-Lieblichkeit jedoch zu dem unterlegten. Texte so ausgezeichnet paffenals ob es Original-Compositioneu. wäre!!. Wir leben, dev sicheren. Ueberzeugung, dass die vorliegenden sechs Compositionen-des Herrn Collegen Heule in Hamburg in keinem musikalischen jüdischen Hause fehlen werden, machen jedoch׳׳auch nichtjüdische Kreise auf diese musikalische׳ Gabe des Collegen Heule ob ihrer Trefflichkeit und exotischen Lieblichkeit wärmstens aufinerksam . Das Liederheft ist unter dem oben angegebenen Titel׳ jedoch mit Hinzufügnng der Bestellnummer 3062 entweder'beim' Verleger?Edition Präger und Maier in Bremen, oder direct beim Eompomsten, Herrn M. Heule. Obercantor in Hamburg,'Rothenbaum Chaussee 14, zu bestellen und werden namentlich die Herren Collegen auf dieses neue Lieder- Heft zum Vortrage bei Familien- und Vereinssestlichkeiten angelegentlichst aufmerksam gemacht. Obercantor Singer:' ׳ Das neueste BibeÜverk. *> Die heilige -Schrift des Alten.!Testamentes mit Fachgenossen übersetzt- und herausgegeben von׳. E.!Kautzsch,:!Professor der Theologie in!Halleist ׳nunmehr in. zwei Halbbändemvollständig : erschienen. Dieses? neueste: 1 Bibelwerk, 1890 begonnen, ist von hervorragender Bedeutung?! Der.-Verfasser weist darin die allmälige Entwicklung.: der : alttestamentlichen Religion! nach. Anfänglich .waren? der. Religion-Israels halbheidnische?Elemente beigemischt; im > Gang: der Volksgefchichte ist die.Volksreligion zu immer: größerer Klarheit gelangt. Der .Prophetismus / ltitb das priesterlicheGesetz».! scheinbaru emMdern»widersprechende Richtungen,, halsen gemeinsamdas Volk Israel und: damit die alttestamentliche Religion zum. Heile, der WMdem: Ziele entgegenzuführem u Nach.! Kautzsch - sind die Bedingungen. für . eine ־ eigentlichejüdische Litteratur erst gegen::Ende, der!Richterzeit vorhanden; der! Litteratur ist die Zeit! des:S.ingens uMSagens :vorausgegangen. Reste der. .nachträglich.׳ ausgezeichneten;Volks- ,Poesie -befinden sich in den 5 Büchern-Mosis.: Dass-die 5 Bücher *) Von Lic. Otto Gräbner. Mitgetheilt von Em. Roth, Ober- Cantor, Beröcze.

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