Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-02-01 · Heft 4 (1.2.1897) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 4 (1.2.1897)
Date
1897-02-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/1304829-3453397-3453401--4745-3459239
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 4 Gesterreichisch-ungarische׳ ^antoren-Zeitung mx. 4. schon abgewöhut. Ohne, Entrüstung und. wnllenden Zorn, ja ohne in SchaüuMhe M erglühen, wie das: noch greise Jünglinge Z in unbeobachteten Momenten, und vornehmlich hei. Anhörung'! von groben WMheitenLN thum pflegen^ Konstatieren, wir, dass, j wenn Lei üüs von Eachorund' Caytorenthmn,von Genoffe und! Gttwffeu die Rede ist, dies Miglich 7M>em-.Smn.esÄuhufafsen! sei, wie das Verhältnis des Singulars M seiner- Art- , und ■ Meugenbestimnmng^ Was man sonst noch alL natürliche Folge; dieses Gegenseitigkeitsverhältnißes vorauszüsetzcn liebt, es sei! nun Sinneseinträcht, Einigkeit, Wohlfahrtssorge, Gleichartigkeit! der Gemeiuiutcreffen und gleuhförmige VorWWNg, Zum Schutze derselben — all die rühmenswerthen Tugenden eines auf Zeit uÄ>' Kündigung-dieMiden״ Standes als Wahnvorstellung, in Wirklichkeit aber nicht vorhanden. Ö, wie \ sind sie ktemmüthig uyd hilflos in der Förderung des materiellen! Eigeüwohles, Jene, die vor. tausenden von Zuhörern sich .mH \ Zu. singen scheuen! Mit Lappalien, nicht der Rede werth, werden! sie gekirrt, die großen Kinder des kleinen. Cantorcnstandcs; das Heute , vorn Morgen aüseinanderzuhalteü, .ist ihre . Sache nicht; von der süßen Sorglosigkeit eingelullt, es werde , und müsse ein GWckswandel kommen, wünschendie. meisten, nur das Eine: Für Zeitliche Leistung zeitlichen Lohn! Wozu noch mehr? Wer wird sich den Groschen vom Aftmde, abkargen, um das ferne, nur Götterlieblingen zugesicherte. Alter vor Noth und bellenden Hunger zu schützen? Schon winkt der ,,Judenstaat" in dämmernder Lichtweite,, denn der Türke ist in . Nöthen und der Sultan ein Philösemit. Die Banausen der billigen Volksmoräl mögen Zittern, tzevn wir rüsten aüesammt zum. fröhlichen Auszüge. Vom Heillo zmn. Hallelujo - ist der Wegam nächsten, wenn wir loben Gott den. größten. Vielleicht kommt gar Mssvlriaoli, so wir fleißig ti'tiilrm sagen und Dr. Herzl o^inn rnallrenn. Dann werden die alten Cliasonim die bestbezahlten sein׳ und die jungen können zyseheu, wovon sie ihr Leben fristen. Der Pensiousfoud ist todt, tobt wie ein Sargnagel, seine Gründungsidee war ein Schlag .ins Wasser. Er war schon ein todtgeborenes Kind, noch bevor die Umrisse seiner Zukunftsgestalt greifbare Formen augesetzt. Das Gespenst der Hilfscasse und die Hasensurcht, als könnte er zu. Folge der.Hilfscassenbestimmungen die gewünschte Expausionsfähigkeit niemals erlangen, diese und ähnliche Schreckbilder der zügellosen -Phantasiehaben ihm das Sterbegeläute gegeben.;.Die Standesrechtler und die Wohlrechner im Cantorenvölke wollen dies als tobte Gewissheit auyehmen. Ist dem so, , wurde jemals ein größerer Treubruch Mt der Wahrheit begangen? Es war ein Fehlschuss, des Pulverquentchens unwerth, dem Cantorenthum mit der Anlage einer Altersversorgung zu kommen. Das Wirken und Weben einer Standesuuion mit zielbewusstem Streben bleibt hinfort ein Unding, wenn die Mehrheit jener, zu deren Gunsten sie geschaffen, ohne Würdigung und ohne Verständnis darüber hinweggleitet. Ungeachtet des ׳siebzehnjährigen Bestandes und trotz seines ansehnlichen Stammvermögens ist der Cantoren-Verein bisnun ein Torso geblieben, selbst seine Mitgliederzahl, die zu keiner Zeit das Hundert überstiegen, hat seitdem keine merkliche Bereicherung erfahren. Der! eiserne Bestand seiner alten Mitglieder lichtet sich immer mehr und mehr, Invalidität und Tod, freiwilliger Austritt und die herostratische. Kunstleistung Mer, . dre mit ,Schaufel und Kehrbesen übergebührtiH uH HM feme-Mesche. gejchlqgen,. btk, wie, H Folge? MitWnnMüe-MHcht . zwüberkleistery MSo^leiD wieM M j^chM Myg^LMüe-^fmete Schaar der AndächtigM im Innersten.der-Seelezu packen, von der Alltäßlichkrit Hinweg ins Reich der Uebersinnlichkcit zu. leiten, . so unfassbar schwer istes.-ihnen. zumuthe,Myn! es gitt, für dje irWhe WHlfährk ihrer aller dmrechten Tön! zu sindeti,' Mag .man deitWten Jahresausweis, und den. tieftraurigen!Geleitbricf!-noch׳.so 'schlecht' tcGereu,/mir/wM ^es;.trp^. afleiiejtt ^011^־^נ6ס:נ4 §ץ;גזס!:׳ ein Leck im : Bereinsmechauichnus 'der springende . Punkt iu diesem Nicderstande bedeutet/ Mit! Geißelungen - und beißender Sathre ist man. stets zur Hand -- selbst, mir-ist . dieser. Mhler^ dies Subjectivierens als üble.Gewohnheit auzlltechnen — aber mau ^vergisst, dass jeder Kirküng. ,eine/Ursache, vorastgeht!. die zu ' .erforschen,׳ eine.; dankenswerthe. That wäre, dankenswerther,. 'MMn WeÜNiMa^MWit M> retardieren; Upd!düs:natürliche Getriebe der Durchschnittsmensch durch. stark, oMllierende Brillengläser .betrachten zu wotteu. . .. - .! ,! ״/ " ■ . Der Mensch als , Lebewesen ähnelt seinen Vorgängern wie ein Ei . dem andern : die Menschheit dagegen,, als Mediuck betrachtet,, unterliegt den Schwankungen der jeweiligen Zeitcultur, Konnten wir schon beim Worte Niguu die Frage aufiverfen : Was ist Niguu? so können wir mit umso mehr Berechtigung hier die Frage aufrotten: Was -ist Cültur? Vom Schulkatheder wurde uns gepredigt, was in der stummen Bücherspräche nachzulescn ist: Acgypter, Syrer, Griechen,. Römer und Phönicier, ja selbst Chinesen, . Inder und .Central? Amerikaner waren, die ersten Culturoölker der. Vorzeit. Was sic mit ehernem. Griffel in Stein und Papyrus, in Keilschrift und Hyroglyphcn verzeichnet, das bildet noch heützütäge den Kern unseres Grundwissens. In steigender Linie fortschreitend, war es unserem nunmehr zu Ende, gehenden Jahrhundert Vorbehalten, das Beste vom Guten und das Wichtigste vom Wichtigsten als Quintessenz auszuscheiden und im lichten Gewände der' Neuerfahrung als unverrückbaren Wissensschatz für alle Zeiten auszugestalten. Stehen wir heute .im Zenit der. wahren,Cultur? Hält uns die nackte Jch-sucht, der crasse Egoismus wenigere in seinem Bannkreise gefangen, wie die Barbaren der. Grauzeit? Moses und Christus liegen sich in den Haaren, die Tochterreligion will ihrer Stammmutter, der flammenden Schrift der Sinialehre, den Rang ablausen! Mcnschenverbrüdcrung — leerer Schall, Nächstenliebe — ein hohler: Begriff. - :■■■? Schließet darum einen Bund, Standesbrüder, schaäret euch zusammen! Die Zeit der Bedrängnis kommt im Eilschritt Herangestürmt. Null ist der Einzelne, ein Nichts in seiner Einzelheit, einsam und verlassen wandelt, er hienieden, dem tückischen Zufall rettungslos anheimgegeben. Ob ihn gleich ein pures Ungefähr zur Höhe emporschnellt, ob ihn die Versenkung in ihren tiefsten Schlund taucht, wer kümmert sich darum, wer reicht ihm den Rettungsanker? Die Gemeinde? Sie kennt ihn nicht. ״Der Möhr hat seine. Schuldigkeit gethan, der Mohr kann gehen". Etwa so oder ähnlich lautet ihre Antwort.. Und bewilligt sie ihm der Leiblichkeit wegen eine Gnadenabgabe, so ist sie in der Regel sür's Leben zu wenig und für's Sterben zu viel. Sollen wir's verhehlen? Die Bereinsscheüheit ist. ein Grundübel unseres Standes, bei dem es müßig wäre, nach Erklärungsgründen zu suchen. i Oft schon ist dieses Ahema in ungezählten Varianten aufs Tapet gebracht worden, ohne der Sache auf die Beine zu helfen.Es muß angenommen werden: Entweder ist der' Leserkreis, der ״Cäntören-Zeitung" ein sehr..beschränkter und., der Einsipss . ihxes .gedruckten.. Wortes ein nicht über Hörweite reichender, oder -zählt׳ unser Eantorenthünr zu' d en Blasirten des

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.