Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 4 (1.2.1897)
- Date
- 1897-02-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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atr. 4. Mest^kkelchisch-imgaDtzcheLantorenZeitung. Seite 5. fin de. siecle,. die; nicht den Sch einvorn Sein:: zu .unterMeiden wissen. /Ml /Fedä^i./rst/!M!kAltMative-7:sehr,, noch.Wehr -ihr - Wdcrfol^aM^i1whrfchemkicher:Begleitu1nstcmd/: ' ׳ :׳׳. :u j ’ WonRkU TLcar'iHochglück/ New-Nörk. ־ ׳’a *; ־ ׳'.//■•■ Der. seltene, Fall> dyss ר eine ׳ physische: Mißbildung ihreni Besitzer : eutelr praktischen Nützen bringt, liegt - bei. der sechsjährigen MaryWatsön vor, 'Töchter' von■ George Watson in Bridgetoii^N! I. ' י י י י י ' ///'" - - ' Dieses Kind hat zwei völlig' entwickelte Daumen *an jeder Hand/ und diese', überzähligen . Glieder sind merkwürdiger Weise Nicht, wie in der Regel bei derartigen Gebildenzwecklös.' And.' Mv'tetw'endbär/ ׳!sondetu können voir Mary voll verweLthet "werden! Dem Vater sind bereits für die Ueberlassung Marl/s, die, nebenbei -bemerkt, ein sonst völlig normales, hübsches Mädchen! ist', zum Zwecke der Schaustellung in einem Zehn Cent-Museum 400 Dollars die Wöche geböten worden, . aber er h'atH,' ahgelehnt. Md, lässt! sie in der Stadt, wo sie wohNen/ in. dst Schule gehen. .'. . '! ׳ MÄn Mary's Leidenschaft ist die Musik. Sie ist.der einzige. Gegenstand, der sie in ihrer KiNdergartenlaüfbahn interessirte- Und durch die zwei Extra-Daumen, die sie an ihren Händen zur. Verfügung hat,' ist sie im Stande, mit Leichtigkeit die,schwierigsten Compositioneii der' alten Meister zu spielen, die״ gewöhnliche Fünfsingerspieler! Nur '.bei sehr großen Fortschritten in׳ der Technik zu bemeistern׳vermögen. : / Der wohlbekannte ' Pianist^ Mr. Orten Bradley, schreibt hierüber andie Redaction des' ״Morgen-Journals" folgenden Brief:! . ״In vielen Musikstücken der alten Meister kommen häufig genug Accorde vor, bei denen, der Spieler augenblicklich im Zweifel ist, öb bet׳ Compvnist sich nicht gejrrt und Bei der Com- Position vergessen hat! dass' dem׳ Menschen nicht sechs, sondern nur ׳׳fünf-..Finger zur Verfügung stehen.'" - / :Das ist also unzweifelhaft eist' Vortheil von großer Bedentnilg. für den Spieler klassischer/Milsik, wenn er einen Exträdaumen verwenden kann, besonders' wenn er Schumann oder gewisse ' nordländische.Componisten zu spielen hat, die sich durch:״kolossale Accorde". auszeichnen. Oder mit anderen Worten, diese Componisten packen so viele Noten in einen einzigen Äccord, dass..man sie mit fünf.Fingern auf einmal gar nicht greifen kann. Der Componist muß da offenbar, beabsichtigt haben, dass diese Nöten, weil sie nicht gleichzeitig gespielt werden können, dann wenigstens so schnell Hintereinander als nur irgend möglich, .angeschlagen werden/ während der Spie er mit sechs Fingern das gleich aus einmal besorgen kann. l Weiter kommt in ״Betracht, dass, der Extrasinger den Vortheil einer erhöhten Geschwindigkeit bietet. Die großartigste Musik, die wir haben, sollte viel langsamer gespielt werden, als jetzt üblich ist. Die besten Pianisten haben aber leider immer die wahrheitsgetreue Interpretation der Musik dem Verlangen geopfert, Bewunderung mit. ihrer unvergleichlichen Fingerfertigkeit hervorzurufen, und darin gehen sie oft bis zum ״Furioso" über. Die Folge ist, dass viele Noten der Original- Compositioneii entweder nicht nach Vorschrift getrennt oder übertönt werden und so nicht deutlich gehört werden können. Das ist ein Verbrechen gegen den Componisten, der doch seine Noten nicht geschrieben hat, um das Papier zu füllen. Eine jede Note hat ihre Stellung neben allen, .anderen Noten, sie ist ein Theil des Ganzen, von dem dessen Urheber nicht haben wollte, dass man ihn einfach bei Seite ließ. '. / Der größere Vortheil der sechs Finger liegt also mehr in der Ausdehnung als in der vermehrten Geschwindigkeit. Es ist eine wissenschaftlich festgestellte Thatsache. dass die Musik jetzt .meist schneller gespielt wird, als überhaupt das,Ohr die verschiedenen Töne zu unterscheiden,vermag. /;... Es ist eine Legende, dass Hahdn einmal eine Fuge componirt hat, in /der eine Note/ mit der. — Nase gespielt V VI At I ‘f V ta f CVDam'C«■^ Ia A aC; gibts allerdings /keine! andere h zu greifen, M vite Rase zu bennKeW!!«der.HMdn/.h«t' -Wen? WeK. mchtz^b-treLeW Aber in,.! einemÄccord/ von SchumankoumG/ Mmak/ sechs Nöten vor/ Ha känn man M eben nur M der ׳Mfeu, dass" man,'die/ erste Note auUbt, uiuM.We «Wschtageu, wenn man näuüich nur fünf Finger/Hat. ״ Wßt sechs! Fingern kann man! auch diesen Äccord leW auf einmal! spielen!. /- ■׳: ///Her norwegische CömpyuK! Kchyttehat sogar :einmal sieben Noten in. einem. Äccord, so׳.-dass/ man mit zwei Mten aüfhören /muß, wenn ” man ihn voWKndig. wiedergebeu!. will. Dieselbe/ Äbsonderkchkeit׳ -existüt^iu-.Uey Musik von Brahms, d'em/beWmteu- .deutsch«!' Komponisten.-. -! ׳ : ' V . : Ändere Vortheile gewährt dem Spieler mit sechs Fingern die/Leichtigkeit/ mit der er sog: chromatische!: Aceordte/! Scalen von 12 Nöten, überwinden kamt/ Das kleinste sechssingerige Mädchen! wird also, wenn sie natürliche Anlagen besitzt und ihre Extra-Finger leicht benützen kann, eine» Technik entwickeln wiesie.allen anderen Steuteu bisher versaM blieb:;' ־ Die Möglichkeit, mit sechs Fingern-zn spicken, ist durch mehrere einschlägige Versuche bereits erwiesen worden. Man kann sich leicht-vorstellen, was geschehen würdet wenn die Compouistey ihre ernste Auffnerksamkeit der Sechsfinger-Mufik. Mwenden würden, aber glücklicher׳ Weise gibt^s doch! nur so wenige. Sechsfinger-Spieler, dass daran nicht zudenken ist." von E. Spielmann. (Nachdruck verboten.) 4—6 Uhr Abends. Jeder von uns kennt den Herrn Göl d st e i 11, und wenn Ihr an einem Sommer-Abend, durch die Beleles-Gaffe gehet würdet Ihr ihn auch kennen lernen. Ans dem Sande, beim Wasserbrnnnen ist er zn sehen,, und einen Haufen Kinder , um ihn herum.' Die Kinder schreien, lärmen, springen, und Herr Gold stein mit ihnen. Da dreht, er .sich, mit den Kleinen im Kreise, dort schreitet er vorsichtig über die von Kinderhänden künstlich ausgebauten Sandhügel. und Städtchen, damit dieselben keinerlei Schaden erleiden, und wieder anderswo dirigrrt er eine Compagnie Epigonen, aus welchen er Lauter Kanoniere bildet, da er selbst einmal Kanonier gewesen. Wird ihm der Spektakel zn groß, so droht Herr Goldstein, dass er weggeht, und augenblicklich ist es ruhig. Die Kinder glühen vor Freude und Fröhlichkeit, und das blaue Auge Goldsteins leuchtet dabei, wie der lachende Soiiiienschein. Die Ausgelassenen füllen förmlich die ganze Gasse, wenn Herr Goldstein gegen Abend von seiner Arbeit zurückkehrt,, und wenn seine blaue Jacke, mit dem großen grünen Fleck am Rücken, langsam vom Fuße des Hügels sich aufwärts bewegt, gibt es allgemeine Freude. ״Ich sehe die blaue Jacke!" —״Und ich den Bart!" ״Erists, er ists, der Herr Goldstein!" Und die Kinder laufen nach Hause und bitten um Erlaubnis, mit Herrn Goldstein spielen zu dürfen. Um seine Laune, um seine Stimmung wird nicht gefragt, da ist kein Zweifel, er hat ja Kinder so unermesslich gerne. Kaum dass ihm Zeit bleibt, ein Stückchen Brat und Käse zu essen, ja sehr oft Passiert es ihm, dass er an das Mariw-Gebet vergisst, trotzdem er sehr fromm ist. Allein der liebe Gott verzeiht dies dem alten Soldaten; denn schon kommen die Mütter der Kinder und bitten ihn. auf die ״Jelodimerf Acht zu geben, damit ״ehias wecliolile“ nichts geschieht. Herr Goldstein versichert dagegen, dass er/auf die Kinder mehr Acht gibt, als auf sich, und alles drängt und stoßt, sich um ihn her, und er muß sehr vorsichtig sein, um..diesen Kleinigkeiten nicht wehe zu thun; denn bei jedem Schritt ist Hm Eines im Wege. .. . Die Äermel der blauen Jacke leiden sehr viel, und Goldstein .erzählt,/,dass ihn diese Kleinigkeiteiten alljährlich' mindestens einen neuen AermÄ kosten. Ich sah ihü jedoch stets iri der blauen Jacke-irüd ebenso mit dem Msteu FM am Rücken, ja!ich habe ihn int Verdachte,! dass er neue ÄaM Jacke machten ließ,!!allein der geliebtenwegen, stets mit dem