Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1897)
- Date
- 1897-01-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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M.. H. ,WstZHrejchWkUNgarische Lantpren-ZeMng. Seite L. unmündigen. KjndhejL. der- Dinge, mitgetheilt von Gott,, der. selbst Alles nach Aeen .gebildet: fyat ÄeAinge entsprecheu in ihrem- Sinn derZJd.ee nicht, sondern verhalten sich.feiuhs elig gegen^die. Idee, r Neben: Der höchsten Idee, der Idee des G n teu, welche Mit der Gottheit identisch ist, gibt es noch ein' lv i d ergöttli ch es(Z NdturpriNzip, eine ' widergöttliche W.e lt's e-.e s'e.)Mör--Erschaffung^ der Welt war ein Schöpfer als bewegendes, Prinzip da. Dieser mittlere Schöpfer schuf die Weltseele und baute die materielle Welt in diese Weltseele, u.' s. w." Versammlung der israelitischen Religivnsletzrer an den österreichischen Mittelschulen in Brünn. ) Die am 27. und 28., September v. I. im Sitzungssaale der Cultusgemeinde in Brünn stattgefundene Versammlung der israelitischen Religionsleheer an den österreichischen Mittelschulen war recht zahlreich besucht — es hatten sich 36 Theilnehmer in die Präsenzliste eingetragen — und nahm einen durchaus würdigen Verlauf. Die Versammlung wurde Sonntag, den 27. December 6 Uhr abends namens der Einberufer durch Dr. Adolf Weiß eröffnet, der in seiner Eröffungsansprache die Versammelten herzlich begrüßte und der allgemeinen Befriedigung darüber Ausdruck gab, dass zu dieser Versammlung auch Collegen aüs den entlegensten Kronläudern, wie Oberrabbiner Dr. Rosenfeld (Czernowitz), Professor Dr. Herzl (Brody) und Dr. Landau (Krakau) erschienen seien. Namentlich aber seien die Versammlungstheilnehmer hocherfreut, in ihrer Mitte den hochansehnlichen Vertreter der Brünner Cultusgemeinde, Herrn kaiserlichen Rath Mandl, begrüßen zu können, durch dessen Erscheinen die Brünner Gemeinde eineil. Beweis ihres tiefen Verständnißes für die Wichtigkeit der Bestrebungen der Mittelschulreligionslehrer und deren Rückwirkung auf den Religionsunterricht gegeben, ein leuchtendes Beispiel, das. von ersprießlichen Folgen für beide Theile sein werde. Nachdem Redner die Ziele und Aufgaben der Versammlung auseinandergesetzt hatte, verwies er auf die erhebende Thatsache, dass in . unserem Vaterlande der israelitische Religionsunterricht sich der Fürsorge der Staatsbehörden zu erfreuen habe, und diese Thatsache sei der laudesvüterlichen Liebe und Gerechtigkeit zu verdanken, die Se. Majestät unser Kaiser allen Unterthanen. ohne Unterschied des Bekenntnißes zuwende. Er könne daher nur den innigsten Empfindungen der Versammlüng durch das Gebet Ausdruck geben : Gott erhalte, Gott schütze Se. Majestät, unseren Kaiser! Unter dreimaligen, lebhaften Hochrufen auf Se. Majestät erklärt Redner die erste Versammlung der israelitischen Religionslehrer an den öfterreichischen Mittelschulen für eröffnet und ladet die Versammlung ein, sich einen Vorsitzenden zu wählen. Auf Antrag des Herrn Dr. Grünfeld (Brünn) wird , hierauf Dr. Weiß mit Acclamation zum Vorsitzenden gewählt, der für die Vertrauensknndgebung der Versammlung dankt und die Collegen bittet, Dr. Grünfeld als Vicepräsidenten, die Herren Dr. Nedisch (Brünn) imb Dr. Pollak (Wien) als Schriftführer zu acclamieren. Diese- Anträge werden einstimmig angenommen. Der Vertreter der Brünner Cultusgemeinde, Herr kaiserlicher Rath Mandl, ergreift nunmehr das Wort, um die Versammlung namens der Cultusgemeinde zu begrüßen und ihren Berathungen den besten Efolg zu wünschen. Der Vorsitzende Dr. Weiß dankt nochmals in warmen Worten für die ehrenvolle Aufnahme, die die Cultusgemeinde in Brünn den Religionslehrern bereitet und nimmt die Ankündigung des.Herrn kaiserlichen Rath es. sich an den Sitzungen betheiligen zu wollen, mit Befriedigung zur Kenntnis. . Hierauf stellt Herr.Dr. Gold- Hammer (Wien) den -Antrag , die Versammlung möge ein Huldigungstelegramm an Se. Majestät absenden, welcher.Antrgg' unterdem lebhaftesten. Beifalle der Versammlung einstimmig angenommen und. vom Präsidium vollzogen wird. . ..;•! .' Der. .Vel-sammluyß sind ^zahlreiche, .Heils briefliche. Heils telegraphische . ZüstimMungskUndgebüngen zugegangen, die ׳der Vorsitzende Zur Verlesung bringt; so namentlich von dem Mitgliede des niederösterreichischen Landesschulrathes, Herrn Dr; Gustav Kohn im Namen der Wienerisraelitischen Eultusgemeinde,, von Hernr Laitdesrabbiner Dr. B Placzek (Briinn), von Hern! Oberrabbiner Dr. M. Güdemann (Wien), Ober-- rabbiner Dr. N. EHrenfelb (Prag), Rabbiner Dr.A. Schmiedl (Wien), Rabbiner und Jnspector Dr. I. Wolf (Wien), dem Mitgliede des oberösterreichischen Landesschulrathes Herrn Rabbiner M. Friedmann (Linz), Rabbiner und Jnspector Dr. Caro (Lemberg), Rabbiner Dr. Mühsam (Graz), Rabbiner Dr. I. J. Unger (Jglau) und von sehr vielen Collegen, welche durch Berufspflichteu oder durch ihren Gesundheitszustand am Erscheinen verhindert waren. Ihren Beitritt zu dem zu gründenden Verbände haben schriftlich angemeldet^ die Herren: Rabbiner Dr. Blüh׳ (Troppau), Rabbiner Dr. Bondy- (Prag), Rabbiner Dr. M. Friednmnn (Linz). Rabbiner Dr. N. Grün (Prag), Rabbiner Dr. Hirsch (Karolinenthal), Jnspector Kanitz (Wien), Rabbiner Dr? Kohn (Leitomischl), Rabbiner S. Popper (Eger), Rabbiner Dr, Posnansky (Pilsens Rabbiner M. Stark (Prag), Rabbiner Dr. Steiner (Bielitz), Rabbiner Dr. Weistowitz <Tabor), Rabbiner Dr. Wiesen (Böhm.-Leipa) und Rabbiner Dr. Wolf (Klattan). ׳ Hierauf ertheilt der Vorsitzende das Wort dem Herrn Dr. Grünfeld (Brünn) zu seinem Bortrage: ״Ueber den ״Jugendgottesdienst". Der Vortragende gibt in seinen Ausführungen die Gründe an, weshalb der Jugendgottesdienst nicht die Wirkung erzielt, die von ihm als einen Bestandtheil der religiös-sittlichen Erziehung erwartet werden müsste, und findet sie Heils in der geringen Theilnahme der Schüler, die ihrerseits durch die mangelhafte Kenntnis des Hebräischen, durch die künstliche und vielstimmige Gesangsweise und durch den Modus der Exhorten verursacht ist, Heils in dem Umstande, dass demselben der obligatorische Charakter fehlt, begründet. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) An diesen Vortrag schließt sich eine sehr anregende und lehrreiche Debatte, an welcher sich die Herren Reich (Baden), Goldhammer (Wien), Herzl (Brody), Landau (Krakau), Rosenfeld (Czernowitz), Hillel (Leipnik). Freimann (Holleschau). Rabbinowicz (Weißkirchen), Tauber (Prerau), Amschlowitz (Jägerndorf) und Langfelder (Wien) betheiligen, und bei welcher die nur wenigen bekannte, höchst betrübende Thatsache mitge- Heilt wird, dass an vielen galizischen Lehranstalten durch Verfügungen der Schulbehörden das Hebräische aus dem Lehrplane ausgeschlossen ist, dass die Kinder daselbst sogar ohne Kenntnis des Hebrüischlesens anfwachsen. Der Vorsitzende glaubt empfehlen zu sollen, dass von Seiten dH betheiligteu Religionslehrer gegen derartige einseitige Verfügungen auf dem vorschriftsmäßigen Wege an den Landesschulrath recurriert werde, Schließlich wird eine Resolution angenommen, welche den obligatorischen Charakter für den Jugendgottesdienst fordert. In der zweiten Sitzung, die am 28. December, 10 Uhr vormittags stattfand, führte Dr. Grünfeld (Brünn) den Vorsitz. Nach Mittheilung der Einläufe erhält das Wort Dr. Weiß (Wien), um über den zu gründenden Verband der Religionslehrer an den Mittelschulen zu referieren. Als Zwecke desselben bezeichnet der Redner zunächst die Vertretung der Standesinteressen, die bei der Regierung hinsichtlich der Rechtsstellung der Religionslehrer zu ergreifenden Schritte, die Herstellung geeigneter Beziehungen derselben zu den Gemeinden und die Aufklärung, respective Berichtigung der öffentlichen Meinung über den Religionsunterricht. Der Verband soll aber auch fachmännische Aeußerungen und Gutachten über alle Fragen des Religionsunterrichtes auf Verlangen abgeben, und indem er die Führung dem Lehrerstande erwirbt, zugleich auf diesem Gebiete bewirken, dass manche sonst herrschende gegensätzliche Auffassung in religiöser Hinsicht gemildert werde. Dabei soll der Verband jedoch niemals Parteistellung ergreifen und nur solche Beschlüsse enuncieren, die keinem entschiedenen Widerspruche begegnen. (Beifall.) .Endlich soll der Verein die Herausgabe geeigneter Lehrbücher und :Lehrmittel fördern: Referent schildert:, die bisherigen Vorarbeiten und meldet, dass die Statuten des-Vebbandes von dem Ministerium des Innern bereits zur Kenntnis