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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-01-11 · Heft 2 (11.1.1897) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 2 (11.1.1897)
Date
1897-01-11
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 OWWeichisch-Mgarische LantoMMeitltttg Nr. 2 GÄburisstadt war Latos in der Provence, ׳'einer Landschaft im Südosten von Frankreichdaher er den Namen de Lätos/' d.h. - aus Latos trug. In der Einleitung'seines Cvmmentars zum ״BeidaBafc' ölam״; chjyr Jedäsa hapenini Bedraschi, der sich ebenfalls handschriftlich in der k. k. Hofbibliothek zu Wien befindet, sagt er ausdrücklich: ״R. Jedaja wird' deshalb vom Volke Bedraschi genannt, weil aus der Stadt Bedräschi (Lssiisrs) in der Provence, unweit׳ von Latos, der Geburtsstädt meiner Eltern, daher meine Familie sich Latös nennt, ubstamckt. Seine Uechtsgütachten sind von deck höchsten Interesse für ' die Beleuchtung seiner Zeit und geben ein vollständiges Bild von dem damaligen Geineiudeleben. Er stand mit den hervorrägendsten Gen!einden ׳Italiens in Correspondenz und in den wichtigsten religiösen Fragen wurde au ihn appellirt. Seine Response« beweisen auch, dass er häufig seinen Wohnsitz geändert hat. So z. B.. treffen wir ihn 1556 in Mantua, wo er am Neumoud-Lollsdai einer Frau ein Diplom errheilte, in welchen! er ihr gestattete, das Schlächteramt zu bekeiden. In demselben nmchte er ihr zur Pflicht, die betreffenden Vorschristen Anfangs zweimal im Tage und nach einem Vierteljahre nur einmal des Tages, und endlich nach einem Jahre nur einmal die Woche und für ihr ganzes Leben einmal im Monat zu wiederholen. (Rechtsgutachten S. 139). Im. Jahre 1537 begegnen wir ihm wieder in Bologna, von wo aus er sich in einer Eherechtsfrage an das Rabbinats-Collegiuin in Safet, deffen Präsident R. Josef Karo war, gewendet hatte. (Rechtsgutachteu S. 17.) Im Jahre 1558 treffen wir ihn wieder in Pesaro, wo er gegen jene Rabbiner, die gegen eine neue Aufläge des ,,Lollar", entschieden opponirten, Front machen zu müssen glaubte und seinen diesbezüglichen Bescheid, der vielen Auflagen des Sohar beigedruckt wurde, erlassen hatte. Im Jahre 1560 finden wir ihn wieder in Avignon. Am längsten verweilte er in Ferrara, einer ansehnlichen Stadt an einen! Arme des Po. Hier domicilirte er schon 1562 und in den Jahren 1564—69 war er daselbst als Lehrer des Sohnes des Jsak Abrawanel, des Enkels des berühmten spanischen Gelehrten gleichen Namens, thätig. Trotz seiner hohen Begeisterung für das kabbalistische Werk ״Soliar■‘ war er denn doch dem Studium der Philosophie nicht abgeneigt. In der bereits erwähnten Einleitung seines Cvmmentars zum Lsolliuat Olam erzählt er selber, dass er sich in seiner ftüheren Jugend mit poetischen, rhetorischen und philosophischen Werken fleißig beschäftigt hatte. Pädagogische Aphorismen. aus den! Talmud und den Midraschim nebst Parallelstellen aus der Bibel und aus Schriften moderner Pädagogik. Von Israel Singer, autor. Rabbiner, Religionsprofessor am Ober Dmnasium zu S. A. Ujhely. (Fortsetzung) Nachdruck verboten. Seit Alexander dem Großen (333 v.) kamen die Juden mit den Griechen in wechselseitige Beziehung. Jene Juden, die griechische Sprache und griech. Wissenschaften Pflegten, griech. Sitten beobachteten und die griechischen Volks- und Nationalfeste mitfeierten, hießen gräcisirende oder hellemstische Juden. i Sie waren in Palästina Griechenland und in Egypten verbreitet, und besonders:ln. Alexandrien erhielten.sie durch die. Mchtünge zur Zeit, :.der Schreckensherrschaft:׳ des > Anttochus chrWanes <176 v.) -zahMHen'-^üwachs׳^-^Kk.-Jvhre 1.64 ckcmi Omas V., weil er in JemsÄeT has Hö^epriesterämU nicht"׳ erlangte/ nach: Alexanderien 1' rmd erbaute .? mit ■ ־ Erlaubnis des Königs Ptölomäus Philbmeter in Leontopolis, in!. Landstriche Gosen, wo vor etwa 1800 die )Juden wohnten/ einen Tempel, ähnlich dem in Jerusalem. Aber es fehlte. den Juden in Egypten die ööllige Kenntnis der heiligen Schrift, denn sie verständen nicht einmäl dieselbe zu lesen, und in einer andern Sprache existirtc sie damals noch nicht. Darum ließ Philometer (130 v.) Gesetzeskundige von Jerusalem nach Egypten kommen und von ihnen die Bibel in die griech. Sprache übertrage!!. Die Uebersetzer waren 70 Weise,' wahrscheinlich nach der Zahl der j 70 Männer des Synhedrion in Jerusalem-:und eben, so groß war die Zahl des hohen Gerichtes in Alexanderien; deshalb hieß und Heißt' diese Uebersetzung griechisch: Die Septuaginta, d. h. . Uebersetzung der Siebzig. . /; Die Inden in Egypten waren über diese Uebersetzung voll Jubel, weil sie aus ihr nunmehr die herrlichen Lehren des Jüdenthums erfuhren und zugleich den Griechen Nachweisen konnten, dass die Tugend-und Sittenlehren ihrer Philosophen schon etwa 1000 Jahre früher von -Moses und später von beii Propheten gelehrt wurden. Sie wallfahrten darum viele Jahre nach der Insel Palös, dem Uebersetzungsorte. Aber die jüdischen Weisen in Palästina hielten diesen Tag, den 8. Tebet, für einen ebenso großen Trauertag wie den, an welchem Israel in der. Wüste düs goldene Kalb ängefertigt hat, dessen noch jetzt in dem Slichor- Gebete vom 10. Tebet kläglich gedacht. wird. Denn, sprachen sie, die Bibel kann nicht vollständig übersetzt werden, demnach ist die Gefahr für die Trübung, oder Fälschung der jüd. Religionslehren und Gesetze sehr nahe. Diese Befürchtung fand auch bald eine sehr traurige Bestärigung; denn die Uebersetzung veranlasste eine völlige Trübung der reinen bibl. Lehre über die Weltschöpfung Gottes durch Gott selbst, über seine absolute Einheit, über seine Geistigkeit und unmittelbare Weltregiernng, nach Muster der Jdeenlehre Platos, wozu die in der Bibel häufig vorkommenden Anthropomorphismen wie: Auge. Gesicht- Gottes, Hand, Zorn, Nene, Rache, Liebe, Weisheit Gottes u. f. w. Veranlassung gaben, wenn diese nicht in bibl. tradioneller Erklärung aufgefasst werden. Vergeblich haben die Uebersetzer, um den von ihnen geahnten Befürchtungen vorzubeugen. Emendationen und Umschreibungen selbst in der ersten Bibelstelle vorgenommen. Die berühmten Autoren der jüdischen Hellenisten, wie z. B. Aristobul und Philo, zeigten in der Bibel, und zwar durch Vermischung der jüdischen Engelvorstellung mit der platonischen Jdeenlehre, die Lehre vom Logos nach^ als Bezeichnung des Inbegriffes aller geistigen Kräfte, der Zusammenfassung der ganzen Ideenwelt. Sie giengen hierin soweit, dass sie die ״Weisheit Gottes" und ebenso das ״Wort Gottes" für einen Gotteingebox e n e n, eineu zweiten Gott hielten. Diese Lehre führte zum Dogma des Christenthüms, vom Logos, der Jncarnation Gottes, des eingeborenen Sohnes Jesu Und der Trinirät, .wie folgende Worte; (Johan.' I. 1—14) dies aussprechen: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Und das Wort war Fleisch 'und wohnte unter uns. und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit -des eingeborenen Sohnes vom Vater. ״ . ' ' Zum bessern Verständnis lasse!! "wir hier Einiges von der J d een l eh r e Platos folgen. Plato sagt:/ ,,Jedem Durge liegt eine I d e e . zu OrÜnde/M Melchern das" Diug> -äls :das DM!MWcheiü Nimmt) als-׳: cüi^seiNeM/ U-Mrldd^ ,M/gibt ' eine'EekheitMoü kJdeem׳ Die JdM! :sind: die Einheiten in de

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