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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1897-01-11 · Heft 2 (11.1.1897) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 2 (11.1.1897)
Date
1897-01-11
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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£יי־׳"־ י■“־!' ■י ,V-wT* « ,’/l, ־׳ > nK- -jttanrLfür;i feinstMärchew und.׳PhantaWeiewikeirl Ohrhätte;? reisteMübbr ÄlexaudrrW nachl! WMig PGst» Elemchs! HL;׳', dem ervon portugisiWu CoWtMM? emstfohleu: wurde, nahm Ihm schr! freundlich auftM.WephquW ihff mit DhrMezengnngeirwodurch eslhtst Mang; anch;Wey: Glaubensgenossen, -die sich anfangs reserviert! HWen, weil sie/ seinen Aügäben keinen Glanben schenken, zu imstvMen. SiL glaubten nunwehr in ihm ihren Erlöser erblickxn -zu müssen׳. - VöÄ Rym gieng Renbeni nach Portugal, wo er vom Könige Juan-HI., dem er versprach/ dass die Inden ihm ihren Beistand leisten werdenj damit er Palästina vomSnltan Soliman erobernkynne,?ebenfalls besonders begünstigt und durch allerlei Ehrenbezeigungen ausgezeichnet würde. Die porütgiesischen Juden, verehrten ihn über alle Maßen, da sie ihn für den sehnsuchtsvoll erwarteten Messias hielten.? In Lissabon wurde durch Nenbeni's Erscheinen der schon, als Christ geborene, von der Natur mit körperlicher.Schönheit und geistigen Fähigkeiten reich ansgestattete Jüngling Salomon (Diego Pires) so sehr ergriffen, dass er, obwohl er als Neuchrist ein einträgliches und ansehnliches Staatsamt bekleidete, heimlich zum Jndenthume znrückkehrte. Er führte gleich Renbeni eine streng ascetische Lebensweise :und widmete den größten Theil seiner Zeit und Kraft dem Studium der Kabbala. Durch das viele Fasten, wie überhaupt durch die mannigfachen Kasteiungen, die er sich auferlegte,. wurde sein Körper so schwach, dass er, der ohnedies eine überaus , lebhafte Phantasie hatte, von Visionen und furchtbaren, höchst aufregenden Träumen stets behelligt wurde. Er verließ Portugal und gieng nach -der Türkei. In Adrianopel lernte er Josef Karo kennen, den er für ,das Studium der Kabbala eiuuahm. Molcho verweilte eine zeitlang in Palästina, namentlich in dem. von Kabbalisten stark bewohnten Safet, wo er allsabbathlich Vorträge hielt, die von einem zahlreich versammelten Auditorium mit gespannter Aufmerksamkeit angehört undbewundert, wurden. Später gieng er nach Italien, nach Rom, wo er mit dem Papste Clemens "VH. und anderen Cardinalen freundschaftlich verkehrte. Jedoch der Leibarzt des Papstes, Jacob Mantino, der ihn bald als einen Schwärmer und Abenteuerer erkannte, verfolgte ihn so sehr, dass er dem Jngnisitionsgerichte in die Hände fiel, dieses aber musste ihn, weil der-Papst sich seiner aunahm, wieder frei zu lassen. In Nom kam er-wieder mit Renbeni zusammen. Beide Schwärmer fassten den Entschluß, sich - nach Regensburg,, wo, damals gerade der Reichstag versammelt war, zu verfügen und dem Kaiser Karl vorznstellen. Sie erhielten auch thatsächlich beim Kaiser Audienz. Einer nicht ganz verbürgten Nachricht..zu Folge sollen sie den Versuch gemacht haben, den Kaiser zur Annahme, des Judenthums anznregen. Die-Folge dieser Audienz war, dass sie. beide in -Fesseln geschlagen, wurden. .Molcho -ließ. der Kaiser nach Mantua -bringen, wo er 1532 von einem -Glanbrnsgerichte zmmFeuertode berurtheilt wurde, während;-Renbeni nach- Spanien gebracht würde, wo er im Kerker-׳starb. fDinolL Hadaolla,80). Den lebhaften!Anregungen dieses Märtyrers .- Molcho hatte ׳es׳ Josef Karo -zu. vsrhdnken gehabt,. hass.:er einen. Theil ffeinev Zeitdem StudiurU der. Kabbala.(gewidmet;.:.was.:Mch aus einzelnen Stellen seines ״Sclralchan Anich'l .Michtlich.1׳ist. \ --'יי-׳ ^Dürch die l Abfaffung!-ches Ävllri1cü1s.rt. Hnncrb^^der ein ^KüüstOerk^genannti zuutwerdew<cherdient; -chat-Dchx,Mro;ein -reWUG Maxis umfaMchey Norm, mMaus UnKnche wie eHUl»P.M׳WsMMtz>Zchtz׳-sondWtr-- ger,atze, wegen l^eberladWG dK5MFM«-.'.MV der Juden von ^est nach Ost, vPt Wich nach׳ Wd und die HuMrucherhufft Aalten nämlich!eivMchedeuNchM.R^sKv1Mg erzeugt. Die jMHen Dru^exeieU j iir.Jtalien hatten die BAKaffung von sonst theueren und seüeneu 1ÄHM8E uMWjn.- -erseAtert.. Je mehr der Talmud, hie CvNMßntarien tz-M»- die. Religionscyhices verschiedener (Art lind - die HutaMMammlung vervielfältigt worden waren, destömehr!nahm De Zahl der Talmudbefliffenen in sorffchreltendem VerihWmße/׳zu» Die begabten Armen erhielten diese Bticher durch iden.frommen Ginn Peicher oder' konnten sie in Bibliotheken(?benützen, .welche fast jede größere jüdische Gemeinde in einem? un.t.erhalteuen Lehrhanse besaß. Me zahlreichen Gemeindeparcellen - Welche sich namentlich im türkischen Reiche Europas und Asiens : bildeten, machten das Bedürfnis nach RabbiNen fühlbar; jede Gemeindegruppe stellte einen Rabbiner und meistens gar ein Collegium an. Jeder nur irgendwie beanlagte Kopf verlegte sich daher auf das Studium der talmndischen und rabbinischen Litteratur, weil jeder sicher war, irgendwo ein Unterkommen zu finden. Die Zahl der Talmudkundigen war daher im sechzehnten Jahrhundert viel, viel größer als bis dahin. Dadurch trat aber eine große Zerfahrenheit ein. Da der Talmud, und noch mehr die späteren Religionscodices, eine Meinungsverschiedenheit über fast jeden einzelnen Punkt des religiösen, rituellen, rechtlichen und eherechtlichen Lebens begünstigten, so trat eine Zerklüftung ein. weil selten zwei Rabbiner über eine aufgeworfene Frage eine Sinnes waren. Jeder war im Stande, aus dem weitschüchtigen Schriftthum Gründe für Ja oder Nein beizubringen. Der eine hielt sich an Maimuni, der andere an Alfaffi, eilt dritter an Aschen oder an den Codex von Jacob Aschen oder an Nachmaui, an Ben Aderet oder an eine andere Autorität; die deutschen Juden meisteus an dentscheAntoritäten". (Gesch.429). Diesem Mangel an einem, sämmtliche religiöse Satzungen,' Bräuche und Observanzen enthaltenden Codex wollte Josef Karo abhelfen, was ihm auch thatsächlich durch die Abfassung seines bald zu großer Anerkennung gelangten ״Schiüölian Aracli״ in vorzüglicher Weise gelungen ist. Bei Gelegenheit sei noch bemerkt, dass zur Zeit, als Josef Karo das Oberrabbiuat in Safet iune hatte, das Räbbinats- Collegium aus folgenden Männern bestand: R. Josef Karo, Moses de . Trani, Samuel Kvirka. Abraham Aroma, Jsak b. Abraham Aroch, Moses Kordoero, Elischa Galiko, Moses Nagara, Joel Aschkenasi und Jsak b. Moses Dajan Hakewi (vergl. M. H. Friedländer Rechtsgutachten des Jsak de Latos Seite 17). ..Auch mit Salamo Alkobez Halevi, dem Dichter des bekannten Sabbatliedes ,)Lecho Baiidi“, der in Safet lebte, wie mit Josef de Trani, Samuel de Medina (Baschäam) itttb Jsak Adrabi war Karo sehr befreundet. Von den anderweitigen nennenswerthen Zeitgenossen Karo's sei besonders noch der vom den Historiographen so wenig gewürdigte R. Jsak b. Jmanuel de Latos .*) erwähnt. Jsat.de Latos. der schon 1543 in, Italien lebte und von seinen Zeitgenossen, ja selbst vouN.JosefKaroals eine tatmühjsche Coryphäe anerkannt wurde, stammte aus Frankreich. Seme *). Jsak de Latos Nechtsgutachten. die sich als autographes Mannscript in der' st'st .MbiUothck m Me!i Sestudtn, hat ZÄ1i:tv im Hahre -- Ä80-Mömmmtar "imst- ׳ÄnMttknqjE herausgeMeitz '.׳Pie :Y?rWffe1r ist, wurde:«»! WM KEMMAssep. I. .Mve^ÜWrrst, ־ . . : , : ) -

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